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Einsteiger

Finanzen für Berufseinsteiger: Der Plan fürs erste Gehalt

Das erste richtige Gehalt fühlt sich großartig an. Genau jetzt entscheidet sich, ob du in zehn Jahren ein solides finanzielles Fundament hast oder dich fragst, wo das Geld geblieben ist. Die gute Nachricht: Ein paar einfache Entscheidungen in den ersten Monaten reichen. Hier ist dein Plan für das erste Jahr.

Dein FahrplanSchritt 1 von 7: Überblick verschaffen

Auf einen Blick

  1. Lege fest, wie viel du sparst, bevor du dich an das neue Einkommen gewöhnst.
  2. Reihenfolge: Notgroschen, Absicherung mit Haftpflicht und Berufsunfähigkeitsversicherung, dann ETF-Sparplan.
  3. Junge Menschen profitieren am stärksten vom Zinseszins und zahlen bei der BU die niedrigsten Beiträge.
  4. Vermögenswirksame Leistungen und betriebliche Altersvorsorge sind oft geschenktes Geld vom Arbeitgeber.
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Toms erstes Gehalt: 2.300 € nettoBudget bewusst klein halten
1.700 €300 €300 €
  • Leben: 1.700 €
  • Notgroschen: 300 €
  • ETF-Sparplan: 300 €

Nach einem Jahr: 3.600 € Notgroschen und 3.600 € investiert.

Deine Strategie in drei Zügen

Dein nächster Zug

  1. 1

    Sparrate festlegen

    Spare 15 bis 20 % am Gehaltstag, bevor du dich ans Geld gewöhnst.

  2. 2

    Absichern

    Schließ eine eigene Haftpflicht und eine BU ab.

  3. 3

    Investieren

    Starte nach dem Notgroschen einen ETF-Sparplan.

Schritt 1 von 7 im Finanz-Fahrplan: Überblick verschaffen.

Ausführlicher Ratgeber7 Min. Lesezeit · 12 Abschnitte mit Beispielen, Begriffen und Fragen

Das Wichtigste zuerst: Sparrate festlegen

Mit dem ersten Gehalt steigen fast immer auch die Ausgaben: größere Wohnung, Auto, Reisen. Psychologen nennen das Lifestyle-Inflation. Der beste Schutz ist, die Sparrate sofort festzulegen, solange du noch an ein kleines Budget gewöhnt bist. Die 50-30-20-Regel ist ein guter Startpunkt: 20 % deines Nettos fließen direkt am Gehaltstag per Dauerauftrag weg.

Beispiel: Tom, 24, erstes Netto 2.300 €

Tom lebt als Student mit 900 € im Monat. Er hebt sein Budget bewusst nur auf 1.700 € an. Die restlichen 600 € spart er: 300 € in den Notgroschen, bis er steht, 300 € in einen ETF-Sparplan. Nach einem Jahr hat er einen Notgroschen von 3.600 € und hat zusätzlich 3.600 € investiert.

Die richtigen Konten

  • Girokonto: Kostenlos und für den Alltag. Studentenkonten werden nach dem Abschluss oft kostenpflichtig, prüfe das. Mehr im Girokonto-Vergleich.
  • Tagesgeld: Für den Notgroschen. Siehe Tagesgeld-Vergleich.
  • Depot: Für den langfristigen Vermögensaufbau. Siehe Depot-Vergleich.

Diese Versicherungen brauchst du jetzt

VersicherungWarum jetzt
PrivathaftpflichtÜber die Eltern bist du oft nur bis zum Ende der ersten Ausbildung mitversichert. Danach brauchst du einen eigenen Vertrag.
BerufsunfähigkeitsversicherungJe jünger und gesünder, desto günstiger. Dein Einkommen ist jetzt dein größtes Vermögen.
KrankenversicherungMit dem ersten Job wirst du selbst versichert. Vergleiche die Zusatzbeiträge der Kassen.
HausratErst, wenn du eine eigene Wohnung mit nennenswerter Einrichtung hast.

Mehr dazu in unseren Ratgebern zur Haftpflicht und zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Verzichte dagegen auf Verträge, die du nicht brauchst. Unser Ratgeber Unnötige Versicherungen hilft dabei.

Geld vom Arbeitgeber mitnehmen

  • Vermögenswirksame Leistungen: Viele Arbeitgeber zahlen bis zu 40 € im Monat zusätzlich, wenn du sie in einen geeigneten Vertrag lenkst, etwa einen Fondssparplan. Mit geringem Einkommen gibt es zusätzlich die Arbeitnehmersparzulage.
  • Betriebliche Altersvorsorge: Prüfe, wie viel dein Arbeitgeber dazulegt. Bei hohem Zuschuss lohnt sie sich oft. Mehr unter Betriebliche Altersvorsorge.
  • Weitere Benefits: Jobticket, Essenszuschuss oder Dienstrad sparen bares Geld.

Steuern im ersten Job

Als Alleinstehende oder Alleinstehender bist du in Steuerklasse 1. Eine Steuererklärung lohnt sich im ersten Jahr fast immer, besonders wenn du erst im Laufe des Jahres angefangen hast zu arbeiten. Dann wurde oft zu viel Lohnsteuer einbehalten. Auch Umzugskosten für den neuen Job, Bewerbungskosten oder Kosten für ein Zweitstudium können absetzbar sein. Schritt für Schritt erklärt das unser Ratgeber Steuererklärung selber machen.

Der erste ETF-Sparplan

Steht der Notgroschen, lohnt sich ein ETF-Sparplan. Mit Mitte zwanzig hast du einen Anlagehorizont von 40 Jahren und mehr. Diese Zeit ist der größte Vorteil, den du jemals haben wirst.

Monatliche Rate ab 25Mit 67 bei 6 % pro Jahr
100 €rund 227.000 €
200 €rund 454.000 €
300 €rund 681.000 €

Nominale Werte, vor Steuern und Inflation. Wie du startest, zeigt unser Ratgeber ETF für Anfänger.

Typische Fallen für Berufseinsteiger

  • Der Dispo als Reserve: Er ist teuer. Ein Notgroschen ersetzt ihn.
  • Auto auf Kredit: Ein günstiger Gebrauchtwagen ist für den Anfang fast immer die bessere Wahl.
  • Verträge vom Berater an der Uni: Vorsicht bei Kapitallebensversicherungen und teuren Rentenversicherungen, die mit Provision verkauft werden.
  • Ratenkäufe für Elektronik: Was du nicht sofort bezahlen kannst, sparst du vorher an.

Dein 12-Monats-Plan

  1. Monat 1: Konten ordnen, Daueraufträge einrichten, Krankenkasse wählen.
  2. Monat 2: Eigene Haftpflicht abschließen, BU-Angebote einholen.
  3. Monat 3: Vermögenswirksame Leistungen und bAV mit dem Arbeitgeber klären.
  4. Monat 1 bis 6: Notgroschen von drei Monatsausgaben aufbauen.
  5. Ab Monat 6: ETF-Sparplan starten und jährlich erhöhen.
  6. Nach 12 Monaten: Steuererklärung abgeben, Budget prüfen, Sparrate anpassen.

Krankenkasse wählen

Mit dem ersten Job wirst du selbst Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse, sofern du nicht privat versichert bist. Die Leistungen der Kassen sind zum größten Teil gesetzlich festgelegt, unterscheiden sich aber beim Zusatzbeitrag und bei freiwilligen Extras wie Zuschüssen zur Zahnreinigung, Reiseimpfungen oder Gesundheitskursen. Vergleiche die Zusatzbeiträge, denn sie machen über ein Jahr schnell einen dreistelligen Betrag aus. Ein Wechsel ist nach zwölf Monaten Mitgliedschaft möglich, bei einer Beitragserhöhung auch früher.

Ein Budget für das erste Jahr

PostenBeispiel bei 2.300 € netto
Miete warm750 €
Lebensmittel und Drogerie320 €
Mobilität, Handy, Internet120 €
Versicherungen (Haftpflicht, BU)80 €
Freizeit, Kleidung, Reisen430 €
Notgroschen und ETF-Sparplan600 €

Das Budget ist ein Beispiel. Wichtig ist das Prinzip: Sparen steht als fester Posten im Plan, nicht als Rest am Monatsende. Wie du dein Budget führst, zeigt unser Ratgeber zum Haushaltsbuch.

Begriffe kurz erklärt

Lifestyle-Inflation
Ausgaben steigen automatisch mit dem Einkommen, sodass am Ende nicht mehr übrig bleibt.
Vermögenswirksame Leistungen
Zuschuss des Arbeitgebers zur Vermögensbildung, oft bis 40 € im Monat.
Arbeitnehmersparzulage
Staatliche Förderung für vermögenswirksame Leistungen bei geringem Einkommen.
Steuerklasse 1
Lohnsteuerklasse für Ledige, Geschiedene und dauernd getrennt Lebende.
Notgroschen
Rücklage von drei bis sechs Monatsausgaben für unerwartete Kosten.

Häufige Fragen

Wie viel sollte ich als Berufseinsteiger sparen?

Als Richtwert 15 bis 20 % des Nettos. Wichtiger als die genaue Quote ist, dass du am Gehaltstag automatisch sparst.

Was mache ich mit meinem ersten Bonus?

Wenn der Notgroschen noch nicht steht, fließt der Bonus dorthin. Danach in den ETF-Sparplan, mit einem kleinen Teil zur Belohnung.

Wie wichtig ist die Schufa für Berufseinsteiger?

Bei der ersten Wohnung und beim Handyvertrag wird sie abgefragt. Zahle Rechnungen pünktlich und vermeide unnötige Kredite. Mehr unter Schufa-Score verbessern.

Sollte ich gleich eine Immobilie kaufen?

Meist noch nicht. Zuerst Notgroschen, Absicherung und Eigenkapital aufbauen. Mehr unter Mieten oder kaufen.

Muss ich als Berufseinsteiger eine Steuererklärung machen?

Pflicht ist sie meist nicht, wenn du nur ein Gehalt in Steuerklasse 1 hast. Freiwillig lohnt sie sich aber oft, besonders im ersten Jahr.

Wie viel sollte ich für den Urlaub zurücklegen?

Plane größere Ausgaben wie Urlaub als eigene Rücklage ein, etwa 50 bis 100 € im Monat. So musst du den Notgroschen nicht antasten.

Lohnt sich eine Hausratversicherung in der ersten Wohnung?

Wenn du wenig besitzt, nicht unbedingt. Sobald Möbel, Technik und Fahrrad zusammen mehrere Tausend Euro wert sind, wird sie sinnvoll.

Soll ich zuerst den Studienkredit tilgen?

Das hängt vom Zins ab. Zinsgünstige oder zinslose Darlehen wie das BAföG-Darlehen zahlst du nach Plan zurück. Teure Kredite haben Vorrang vor dem Investieren.

Wie viel Miete kann ich mir leisten?

Als Faustregel nicht mehr als 30 bis 35 % deines Nettoeinkommens für die Warmmiete. In teuren Städten ist das oft schwer, dann wird der Wünsche-Topf kleiner.

Brauche ich eine Kreditkarte?

Für Reisen und Online-Einkäufe ist eine kostenlose Karte praktisch. Stelle die Rückzahlung auf 100 %. Mehr im Kreditkarten-Vergleich.

Lohnt sich eine BU schon in der Ausbildung?

Oft ja, weil die Beiträge vom Eintrittsalter und vom Gesundheitszustand abhängen. Manche Tarife bieten Einsteigern günstigere Startbeiträge.

Wie gehe ich mit Gehaltserhöhungen um?

Lege die Hälfte jeder Erhöhung zusätzlich in deinen Sparplan. So wächst dein Lebensstandard und dein Vermögen gleichzeitig.

Quellen: Fünftes Vermögensbildungsgesetz, Einkommensteuergesetz (§ 38b Steuerklassen), Verbraucherzentrale, Bundesministerium der Finanzen. Rechenbeispiele gerundet. Keine Anlageberatung.