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Einsteiger

ETF für Anfänger: Schritt für Schritt zum ersten Sparplan

Ein ETF-Sparplan ist für die meisten Menschen der einfachste Weg, langfristig Vermögen aufzubauen. Hier erfährst du, wie er funktioniert, welcher ETF zu dir passt und wie du in vier Schritten startest.

Dein FahrplanSchritt 5 von 7: Investieren

Auf einen Blick

  1. Ein ETF bildet einen Index nach und streut dein Geld auf hunderte oder tausende Unternehmen.
  2. Für Einsteiger reicht ein einziger ETF auf einen weltweiten Aktienindex.
  3. Achte auf niedrige laufende Kosten, meist unter 0,3 % pro Jahr, und eine ausreichende Fondsgröße.
  4. Ein Sparplan ist oft schon ab 1 bis 25 € im Monat möglich, je nach Anbieter.
  5. Plane mit mindestens 10 bis 15 Jahren Anlagedauer, damit sich Kursschwankungen ausgleichen können.
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Deine Strategie in drei Zügen

Dein nächster Zug

  1. 1

    Depot eröffnen

    Wähle ein günstiges Depot mit kostenlosen Sparplänen.

  2. 2

    Welt-ETF auswählen

    Ein breit gestreuter, günstiger Welt-ETF reicht für den Anfang.

  3. 3

    Sparplan starten

    Richte eine monatliche Rate ein und halte sie auch in Krisen durch.

Schritt 5 von 7 im Finanz-Fahrplan: Investieren.

Ausführlicher Ratgeber10 Min. Lesezeit · 15 Abschnitte mit Beispielen, Begriffen und Fragen

Was ist ein ETF?

ETF steht für Exchange Traded Fund, also börsengehandelter Fonds. Anders als ein klassischer Fonds hat er keinen Manager, der Aktien auswählt. Er kauft einfach alle Unternehmen eines Index, zum Beispiel des MSCI World, in genau der Gewichtung des Index. Steigt der Index um 10 %, steigt auch der ETF um etwa 10 % – abzüglich kleiner Kosten.

Ein Index ist eine Liste von Wertpapieren nach festen Regeln. Der MSCI World etwa enthält große und mittelgroße Unternehmen aus Industrieländern, gewichtet nach ihrem Börsenwert. Apple, Microsoft oder Nestlé haben darin ein größeres Gewicht als kleinere Firmen. Der Indexanbieter überprüft die Zusammensetzung regelmäßig: Firmen, die schrumpfen, fallen heraus, aufstrebende kommen hinzu. Ein ETF erneuert sich also automatisch.

Das hat zwei große Vorteile: Die Kosten sind sehr niedrig, und du erhältst ziemlich genau die Rendite des Marktes. Viele aktiv gemanagte Fonds schaffen das nach Kosten auf lange Sicht nicht.

Gut zu wissen

Dein Geld in einem ETF ist Sondervermögen. Geht die Fondsgesellschaft oder dein Broker pleite, bleiben die Anteile dein Eigentum.

Warum ETFs für Einsteiger ideal sind

  • Breite Streuung: Mit einem einzigen ETF besitzt du Anteile an über tausend Unternehmen aus vielen Ländern und Branchen. Geht ein Unternehmen pleite, merkst du das kaum.
  • Niedrige Kosten: Während aktive Fonds oft 1,5 % oder mehr pro Jahr kosten, liegen breite ETFs meist bei 0,1 bis 0,3 %. Über 30 Jahre macht dieser Unterschied leicht einen fünfstelligen Betrag aus.
  • Transparenz: Du weißt jederzeit, worin du investiert bist.
  • Flexibilität: Du kannst den Sparplan jederzeit ändern, pausieren oder Anteile verkaufen.
  • Wenig Aufwand: Einmal eingerichtet, läuft der Sparplan von selbst.

Welcher ETF passt zu dir?

Für den Start brauchst du nur einen breit gestreuten Welt-ETF. Die drei bekanntesten Indizes:

IndexUnternehmenRegionenFür wen
MSCI Worldüber 1.30023 IndustrieländerDer Klassiker; ohne Schwellenländer
MSCI ACWIrund 2.500Industrie- und SchwellenländerBreiter, inklusive China und Indien
FTSE All-Worldüber 4.000Industrie- und SchwellenländerAm breitesten gestreut

Welcher davon „der beste“ ist, entscheidet sich langfristig kaum. Wer Schwellenländer dabeihaben möchte, wählt einen ACWI- oder FTSE-All-World-ETF. Wer den MSCI World nimmt, kann Schwellenländer später mit einem zweiten ETF ergänzen. Wichtiger als die Wahl des Index ist, dass du überhaupt anfängst und dabei bleibst.

Klumpenrisiko USA

US-Unternehmen machen in allen Weltindizes einen großen Anteil aus, im MSCI World derzeit rund 70 % (Stand vor Veröffentlichung im Factsheet prüfen). Das ist kein Grund, auf Welt-ETFs zu verzichten, aber gut zu wissen.

Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Für denselben Index gibt es oft mehrere ETFs verschiedener Anbieter. Diese Kriterien helfen bei der Wahl:

  1. Kosten (TER): Die jährlichen Verwaltungskosten. Unter 0,3 % ist für Welt-ETFs gut.
  2. Tracking Difference: Die tatsächliche Abweichung von der Indexrendite. Sie ist aussagekräftiger als die TER, weil sie alle Effekte enthält.
  3. Fondsgröße: ETFs mit mehr als 100 Millionen Euro Volumen gelten als stabil; sehr kleine Fonds werden eher geschlossen.
  4. Replikation: Physisch replizierende ETFs kaufen die Aktien tatsächlich, synthetische bilden den Index über Tauschgeschäfte nach. Beide sind reguliert; viele Einsteiger bevorzugen physische.
  5. Ertragsverwendung: Thesaurierend oder ausschüttend – mehr dazu unten.
  6. Sparplanfähigkeit: Prüfe, ob dein Depot den ETF als kostenlosen Sparplan anbietet.

Jeder ETF hat eine eindeutige Kennnummer, die ISIN. Mit ihr findest du ihn in jedem Depot.

Was kostet ein ETF?

Die laufenden Kosten heißen TER (Total Expense Ratio). Sie werden automatisch vom Fondsvermögen abgezogen, du zahlst sie also nicht separat. Für Welt-ETFs liegt die TER meist zwischen 0,1 und 0,3 % pro Jahr. Bei 10.000 € Anlage sind das 10 bis 30 € im Jahr.

Dazu kommen beim Depot eventuell Kosten pro Sparplan-Ausführung – viele Anbieter verlangen dafür heute nichts mehr. Beim Kauf über die Börse fallen außerdem ein kleiner Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs (Spread) und gegebenenfalls Ordergebühren an.

Ausschüttend oder thesaurierend?

Ausschüttende ETFs zahlen dir die Dividenden aufs Konto. Thesaurierende ETFs legen sie automatisch wieder an. Für den Vermögensaufbau ist thesaurierend meist bequemer, weil der Zinseszinseffekt ohne dein Zutun wirkt. Wer regelmäßige Auszahlungen möchte, etwa im Ruhestand, greift eher zu ausschüttenden ETFs.

Steuerlich ist der Unterschied geringer, als viele denken: Auch bei thesaurierenden ETFs fällt durch die Vorabpauschale jährlich ein kleiner Teil der Steuer an.

Sparplan oder Einmalanlage?

Mit einem Sparplan investierst du jeden Monat einen festen Betrag. Bei fallenden Kursen bekommst du automatisch mehr Anteile, bei steigenden weniger. Dieser Durchschnittskosteneffekt nimmt dir die Sorge um den richtigen Zeitpunkt ab.

Hast du bereits einen größeren Betrag, etwa eine Erbschaft, zeigt die Statistik: Eine sofortige Einmalanlage hat in der Vergangenheit meistens besser abgeschnitten, weil das Geld länger investiert ist. Wer Angst vor einem schlechten Einstiegszeitpunkt hat, kann den Betrag auch über sechs bis zwölf Monate verteilt anlegen.

Rechenbeispiel

Wer 25 Jahre lang 150 € im Monat investiert und 1.000 € Startkapital mitbringt, zahlt insgesamt 46.000 € ein. Bei angenommenen 6 % Rendite pro Jahr können daraus rund 105.700 € werden – vor Steuern, Kosten und Inflation, ohne Garantie. Rechne deine eigenen Zahlen mit unserem Sparplan-Rechner durch.

In 4 Schritten zum ersten Sparplan

  1. Notgroschen prüfen: Investiere nur Geld, das du in den nächsten Jahren nicht brauchst. Drei bis sechs Monatsausgaben sollten auf dem Tagesgeld liegen.
  2. Depot eröffnen: Online dauert das rund 15 Minuten, inklusive Identifizierung per Video oder App. Achte auf kostenlose Sparpläne und eine große ETF-Auswahl.
  3. ETF auswählen: Suche nach einem Welt-ETF und vergleiche TER, Fondsgröße und Replikation anhand der Kriterien oben.
  4. Sparplan anlegen: Betrag und Ausführungstag festlegen, zum Beispiel zwei Tage nach dem Gehaltseingang. Erteile außerdem einen Freistellungsauftrag.

Drei Beispiel-Portfolios

Wie du deine ETFs kombinierst, hängt davon ab, wie viel Aufwand du betreiben möchtest und wie stark dein Depot schwanken darf. Die folgenden Beispiele sind Illustrationen, keine Empfehlungen:

PortfolioAufteilungFür wen
Ein-ETF-Lösung100 % Welt-ETF (FTSE All-World oder MSCI ACWI)Einsteiger, die es möglichst einfach wollen
Klassiker 70/3070 % MSCI World, 30 % MSCI Emerging MarketsWer Industrie- und Schwellenländer selbst gewichten möchte
Mit Sicherheitsbausteinz. B. 70 % Welt-ETF, 30 % Tagesgeld oder Anleihen-ETFWer weniger Schwankung möchte oder kürzer anlegt

Der sichere Anteil bestimmt, wie stark dein Gesamtvermögen in einem Crash fällt. Ein Depot aus 70 % Aktien und 30 % Tagesgeld verliert bei einem Aktieneinbruch von 40 % insgesamt etwa 28 % – deutlich leichter auszuhalten. Dafür fällt die langfristige Rendite geringer aus. Eine gängige Faustregel: Lege nur so viel in Aktien an, dass du einen Rückgang um die Hälfte durchstehen würdest, ohne zu verkaufen.

Rebalancing

Mit der Zeit verschiebt sich die Aufteilung, weil sich die Bausteine unterschiedlich entwickeln. Einmal im Jahr kannst du prüfen, ob du noch nah an deiner Zielaufteilung bist. Am einfachsten gleichst du Abweichungen über die Sparrate aus: Du besparst einfach den Baustein stärker, der zurückgefallen ist. So musst du nichts verkaufen und vermeidest Steuern.

Was tun, wenn die Börse crasht?

Irgendwann wird dein Depot deutlich im Minus stehen. Das ist keine Frage des Ob, sondern des Wann. Wer weiß, was dann zu tun ist, trifft bessere Entscheidungen als jemand, der von der Situation überrascht wird.

  1. Nicht verkaufen: Solange du nicht verkaufst, sind Verluste nur auf dem Papier. Breit gestreute Weltindizes haben sich in der Vergangenheit nach jedem Crash wieder erholt, wenn auch manchmal erst nach mehreren Jahren.
  2. Sparplan weiterlaufen lassen: In fallenden Märkten kaufst du für dasselbe Geld mehr Anteile. Diese Anteile tragen später besonders stark zur Rendite bei.
  3. Seltener ins Depot schauen: Schlechte Nachrichten verstärken den Impuls zu handeln. Eine App-Pause hilft oft mehr als jede Analyse.
  4. Notgroschen statt Depot nutzen: Unerwartete Ausgaben zahlst du aus der Rücklage, nicht durch Verkäufe.

Ein Blick auf 2020 zeigt, wie schnell sich die Lage drehen kann: Im März fielen die Weltbörsen innerhalb weniger Wochen um rund ein Drittel, bis Ende des Jahres hatten viele Weltindizes die Verluste wieder aufgeholt. Nach der Finanzkrise 2008 dauerte die Erholung dagegen mehrere Jahre. Wie lange ein Tief anhält, weiß niemand vorher.

Die häufigsten Anfängerfehler

  • In Panik verkaufen: Kurseinbrüche gehören dazu. Wer verkauft, macht Buchverluste zu echten Verlusten.
  • Zu viele ETFs: Fünf ETFs, die sich stark überschneiden, bringen keine bessere Streuung, nur mehr Aufwand.
  • Trends hinterherlaufen: Branchen-ETFs auf gerade angesagte Themen sind oft teuer und schwanken stark.
  • Ständig ins Depot schauen: Tägliche Kursbewegungen verleiten zu unnötigen Entscheidungen. Einmal im Quartal reicht.
  • Den Freistellungsauftrag vergessen: Ohne ihn zieht die Bank Steuern ab, die du dir erst über die Steuererklärung zurückholen kannst.

Welche Risiken gibt es?

Aktien-ETFs schwanken. In Krisen können sie zeitweise 30 bis 50 % an Wert verlieren, wie 2008 oder kurz im März 2020. Wer in dieser Phase verkauft, macht den Verlust endgültig. Wer weiter spart, kauft günstig nach. Historisch haben sich breit gestreute Aktienmärkte nach Krisen wieder erholt – eine Garantie für die Zukunft ist das aber nicht.

Wichtig

Investiere nur Geld, das du mindestens zehn Jahre entbehren kannst. Vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft.

Wie werden ETFs besteuert?

Gewinne und Ausschüttungen unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bei Aktien-ETFs sind 30 % der Erträge steuerfrei (Teilfreistellung), weil auf Fondsebene bereits Steuern gezahlt wurden.

Pro Jahr bleiben 1.000 € Kapitalerträge steuerfrei, für Paare 2.000 €, wenn du deiner Bank einen Freistellungsauftrag erteilst. Bei thesaurierenden ETFs wird zu Jahresbeginn die Vorabpauschale fällig – eine Art vorgezogene Steuer auf einen fiktiven Mindestertrag. Sie wird beim späteren Verkauf angerechnet, du zahlst also nicht doppelt.

Begriffe kurz erklärt

ISIN
Zwölfstellige Kennnummer, mit der jedes Wertpapier eindeutig gefunden werden kann.
TER
Laufende jährliche Kosten eines Fonds in Prozent des Fondsvermögens.
Tracking Difference
Tatsächliche Abweichung der ETF-Rendite von der Indexrendite über ein Jahr.
Thesaurierend
Erträge werden automatisch im Fonds wieder angelegt.
Replikation
Die Methode, mit der ein ETF seinen Index nachbildet – physisch durch Kauf der Aktien oder synthetisch über Tauschgeschäfte.
Spread
Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs an der Börse.

Häufige Fragen

Wie viel sollte ich monatlich in einen ETF investieren?

So viel, wie nach Fixkosten, Notgroschen und Lebenshaltung übrig bleibt, ohne dass es weh tut. Mit unserem Sparplan-Rechner siehst du, was aus verschiedenen Beträgen werden kann.

Ist jetzt ein guter Zeitpunkt zum Einstieg?

Den perfekten Zeitpunkt kennt niemand. Ein Sparplan nimmt dir diese Entscheidung ab: Du kaufst jeden Monat, mal teurer, mal günstiger.

Kann ich meinen Sparplan pausieren?

Ja. Bei den meisten Anbietern kannst du den Sparplan jederzeit ändern, aussetzen oder beenden und deine Anteile verkaufen.

Kann ein ETF pleitegehen?

Ein ETF ist Sondervermögen und von der Fondsgesellschaft getrennt. Wird ein ETF geschlossen, wird er entweder mit einem anderen zusammengelegt oder das Geld wird dir zum aktuellen Wert ausgezahlt.

Was passiert mit meinem ETF, wenn ich sterbe?

Die Anteile gehören zum Nachlass und gehen an die Erben über. Die Bank löst das Depot nicht automatisch auf; die Erben können die Anteile behalten oder verkaufen.

Brauche ich mehrere ETFs?

Für den Anfang nicht. Ein Welt-ETF ist bereits breit gestreut. Weitere ETFs lohnen sich erst, wenn du bewusst eine bestimmte Aufteilung erreichen willst.

Quellen: Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Verbraucherzentrale, Factsheets der Indexanbieter MSCI und FTSE Russell, Investmentsteuergesetz (Teilfreistellung, Vorabpauschale). Rechenbeispiel mit monatlicher Verzinsung. Keine Anlageberatung.