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Tagesgeld-Vergleich: Die besten Zinsen im Überblick

Ein Tagesgeldkonto ist der beste Ort für deinen Notgroschen: sicher, täglich verfügbar und verzinst. Doch die Zinsen unterscheiden sich stark. Hier erfährst du, worauf es beim Vergleich ankommt und wie du dauerhaft gute Zinsen bekommst.

Dein FahrplanSchritt 2 von 7: Notgroschen aufbauen

Auf einen Blick

  1. Tagesgeld ist täglich verfügbar, verzinst und bis 100.000 € pro Bank gesetzlich abgesichert.
  2. Der Zins ist variabel und folgt meist den Leitzinsen der EZB.
  3. Hohe Neukundenzinsen gelten oft nur für wenige Monate. Achte auch auf den Zins danach.
  4. Zinsen unterliegen der Abgeltungsteuer. Ein Freistellungsauftrag hält bis 1.000 € im Jahr steuerfrei.
  5. Aufs Tagesgeld gehören Notgroschen und kurzfristige Sparziele – nicht dein gesamtes Vermögen.
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Was der Zins ausmachtDieselben 10.000 €, ganz unterschiedliche Erträge.
Girokonto0 % Zins0 €Tagesgeld0,5 % Zins50 €Tagesgeld2,5 % Zins250 €

Zinsen pro Jahr auf 10.000 € Notgroschen, vor Steuern. Die Zinssätze sind Beispiele.

Deine Strategie in drei Zügen

Dein nächster Zug

  1. 1

    Bedarf klären

    Lege fest, wie viel Geld du kurzfristig verfügbar brauchst.

  2. 2

    Bank auswählen

    Vergleiche Zins, Zinsgarantie und Einlagensicherung, nicht nur den Lockzins.

  3. 3

    Zins im Blick behalten

    Prüfe zweimal im Jahr, ob dein Zins noch mithalten kann.

Schritt 2 von 7 im Finanz-Fahrplan: Notgroschen aufbauen.

Ausführlicher Ratgeber7 Min. Lesezeit · 11 Abschnitte mit Beispielen, Begriffen und Fragen

Was ist ein Tagesgeldkonto?

Ein Tagesgeldkonto ist ein verzinstes Sparkonto ohne feste Laufzeit. Du kannst jederzeit Geld einzahlen und abheben, meist über ein hinterlegtes Referenzkonto – in der Regel dein Girokonto. Zahlungen direkt vom Tagesgeldkonto an Dritte, etwa Lastschriften oder Kartenzahlungen, sind meist nicht möglich. Genau das macht es zum idealen Ort für Rücklagen: Das Geld ist schnell verfügbar, aber nicht so griffbereit wie auf dem Girokonto.

Die Bank zahlt Zinsen auf das Guthaben, meist monatlich oder vierteljährlich. Der Zinssatz ist variabel und kann sich jederzeit ändern – nach oben wie nach unten. Er orientiert sich stark an den Leitzinsen der Europäischen Zentralbank.

Darauf kommt es beim Vergleich an

KriteriumWorauf du achten solltest
ZinssatzWie hoch ist der Zins – auch nach Ablauf eines Aktionszeitraums?
ZinsgarantieWie lange ist der Zins garantiert, und bis zu welchem Betrag?
EinlagensicherungIn welchem Land sitzt die Bank, und welche Sicherung gilt?
ZinsgutschriftMonatlich, vierteljährlich oder jährlich? Häufiger ist besser.
KostenKontoführung sollte kostenlos sein.
SteuerabzugFührt die Bank die Abgeltungsteuer automatisch ab und akzeptiert einen Freistellungsauftrag?
BedingungenGilt der Zins nur für Neukunden, nur bis zu einem Höchstbetrag oder nur in Verbindung mit einem Girokonto?

Neukundenaktionen und Zinshopping

Viele Banken werben mit besonders hohen Zinsen für Neukunden. Diese gelten aber meist nur für einige Monate und oft nur bis zu einem bestimmten Betrag. Danach fällt der Zins häufig deutlich unter das Marktniveau. Zwei Strategien bieten sich an:

  • Zinshopping: Du wechselst nach Ablauf der Aktion zur nächsten Bank mit Neukundenangebot. Das bringt die höchsten Zinsen, erfordert aber Aufwand: Kontoeröffnung, Identifizierung, Freistellungsauftrag, Überweisung.
  • Dauerhaft solide Bank: Du wählst eine Bank, die ohne Aktionen dauerhaft gute Zinsen zahlt, und prüfst den Zins einmal im Jahr. Etwas weniger Ertrag, deutlich weniger Aufwand.
Was der Zinsunterschied ausmacht

Bei 10.000 € Notgroschen bringt ein Zins von 2,5 % rund 250 € im Jahr, ein Zins von 0,5 % nur 50 €. Auf dem Girokonto ohne Zinsen sind es null. Ein Vergleich lohnt sich also – besonders bei größeren Beträgen.

Wie sicher ist Tagesgeld?

Guthaben auf Tagesgeldkonten sind in der EU durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt. Bei Gemeinschaftskonten gilt der Schutz für jeden Inhaber. Bei Banken aus anderen EU-Ländern greift die Sicherung des jeweiligen Heimatlands. Mehr dazu im Ratgeber Einlagensicherung.

Über Zinsplattformen kannst du Tagesgeld bei verschiedenen europäischen Banken mit einem einzigen Konto anlegen. Das ist bequem, das Geld liegt aber tatsächlich bei der jeweiligen Partnerbank, deren Einlagensicherung gilt.

Steuern auf Tagesgeldzinsen

Zinsen sind Kapitalerträge und unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person und Jahr (2.000 € bei Zusammenveranlagung) bleiben sie steuerfrei, wenn du der Bank einen Freistellungsauftrag erteilst. Verteile deinen Freibetrag sinnvoll auf alle Banken und Depots.

Bei manchen ausländischen Banken wird keine Steuer automatisch abgeführt. Dann musst du die Zinsen in der Steuererklärung angeben (Anlage KAP).

Wie viel Geld gehört aufs Tagesgeld?

Tagesgeld ist der richtige Ort für:

  • deinen Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben,
  • Sparziele für die nächsten ein bis drei Jahre, etwa Urlaub, Auto oder Umzug,
  • Geld, das du gerade parkst, bis du eine Entscheidung triffst.

Für langfristiges Vermögen ist Tagesgeld weniger geeignet: Die Zinsen liegen auf lange Sicht oft nur knapp über oder sogar unter der Inflation. Was du mindestens zehn Jahre nicht brauchst, gehört eher in einen breit gestreuten ETF-Sparplan.

So eröffnest du ein Tagesgeldkonto

  1. Anbieter wählen: Nach Zins, Sicherheit und Bedingungen vergleichen.
  2. Online beantragen: Persönliche Daten, Steuer-ID und Referenzkonto angeben.
  3. Identifizieren: Per Video-Chat, App mit Ausweisfunktion oder in einer Postfiliale.
  4. Freistellungsauftrag erteilen: Direkt bei Eröffnung oder später online.
  5. Geld überweisen: Vom Referenzkonto aufs Tagesgeld, am besten per Dauerauftrag.

Unsere Vergleichsmethodik

Wir bewerten Tagesgeldkonten nach festen Kriterien: Höhe des Zinses mit und ohne Aktion, Dauer der Zinsgarantie, Einlagensicherung und Sitzland, Häufigkeit der Zinsgutschrift, Steuerabzug sowie Bedingungen. Ob ein Anbieter uns eine Provision zahlt, hat keinen Einfluss auf die Reihenfolge. Mehr dazu auf der Seite So verdienen wir Geld.

Tagesgeld oder Geldmarkt-ETF?

Als Alternative zum Tagesgeld werden immer häufiger Geldmarkt-ETFs genannt. Sie investieren in sehr kurzfristige Anlagen und bringen eine Rendite, die den Kurzfristzinsen folgt. Vorteile: keine Zinsaktionen, kein Kontowechsel, als Sondervermögen geschützt. Nachteile: Ordergebühren, laufende Kosten, und der Kauf läuft über ein Depot. Für den Notgroschen bleibt Tagesgeld die einfachere Lösung, weil das Geld direkt verfügbar und bis 100.000 € gesetzlich abgesichert ist.

Begriffe kurz erklärt

Tagesgeld
Verzinstes Konto ohne feste Laufzeit, täglich verfügbar.
Referenzkonto
Girokonto, über das Ein- und Auszahlungen laufen.
Zinsgarantie
Zusage, den Zins für einen bestimmten Zeitraum nicht zu senken.
Neukundenzins
Erhöhter Aktionszins, der nur für neue Kunden und begrenzte Zeit gilt.
Freistellungsauftrag
Auftrag an die Bank, Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei auszuzahlen.
Zinsplattform
Vermittler für Tages- und Festgeld bei verschiedenen Banken.

Häufige Fragen

Kann ich ein Tagesgeldkonto für mein Kind eröffnen?

Ja, viele Banken bieten Tagesgeldkonten für Minderjährige an, die von den Eltern eröffnet werden. Das Kind kann dann seinen eigenen Sparerpauschbetrag nutzen.

Gibt es Tagesgeld ohne Referenzkonto?

Kaum. Fast alle Banken verlangen ein Referenzkonto auf deinen Namen. Das ist ein Sicherheitsmerkmal, weil Geld nur dorthin ausgezahlt werden kann.

Was passiert mit meinem Tagesgeld, wenn die Zinsen auf null fallen?

Dann bekommst du keine Zinsen mehr, das Guthaben bleibt aber erhalten. Negative Zinsen für Privatkunden waren in der Vergangenheit nur bei hohen Beträgen und bestimmten Banken üblich.

Wie oft kann ich Geld abheben?

In der Regel so oft du willst, ohne Kosten. Das Geld wird aufs Referenzkonto überwiesen und ist meist am nächsten Bankarbeitstag verfügbar, bei Echtzeitüberweisung sofort.

Kann die Bank den Zins jederzeit senken?

Ja, ohne Zinsgarantie kann sich der Zins jederzeit ändern. Die Bank muss dich darüber informieren. Wenn der Zins nicht mehr konkurrenzfähig ist, kannst du jederzeit wechseln.

Tagesgeld oder Festgeld?

Tagesgeld für Geld, das du jederzeit brauchen könntest, Festgeld für Beträge mit klarem Zeitpunkt. Mehr im Festgeld-Vergleich.

Wie viele Tagesgeldkonten sollte ich haben?

Eines reicht für die meisten. Ein zweites kann sinnvoll sein, um Sparziele zu trennen oder mehr als 100.000 € auf mehrere Banken zu verteilen.

Quellen: Einlagensicherungsgesetz, Deutsche Bundesbank (Zinsstatistik), Einkommensteuergesetz (Abgeltungsteuer, Sparerpauschbetrag), Verbraucherzentrale. Keine Anlageberatung.