Auf einen Blick
- Beim Festgeld legst du einen Betrag für eine feste Laufzeit zu einem garantierten Zins an.
- Vor Ablauf der Laufzeit kommst du in der Regel nicht an dein Geld.
- Festgeld ist in der EU bis 100.000 € pro Bank und Kunde gesetzlich abgesichert.
- Es lohnt sich, wenn der Festgeldzins spürbar über dem Tagesgeldzins liegt und du das Geld sicher nicht brauchst.
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Jedes Jahr wird ein Festgeld fällig und kann neu für vier Jahre angelegt werden.
Dein nächster Zug
- 1
Zeitpunkt festlegen
Bestimme, wann du das Geld sicher wieder brauchst.
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Laufzeit passend wählen
Wähle eine Laufzeit, die zu diesem Zeitpunkt passt, oder staffle mehrere.
- 3
Fälligkeit notieren
Trage das Laufzeitende ein, damit das Geld nicht still zu schlechteren Zinsen weiterläuft.
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Was ist Festgeld?
Festgeld ist eine Geldanlage bei einer Bank mit fester Laufzeit und festem Zins. Typische Laufzeiten reichen von drei Monaten bis zu zehn Jahren. Du legst einmal einen Betrag an, die Bank zahlt dir am Ende – oder bei längeren Laufzeiten teils jährlich – die vereinbarten Zinsen. Während der Laufzeit ändert sich der Zins nicht, egal was am Zinsmarkt passiert.
Damit unterscheidet sich Festgeld vom Tagesgeld: Dort kannst du jederzeit über dein Geld verfügen, der Zins kann sich aber jederzeit ändern.
Festgeld oder Tagesgeld?
| Tagesgeld | Festgeld | |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit | täglich | erst nach Ablauf der Laufzeit |
| Zins | variabel | fest für die gesamte Laufzeit |
| Sicherheit | Einlagensicherung bis 100.000 € | Einlagensicherung bis 100.000 € |
| Geeignet für | Notgroschen, kurzfristige Ziele | Planbare Ziele in 1 bis 5 Jahren |
Festgeld lohnt sich vor allem in zwei Situationen: wenn die Zinsen für längere Laufzeiten deutlich höher sind als beim Tagesgeld, oder wenn du erwartest, dass die Zinsen sinken und dir das aktuelle Niveau sichern willst. Erwartest du steigende Zinsen, ist Tagesgeld flexibler.
Geld, das du im Notfall sofort brauchst, gehört aufs Tagesgeld. Festgeld lässt sich in der Regel nicht vorzeitig kündigen.
Die Festgeld-Leiter
Mit einer Festgeld-Leiter verbindest du höhere Zinsen langer Laufzeiten mit regelmäßiger Verfügbarkeit. Du teilst dein Geld auf mehrere Festgelder mit unterschiedlichen Laufzeiten auf.
Sophie möchte 20.000 € sicher anlegen. Sie verteilt sie auf vier Festgelder zu je 5.000 € mit einem, zwei, drei und vier Jahren Laufzeit. Jedes Jahr wird ein Festgeld fällig. Braucht sie das Geld nicht, legt sie es wieder für vier Jahre an. Nach dem Aufbau läuft jedes Jahr ein Teil aus, und alle Gelder profitieren vom höheren Zins der langen Laufzeit.
Wie sicher ist Festgeld?
Festgeld ist durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank geschützt. Bei Gemeinschaftskonten gilt der Schutz für jeden Kontoinhaber. Bei Banken aus anderen EU-Ländern greift die Einlagensicherung des jeweiligen Heimatlands – deren Leistungsfähigkeit hängt auch von der finanziellen Lage dieses Landes ab. Viele Anleger achten deshalb auf das Länderrating.
Über Zinsplattformen kannst du mit einem einzigen Konto Festgelder bei verschiedenen europäischen Banken anlegen. Das ist bequem, doch die Einlagensicherung richtet sich immer nach der Bank, bei der das Geld tatsächlich liegt. Mehr dazu im Ratgeber zur Einlagensicherung.
Wie werden Festgeldzinsen besteuert?
Zinsen unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Person und Jahr bleiben sie steuerfrei, wenn du einen Freistellungsauftrag erteilst.
Achtung bei mehrjährigen Festgeldern, die die Zinsen erst am Ende auszahlen: Dann fallen alle Zinsen in einem einzigen Jahr an und können den Sparerpauschbetrag übersteigen. Festgelder mit jährlicher Zinsauszahlung verteilen die Zinsen gleichmäßiger. Bei ausländischen Banken gibt es teils keinen automatischen Steuerabzug; dann musst du die Zinsen in der Steuererklärung angeben.
Worauf du beim Vergleich achten solltest
- Zins und Laufzeit: Passt die Laufzeit wirklich zu deinem Ziel?
- Zinsauszahlung: Jährlich oder am Ende? Mit oder ohne Zinseszins?
- Einlagensicherung: In welchem Land sitzt die Bank?
- Automatische Verlängerung: Manche Banken verlängern das Festgeld ohne Weisung zum dann gültigen Zins.
- Mindest- und Höchstanlage: Nicht jeder Betrag ist bei jeder Bank möglich.
- Steuerabzug: Führt die Bank die Steuer automatisch ab?
Festgeld, Anleihen oder Geldmarkt-ETF?
Für sicheres Geld mit mittlerem Horizont gibt es neben Festgeld weitere Möglichkeiten:
| Festgeld | Bundesanleihen | Geldmarkt-ETF | |
|---|---|---|---|
| Sicherheit | Einlagensicherung bis 100.000 € | Bonität des Bundes | Sondervermögen, sehr kurzlaufende Anlagen |
| Zins | fest | fest bis Fälligkeit | folgt den Kurzfristzinsen |
| Verfügbarkeit | erst nach Laufzeit | börsentäglich, mit Kursrisiko | börsentäglich |
| Kosten | keine | Ordergebühren | laufende Fondskosten, Ordergebühren |
Festgeld ist die einfachste Lösung, Anleihen und Geldmarkt-ETFs bieten mehr Flexibilität. Für Beträge über 100.000 € oder für Anleger, die ihr Geld im Depot bündeln wollen, können die Alternativen interessant sein.
Wann lohnen lange Laufzeiten?
Normalerweise gibt es für längere Laufzeiten höhere Zinsen – als Ausgleich dafür, dass du dein Geld länger bindest. Es gibt aber Phasen, in denen kurze Laufzeiten genauso viel oder sogar mehr bringen. Das passiert oft, wenn die Märkte sinkende Zinsen erwarten.
- Erwartest du sinkende Zinsen, sichert dir eine längere Laufzeit das aktuelle Niveau.
- Erwartest du steigende Zinsen, bleibst du mit kurzen Laufzeiten oder Tagesgeld flexibel.
- Weißt du es nicht – was der Normalfall ist –, verteilt eine Festgeld-Leiter das Risiko.
Bei 10.000 € Festgeld zu 3 % über drei Jahre bekommst du bei jährlicher Auszahlung 3 × 300 € = 900 €. Werden die Zinsen mitverzinst und erst am Ende gezahlt, sind es rund 927 € – dafür fallen sie steuerlich komplett im letzten Jahr an.
Begriffe kurz erklärt
- Laufzeit
- Zeitraum, für den das Geld fest angelegt ist.
- Zinsthesaurierung
- Zinsen werden nicht ausgezahlt, sondern mitverzinst und erst am Ende gutgeschrieben.
- Referenzkonto
- Dein Girokonto, auf das Zinsen und Rückzahlung überwiesen werden.
- Zinsplattform
- Vermittler, über den du Festgelder bei verschiedenen Banken mit einem Konto anlegen kannst.
- Länderrating
- Bonitätsnote eines Staates. Sie zeigt, wie belastbar die Einlagensicherung im Ernstfall sein dürfte.
In fünf Schritten zum Festgeld
- Betrag und Ziel festlegen: Wofür brauchst du das Geld, und wann?
- Laufzeit wählen: Passend zum Ziel, mit etwas Puffer.
- Angebote vergleichen: Zins, Einlagensicherung, Zinsauszahlung, Steuerabzug.
- Konto eröffnen: Meist online mit Identifizierung per Video oder App.
- Geld überweisen und Fälligkeit notieren: So entscheidest du rechtzeitig, was danach mit dem Geld passiert.
Häufige Fragen
Wie viel meines Ersparten sollte ich als Festgeld anlegen?
Nur das Geld, das du für einen planbaren Zweck in einigen Jahren brauchst und bis dahin sicher nicht anfassen musst. Der Notgroschen gehört aufs Tagesgeld, langfristiges Vermögen eher in einen ETF-Sparplan.
Kann ich Festgeld gemeinsam mit meinem Partner anlegen?
Ja, viele Banken bieten Gemeinschaftskonten an. Die Einlagensicherung gilt dann für jeden Kontoinhaber, also bis 200.000 € für zwei Personen.
Eignet sich Festgeld für Kinder?
Für Geld, das in wenigen Jahren gebraucht wird, etwa für den Führerschein, ja. Für einen Zeitraum von zehn Jahren und mehr bringt ein ETF-Sparplan meist deutlich mehr.
Kann ich Festgeld vorzeitig kündigen?
In der Regel nicht. Einige Banken erlauben eine vorzeitige Verfügung in Härtefällen, meist mit Zinsverlust. Plane die Laufzeit deshalb vorsichtig.
Was passiert am Ende der Laufzeit?
Das Geld wird samt Zinsen auf dein Referenz- oder Verrechnungskonto überwiesen, sofern du keine Verlängerung vereinbart hast.
Ist Festgeld besser als Anleihen?
Festgeld ist bis 100.000 € gesetzlich abgesichert und unterliegt keinen Kursschwankungen. Anleihen können vor Fälligkeit verkauft werden, schwanken dafür aber im Kurs. Für planbare kurzfristige Ziele ist Festgeld einfacher.
Quellen: Einlagensicherungsgesetz, Deutsche Bundesbank (Zinsstatistik), Einkommensteuergesetz (Abgeltungsteuer, Sparerpauschbetrag), Verbraucherzentrale. Keine Anlageberatung.