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Wie sicher ist mein Geld auf der Bank? Die Einlagensicherung

Guthaben auf Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten sind in der EU bis 100.000 € pro Kunde und Bank gesetzlich geschützt. Hier erfährst du, wie die Sicherung funktioniert und wo ihre Grenzen liegen.

Dein FahrplanSchritt 2 von 7: Notgroschen aufbauen

Auf einen Blick

  1. Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Guthaben bis 100.000 € pro Kunde und Bank.
  2. Bei Gemeinschaftskonten gilt der Schutz für jeden Inhaber, also bis 200.000 € für zwei Personen.
  3. Im Entschädigungsfall wird das Geld innerhalb von sieben Arbeitstagen ausgezahlt.
  4. Wertpapiere im Depot sind nicht Teil der Einlagensicherung – sie sind als Sondervermögen ohnehin geschützt.
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So viel ist pro Bank geschütztGesetzliche Einlagensicherung
Einzelkontopro Kunde100.000 €Gemeinschafts-konto, zwei Personen200.000 €

Wertpapiere im Depot sind als Sondervermögen ohnehin geschützt.

Deine Strategie in drei Zügen

Dein nächster Zug

  1. 1

    Bank prüfen

    Finde heraus, in welchem Land deine Bank sitzt und welche Sicherung greift.

  2. 2

    Grenze beachten

    Halte pro Bank höchstens 100.000 € an Einlagen.

  3. 3

    Informationsbogen lesen

    Jede Bank muss ihn bereitstellen. Er zeigt dir, wer im Ernstfall zahlt.

Schritt 2 von 7 im Finanz-Fahrplan: Notgroschen aufbauen.

Ausführlicher Ratgeber7 Min. Lesezeit · 13 Abschnitte mit Beispielen, Begriffen und Fragen

Was ist die Einlagensicherung?

Banken arbeiten mit dem Geld ihrer Kunden, etwa indem sie Kredite vergeben. Geht eine Bank pleite, könnten Sparer ihr Geld verlieren. Um das zu verhindern, gibt es in allen EU-Ländern eine einheitliche gesetzliche Einlagensicherung. Die Banken zahlen dafür in einen Fonds ein, aus dem Kunden im Ernstfall entschädigt werden.

In Deutschland ist das im Einlagensicherungsgesetz geregelt. Für private Banken ist die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken zuständig, für öffentliche Banken eine eigene Einrichtung. Sparkassen und Genossenschaftsbanken schützen ihre Kunden über eigene Sicherungssysteme, die verhindern sollen, dass ein Institut überhaupt zahlungsunfähig wird.

Was ist geschützt – und was nicht?

Geschützt bis 100.000 €Nicht von der Einlagensicherung erfasst
GirokontoWertpapiere im Depot (aber als Sondervermögen geschützt)
TagesgeldZertifikate und Anleihen der Bank selbst
FestgeldBargeld im Schließfach (Eigentum des Kunden, nicht Einlage)
Sparbuch und SparbriefGeld bei Zahlungsdienstleistern ohne Banklizenz

Wichtig: Kryptowährungen auf Handelsplattformen und Guthaben bei manchen Zahlungsdiensten sind keine Bankeinlagen. Ob eine Einlagensicherung greift, hängt davon ab, ob das Geld tatsächlich bei einer Bank mit Lizenz liegt.

Was passiert bei einer Bankpleite?

  1. Die BaFin stellt den Entschädigungsfall fest.
  2. Die zuständige Sicherungseinrichtung ermittelt die Guthaben der Kunden.
  3. Kunden werden in der Regel ohne eigenen Antrag innerhalb von sieben Arbeitstagen bis 100.000 € entschädigt.
  4. Darüber hinausgehende Beträge können über freiwillige Sicherungseinrichtungen oder das Insolvenzverfahren zurückfließen – ohne Garantie.

Erhöhter Schutz in Sonderfällen

Wer kurzfristig einen hohen Betrag auf dem Konto hat, etwa nach einem Hausverkauf, einer Erbschaft oder einer Abfindung, ist in bestimmten Fällen besonders geschützt: Solche Einlagen sind für sechs Monate bis zu 500.000 € gesichert. Voraussetzung ist, dass das Geld aus einem der gesetzlich genannten Anlässe stammt.

Zusätzlich sichern viele private Banken die Einlagen ihrer Kunden über den freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands deutlich über die gesetzliche Grenze hinaus ab. Die Sicherungsgrenze dieses Fonds wird schrittweise abgesenkt. Aktuelle Sicherungsgrenze vor Veröffentlichung prüfen. Einen Rechtsanspruch auf diese freiwillige Sicherung gibt es nicht.

Ausländische Banken

Viele Tagesgeld- und Festgeldangebote mit hohen Zinsen stammen von Banken aus anderen EU-Ländern, oft vermittelt über Zinsplattformen. Auch dort gilt die EU-weite Einlagensicherung bis 100.000 €. Sie wird aber von der Sicherungseinrichtung des Heimatlands getragen. Gerät ein ganzes Land in Schwierigkeiten, kann die Auszahlung länger dauern oder schwieriger sein.

Praxistipp

Prüfe bei Angeboten ausländischer Banken das Sitzland und dessen Bonität. Viele Anleger beschränken sich auf Länder mit sehr gutem Rating oder bleiben bei größeren Beträgen bei Banken mit deutscher Einlagensicherung.

Und mein Depot?

Aktien, ETFs und Fonds in deinem Depot gehören dir. Die Bank verwahrt sie nur. Geht die Bank pleite, werden die Wertpapiere auf eine andere Bank übertragen – sie fallen nicht in die Insolvenzmasse. Das Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist dagegen eine normale Einlage und fällt unter die Einlagensicherung.

Hat eine Wertpapierfirma deine Papiere pflichtwidrig nicht ordnungsgemäß verwahrt, greift zusätzlich die gesetzliche Anlegerentschädigung: 90 % des Schadens, höchstens 20.000 €. Gegen Kursverluste schützt keine dieser Sicherungen.

So verteilst du größere Beträge

  • Über 100.000 €: Auf mehrere Banken verteilen, jeweils unter der Grenze.
  • Paare: Ein Gemeinschaftskonto ist bis 200.000 € gesichert.
  • Langfristiges Geld: Große Summen, die du nicht kurzfristig brauchst, müssen nicht auf Konten liegen. Wertpapiere im Depot sind als Sondervermögen unabhängig von der Bank geschützt.

Die Sicherungssysteme in Deutschland

BankengruppeGesetzliche SicherungZusätzlicher Schutz
Private BankenEntschädigungseinrichtung deutscher Banken, bis 100.000 €Freiwilliger Einlagensicherungsfonds des Bankenverbands
Sparkassen und LandesbankenInstitutssicherung, anerkannt als gesetzliches SicherungssystemZiel: Die Bank selbst wird vor der Insolvenz geschützt
Volks- und RaiffeisenbankenInstitutssicherung der genossenschaftlichen GruppeZiel: Die Bank selbst wird vor der Insolvenz geschützt
Öffentliche BankenEigene EntschädigungseinrichtungJe nach Institut

Bei der Institutssicherung stehen sich die Banken einer Gruppe gegenseitig bei, damit keine von ihnen zahlungsunfähig wird. Kunden bekommen dadurch im Idealfall gar nichts von einer Schieflage mit. Gesetzlich garantiert sind trotzdem auch hier 100.000 € pro Kunde.

Was in der Vergangenheit geschah

  • Finanzkrise 2008: Um einen Ansturm auf die Banken zu verhindern, erklärten Bundeskanzlerin und Finanzminister öffentlich, die Spareinlagen der Bürger seien sicher. Diese politische Zusage war ein Signal, aber kein einklagbarer Anspruch.
  • Pleite der Greensill Bank 2021: Privatkunden der Bremer Bank wurden über die gesetzliche und freiwillige Einlagensicherung entschädigt. Kommunen, die dort Geld angelegt hatten, waren dagegen nicht geschützt und verloren teils hohe Summen.

Die Beispiele zeigen: Die Einlagensicherung funktioniert für Privatkunden. Wer große Summen anlegt, sollte trotzdem auf die Grenzen achten und das Geld verteilen.

Der Informationsbogen für Einleger

Jede Bank muss dir vor Vertragsschluss und danach regelmäßig einen Informationsbogen für den Einleger zur Verfügung stellen. Darin steht, welches Sicherungssystem zuständig ist, bis zu welcher Höhe deine Einlagen geschützt sind und unter welcher Banklizenz die Bank auftritt. Ein Blick hinein beantwortet die meisten Fragen – besonders wichtig bei Banken, die unter mehreren Markennamen auftreten.

Begriffe kurz erklärt

Einlage
Guthaben auf einem Bankkonto, etwa Giro-, Tagesgeld- oder Festgeldkonto.
Entschädigungsfall
Feststellung der BaFin, dass eine Bank Einlagen nicht mehr zurückzahlen kann.
Institutssicherung
Sicherungssystem, das die Zahlungsunfähigkeit einer Bank verhindern soll.
Sondervermögen
Vermögen, das getrennt vom Vermögen der Bank verwahrt wird, etwa Wertpapiere im Depot.
Banklizenz
Erlaubnis der Aufsicht, Bankgeschäfte zu betreiben. Maßgeblich für die Höchstgrenze der Einlagensicherung.

Checkliste: So prüfst du deine Bank

  • Banklizenz: In der Unternehmensdatenbank der BaFin kannst du nachsehen, ob ein Anbieter eine Erlaubnis als Kreditinstitut hat.
  • Sicherungssystem: Im Informationsbogen für Einleger steht, welche Einrichtung zuständig ist.
  • Sitzland: Bei ausländischen Banken das Land und dessen Bonität prüfen.
  • Marken unter einer Lizenz: Treten mehrere Angebote unter derselben Lizenz auf, zählen sie zusammen.
  • Höhe deiner Einlagen: Alle Konten bei derselben Bank zusammenrechnen und mit 100.000 € vergleichen.

Diese Prüfung dauert wenige Minuten und gibt dir Gewissheit, dass dein Geld dort liegt, wo es geschützt ist.

Häufige Fragen

Ist Geld auf einem Tagesgeldkonto bei einer Neobank geschützt?

Ja, wenn die Neobank selbst eine Banklizenz hat oder das Geld bei einer Partnerbank mit Lizenz liegt. Dann gilt die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €. Im Informationsbogen für Einleger steht, welche Bank zuständig ist.

Gilt die Einlagensicherung auch für Geschäftskonten?

Ja, für Einlagen von Unternehmen und Selbstständigen gilt grundsätzlich derselbe gesetzliche Schutz bis 100.000 € pro Einleger und Bank. Ausgenommen sind unter anderem Banken, Versicherungen und staatliche Stellen.

Muss ich im Ernstfall selbst etwas tun?

In der Regel nicht. Die Entschädigung erfolgt ohne Antrag auf das Referenzkonto oder per Mitteilung. Halte trotzdem Kontoauszüge und Vertragsunterlagen griffbereit.

Gilt die Grenze pro Konto oder pro Bank?

Pro Kunde und Bank. Hast du bei derselben Bank ein Girokonto und ein Tagesgeldkonto, werden die Guthaben zusammengerechnet.

Was ist, wenn zwei Banken zur selben Gruppe gehören?

Entscheidend ist die Banklizenz. Treten zwei Marken unter derselben Lizenz auf, gilt die Grenze nur einmal. Das steht im Informationsbogen für Einleger, den jede Bank bereitstellen muss.

Sind Online-Banken genauso sicher?

Ja, sofern sie eine Banklizenz haben. Dann gilt dieselbe gesetzliche Einlagensicherung wie bei jeder Filialbank.

Quellen: Einlagensicherungsgesetz (§ 8 Deckungssumme und erhöhte Deckung, Auszahlungsfrist), Anlegerentschädigungsgesetz, BaFin, Entschädigungseinrichtung deutscher Banken, Bundesverband deutscher Banken (freiwillige Einlagensicherung).