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Kinderdepot: So legst du Geld für dein Kind an

Wer für sein Kind schon ab der Geburt monatlich einen kleinen Betrag anlegt, schenkt ihm zum 18. Geburtstag ein beachtliches Startkapital. Die wichtigste Entscheidung ist dabei nicht der ETF, sondern auf wessen Namen das Depot läuft. Hier erfährst du, welche Variante zu deiner Familie passt, wie die Steuern funktionieren und worauf du achten solltest.

Dein FahrplanSchritt 5 von 7: Investieren

Auf einen Blick

  1. Ein Kinderdepot läuft auf den Namen des Kindes. Das Geld gehört dem Kind, ab 18 kann es frei darüber verfügen.
  2. Steuerlich ist das Kinderdepot oft unschlagbar: Kinder haben eigene Freibeträge und zahlen häufig gar keine Steuern.
  3. Ein Depot auf den Namen der Eltern bietet mehr Kontrolle und Flexibilität, nutzt aber die Freibeträge des Kindes nicht.
  4. Schon 50 € im Monat in einem Welt-ETF können über 18 Jahre bei 5 % Rendite zu rund 17.500 € werden.
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  • Eingezahlt: 10.800 €
  • Ertrag: 6.700 €

Zusammen rund 17.500 €, vor Kosten. Keine Garantie.

Deine Strategie in drei Zügen

Dein nächster Zug

  1. 1

    Variante wählen

    Entscheide zwischen Kinderdepot, Elterndepot oder einer Mischung.

  2. 2

    Sparplan starten

    Ein breiter, thesaurierender Welt-ETF ab 25 € im Monat reicht.

  3. 3

    Steuern regeln

    Reiche Freistellungsauftrag oder NV-Bescheinigung ein.

Schritt 5 von 7 im Finanz-Fahrplan: Investieren.

Ausführlicher Ratgeber7 Min. Lesezeit · 10 Abschnitte mit Beispielen, Begriffen und Fragen

Kinderdepot oder Elterndepot?

Kinderdepot (Name des Kindes)Elterndepot (Name der Eltern)
EigentumGehört dem KindGehört den Eltern
Verfügung ab 18Das Kind entscheidet alleinDie Eltern entscheiden, wann und wie viel sie schenken
SteuernEigener Freibetrag des Kindes, oft steuerfreiFreibetrag der Eltern, der oft schon genutzt ist
Entnahme vor 18Nur für das Kind, nicht für den FamilienbedarfJederzeit
BAföGWird als Vermögen des Kindes angerechnetWird nicht dem Kind angerechnet

Viele Familien wählen eine Mischung: Ein kleiner Teil läuft im Kinderdepot, um die Steuervorteile zu nutzen, der Rest bleibt im Elterndepot als „Kindertopf“, über den die Eltern später entscheiden.

Steuern: Der große Vorteil des Kinderdepots

Kinder sind eigenständig steuerpflichtig. Sie haben einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 € und den Grundfreibetrag der Einkommensteuer. Solange ein Kind keine weiteren Einkünfte hat, können seine Kapitalerträge bis zur Summe beider Beträge steuerfrei bleiben. Dafür stellen die Eltern bei der Bank eine Nichtveranlagungsbescheinigung vom Finanzamt vor. Grundfreibetrag 2026 einsetzen.

Wichtig: Das Geld muss dem Kind wirklich geschenkt sein. Nutzen die Eltern das Depot wie ihr eigenes, kann das Finanzamt die Erträge den Eltern zurechnen.

Was aus kleinen Beträgen wird

Sparrate pro MonatEingezahlt in 18 JahrenErgebnis bei 6 % pro Jahr
25 €5.400 €rund 9.700 €
50 €10.800 €rund 19.400 €
100 €21.600 €rund 38.700 €

Die Rendite ist ein angenommener Durchschnittswert für einen breiten Aktien-ETF, keine Garantie. Bei vorsichtigeren 5 % werden aus 50 € im Monat rund 17.500 €. Den Betrag kannst du mit unserem Sparplan-Rechner selbst durchspielen.

So eröffnest du ein Kinderdepot

  1. Anbieter wählen: Achte auf kostenlose Depotführung und Sparpläne ab kleinen Beträgen.
  2. Unterlagen bereithalten: Geburtsurkunde, Steuer-ID des Kindes, Ausweise beider sorgeberechtigter Elternteile.
  3. Beide Eltern unterschreiben: In der Regel müssen alle Sorgeberechtigten zustimmen.
  4. ETF auswählen: Ein breiter Welt-ETF reicht völlig.
  5. Steuern regeln: Freistellungsauftrag über 1.000 € oder NV-Bescheinigung einreichen.

Kindergeld als Sparrate?

Manche Eltern legen einen Teil des Kindergelds direkt an. Das ist möglich, aber kein Muss: Das Kindergeld ist für den Unterhalt des Kindes gedacht. Wer es nicht vollständig für den Alltag braucht, kann einen festen Betrag per Dauerauftrag ins Depot lenken. Auch Großeltern und Paten können regelmäßig einzahlen oder zum Geburtstag Geld überweisen. Aktuelle Höhe des Kindergelds einsetzen.

Was passiert mit 18?

Mit der Volljährigkeit kann das Kind frei über ein Kinderdepot verfügen. Viele Eltern sprechen deshalb früh mit ihren Kindern über Geld, damit das Vermögen nicht gleich in ein Auto fließt. Ein offenes Gespräch über Ziele wie Ausbildung, Führerschein oder den ersten eigenen Notgroschen hilft. Wer mehr Kontrolle möchte, nutzt stattdessen das Elterndepot und schenkt später gezielt.

Beispiel: So plant Familie Weber

Zwei Kinder, 4 und 1 Jahr alt

Familie Weber spart für jedes Kind 75 € im Monat. 25 € davon fließen in ein Kinderdepot auf den Namen des Kindes, so nutzen sie den Steuerfreibetrag. 50 € gehen in ein Unterdepot der Eltern mit dem Namen „Kinder“. Die Großeltern zahlen zum Geburtstag und zu Weihnachten jeweils 50 € ins Kinderdepot ein. Zum 18. Geburtstag wollen die Eltern gemeinsam mit den Kindern entscheiden, wofür das Geld aus dem Elterndepot verwendet wird, etwa für Führerschein, Ausbildung oder Studium.

Das Beispiel zeigt, wie flexibel sich beide Varianten kombinieren lassen. Wichtig ist, dass die Regeln klar sind und schriftlich festgehalten werden.

Alternativen zum Depot

  • Tagesgeld oder Sparbuch: Sicher, aber über 18 Jahre meist mit deutlich weniger Ertrag. Für Beträge, die in den nächsten Jahren gebraucht werden, sinnvoll.
  • Ausbildungsversicherung: Meist teuer und unflexibel. Für die meisten Familien keine gute Wahl.
  • Banksparpläne mit Bonus: Planbar, aber in der Regel mit niedriger Rendite.
  • Geplante staatliche Frühstart-Rente: Die Bundesregierung plant ein staatlich bespartes Vorsorgedepot für Kinder. Es ersetzt aber kein eigenes Sparen. Mehr im Ratgeber Riester und die Reform.

Begriffe kurz erklärt

Kinderdepot
Wertpapierdepot auf den Namen eines minderjährigen Kindes, verwaltet von den Eltern.
NV-Bescheinigung
Bescheinigung des Finanzamts, dass keine Einkommensteuer anfällt. Die Bank zieht dann keine Abgeltungsteuer ab.
Grundfreibetrag
Teil des Einkommens, der steuerfrei bleibt, um das Existenzminimum zu sichern.
Sorgeberechtigte
Personen, die für das Kind rechtlich handeln dürfen, meist beide Eltern.
Schenkung
Unentgeltliche Übertragung von Vermögen. Pro Elternteil und Kind sind 400.000 € in zehn Jahren steuerfrei.

Häufige Fragen

Brauche ich für ein Kinderdepot die Steuer-ID des Kindes?

Ja. Sie wird für den Freistellungsauftrag und die Meldung an das Finanzamt benötigt. Das Kind erhält sie kurz nach der Geburt per Post.

Was ist besser: ausschüttender oder thesaurierender ETF?

Für Kinder meist thesaurierend, weil Erträge automatisch wieder angelegt werden. Steuern fallen dank Freibeträgen oft ohnehin nicht an.

Können Großeltern ein eigenes Depot für das Enkelkind eröffnen?

Ein Depot auf den Namen des Kindes können nur die Sorgeberechtigten eröffnen. Großeltern können aber einzahlen oder ein eigenes Depot mit Vermerk führen.

Kann ich ein Kinderdepot später in ein Elterndepot umwandeln?

Nein. Was dem Kind geschenkt wurde, gehört ihm. Eine Rückübertragung ist rechtlich nicht vorgesehen. Überlege die Variante deshalb vorher gut.

Ab welchem Betrag lohnt sich ein Kinderdepot?

Schon ab 10 bis 25 € im Monat, wenn der Sparplan kostenlos ist. Wichtiger als die Höhe ist ein früher Start.

Wer verwaltet das Depot, wenn die Eltern getrennt leben?

Beide sorgeberechtigten Eltern gemeinsam. Für größere Entscheidungen braucht es die Zustimmung beider.

Dürfen Eltern Geld aus dem Kinderdepot nehmen?

Nur, wenn es im Interesse des Kindes verwendet wird, etwa für eine Klassenfahrt oder Nachhilfe. Für Ausgaben der Familie, etwa ein neues Auto, darf das Geld nicht genutzt werden.

Wie wirkt sich ein Kinderdepot auf BAföG aus?

Vermögen des Kindes wird ab einem Freibetrag auf das BAföG angerechnet. Bei größeren Summen kann das den Anspruch verringern. Vermögensfreibetrag beim BAföG prüfen.

Sollen auch Großeltern in ein Kinderdepot einzahlen?

Gern. Für Großeltern gilt ein Schenkungsfreibetrag von 200.000 € je Enkel in zehn Jahren.

Welcher ETF eignet sich für Kinder?

Ein breit gestreuter, thesaurierender Welt-ETF mit niedrigen Kosten. Bei 18 Jahren Laufzeit können die Schwankungen gut ausgesessen werden.

Was passiert nach einer Trennung der Eltern?

Das Kinderdepot gehört weiterhin dem Kind. Entscheidungen treffen weiter beide Sorgeberechtigten.

Quellen: Einkommensteuergesetz (§ 20 Abs. 9, § 32a, § 44a), Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (§ 16), Bürgerliches Gesetzbuch (§ 1626, § 1642), Bundesausbildungsförderungsgesetz (§ 29). Rechenbeispiele gerundet. Keine Anlage- oder Steuerberatung.