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ETF-Sparplan: Wie viel solltest du monatlich anlegen?

Die richtige Sparrate ist die, die du dauerhaft durchhältst. Hier erfährst du, wie du sie bestimmst, was aus verschiedenen Beträgen werden kann und warum die Zeit wichtiger ist als die Höhe.

Dein FahrplanSchritt 5 von 7: Investieren

Auf einen Blick

  1. Investiere nur Geld, das nach Fixkosten, Lebenshaltung und Notgroschen übrig bleibt.
  2. 10 bis 20 % des Nettoeinkommens sind ein gutes Ziel, aber auch 25 € im Monat sind ein Anfang.
  3. Je früher du startest, desto stärker wirkt der Zinseszins.
  4. Steigere die Sparrate mit jeder Gehaltserhöhung, statt sie einmal festzulegen und zu vergessen.
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Was aus 100 € im Monat werden kannJe länger du sparst, desto größer wird der Ertrag gegenüber deinen Einzahlungen.
16.200 €10 Jahre45.300 €20 Jahre97.500 €30 Jahre
  • Eingezahlt
  • Ertrag durch Zinseszins

Annahme: 6 % Rendite pro Jahr, vor Steuern, Kosten und Inflation. Keine Garantie.

Deine Strategie in drei Zügen

Dein nächster Zug

  1. 1

    Rate bestimmen

    Rechne aus, welche Sparrate dauerhaft in dein Budget passt.

  2. 2

    ETF und Termin wählen

    Wähle einen breit gestreuten ETF und lege die Ausführung kurz nach dem Gehaltseingang.

  3. 3

    Rate mitwachsen lassen

    Erhöhe die Sparrate bei jeder Gehaltserhöhung.

Schritt 5 von 7 im Finanz-Fahrplan: Investieren.

Ausführlicher Ratgeber7 Min. Lesezeit · 12 Abschnitte mit Beispielen, Begriffen und Fragen

Bevor du anfängst

Ein ETF-Sparplan ist ein Werkzeug für langfristigen Vermögensaufbau. Damit er funktioniert, sollten drei Dinge geklärt sein:

  1. Notgroschen vorhanden: Drei bis sechs Monatsausgaben liegen auf dem Tagesgeld. So musst du deine ETFs nie im falschen Moment verkaufen.
  2. Keine teuren Schulden: Dispo und Konsumkredite kosten mehr, als ein ETF verlässlich bringt.
  3. Langer Zeithorizont: Das Geld wird mindestens zehn Jahre nicht gebraucht.

So findest du deine Sparrate

Es gibt drei bewährte Wege, die richtige Höhe zu bestimmen:

  • Vom Budget aus: Was bleibt nach Fixkosten, Lebenshaltung und Rücklagen übrig? Ein Teil davon geht in den Sparplan. Das Haushaltsbuch liefert dir die Zahlen.
  • Als Prozentsatz: Viele orientieren sich an 10 bis 20 % ihres Nettoeinkommens. Wer mehr kann, kommt schneller ans Ziel.
  • Vom Ziel aus: Du willst bis 67 ein bestimmtes Vermögen erreichen? Dann rechnest du zurück, wie viel du monatlich dafür brauchst – etwa mit unserem Sparplan-Rechner.

Wichtiger als die perfekte Zahl ist, dass du die Rate auch in schwierigen Monaten durchhältst. Lieber mit einer kleineren Rate starten und sie später erhöhen, als den Sparplan nach einem Jahr wieder zu stoppen.

Was aus deiner Sparrate werden kann

Monatlichnach 10 Jahrennach 20 Jahrennach 30 Jahren
50 €8.100 €22.700 €48.700 €
100 €16.200 €45.300 €97.500 €
200 €32.500 €90.700 €194.900 €
500 €81.200 €226.700 €487.300 €

Annahme: 6 % Rendite pro Jahr, monatliche Einzahlung, vor Steuern, Kosten und Inflation, gerundet. Keine Garantie – echte Märkte schwanken.

Zum Vergleich: Wer 30 Jahre lang 100 € anlegt, zahlt selbst 36.000 € ein. Der Rest ist Ertrag. Je länger die Laufzeit, desto größer wird der Anteil, den das Geld selbst erwirtschaftet.

Warum die Zeit wichtiger ist als die Höhe

Der Zinseszinseffekt sorgt dafür, dass frühe Einzahlungen besonders viel wert sind: Sie haben am längsten Zeit zu wachsen. Wer mit 25 anfängt, braucht für dasselbe Ziel einen deutlich kleineren Monatsbetrag als jemand, der mit 40 beginnt. Mehr dazu im Ratgeber Zinseszins.

Lieber heute klein als morgen groß

Auch 25 € im Monat sind besser als „später mal richtig“. Du gewöhnst dich an das Sparen und lernst, mit Kursschwankungen umzugehen – bevor viel Geld im Spiel ist.

Die Sparrate anpassen

Eine feste Sparrate über 30 Jahre verliert durch die Inflation an Wirkung. Deshalb lohnt es sich, sie regelmäßig zu erhöhen:

  • Bei jeder Gehaltserhöhung: Die Hälfte des Plus in den Sparplan, die andere Hälfte für mehr Lebensqualität.
  • Jährlich um einen festen Prozentsatz: Manche Depots bieten eine automatische Dynamisierung an.
  • Wenn Kosten wegfallen: Ist ein Kredit abbezahlt oder ein Vertrag gekündigt, fließt der freie Betrag direkt in den Sparplan.

Wer zwischendurch knapp bei Kasse ist, kann den Sparplan reduzieren oder pausieren. Das ist besser, als ihn ganz aufzulösen oder Anteile zu verkaufen.

Praktische Fragen zum Sparplan

  • Ausführungstag: Wähle einen Tag kurz nach dem Gehaltseingang, etwa den 2. oder 16. des Monats. Ein bestimmter Tag ist langfristig nicht besser als ein anderer.
  • Kosten: Viele Depots führen ETF-Sparpläne kostenlos aus. Fallen Gebühren an, sind sehr kleine Raten verhältnismäßig teuer.
  • Mehrere Sparpläne: Wer zwei ETFs bespart, etwa Industrie- und Schwellenländer, kann die Rate entsprechend aufteilen.
  • Freistellungsauftrag: Erteile deinem Depot einen Freistellungsauftrag, damit Erträge bis 1.000 € im Jahr steuerfrei bleiben.

Der Durchschnittskosteneffekt

Wer jeden Monat denselben Betrag investiert, kauft bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen weniger. Dadurch liegt der durchschnittliche Kaufpreis pro Anteil unter dem Durchschnitt der Kurse.

Beispiel

Du investierst drei Monate lang je 100 €. Der Kurs liegt bei 50 €, dann bei 25 €, dann wieder bei 50 €. Du erhältst 2, 4 und 2 Anteile, also 8 Anteile für 300 €. Dein Durchschnittspreis beträgt 37,50 € – obwohl der durchschnittliche Kurs bei 41,67 € lag.

Der Effekt ist kein Renditewunder, sondern vor allem ein psychologischer Vorteil: Fallende Kurse verlieren ihren Schrecken, weil du dann günstiger kaufst. Gegenüber einer sofortigen Einmalanlage ist ein Sparplan statistisch nicht überlegen – er ist aber die natürliche Lösung für alle, die aus ihrem laufenden Einkommen sparen.

Einmalzahlungen klug nutzen

Neben dem monatlichen Sparplan gibt es im Jahr oft Sonderzahlungen: Weihnachtsgeld, Bonus, Steuererstattung oder ein Geldgeschenk. Eine bewährte Regel lautet, mindestens die Hälfte davon zusätzlich zu investieren. So wächst das Depot spürbar schneller, ohne dass du im Alltag verzichten musst. Viele Depots erlauben dafür Einmalkäufe ab kleinen Beträgen oder eine einmalige Erhöhung des Sparplans.

Sparplan für Kinder

Ein ETF-Sparplan eignet sich auch für Kinder, etwa über ein Kinderdepot auf den Namen des Kindes. Der lange Zeithorizont bis zur Volljährigkeit oder darüber hinaus ist ideal für den Zinseszins. Wichtig zu wissen: Geld im Kinderdepot gehört rechtlich dem Kind. Eltern dürfen es nur im Interesse des Kindes verwenden, und mit 18 verfügt das Kind selbst darüber. Wer das nicht möchte, spart auf den eigenen Namen für das Kind.

Beispiel

25 € im Monat ab der Geburt ergeben bei angenommenen 6 % pro Jahr nach 18 Jahren rund 9.500 € – bei 5.400 € Einzahlungen. Vor Steuern und Kosten, ohne Garantie.

Begriffe kurz erklärt

Sparrate
Betrag, der regelmäßig in den Sparplan fließt.
Ausführungstag
Tag im Monat, an dem der Sparplan ausgeführt wird.
Durchschnittskosteneffekt
Durch gleichbleibende Beträge kaufst du bei niedrigen Kursen mehr Anteile.
Dynamisierung
Automatische Erhöhung der Sparrate um einen festen Prozentsatz pro Jahr.
Bruchstücke
Anteile mit Nachkommastellen, die bei Sparplänen entstehen, weil ein fester Betrag investiert wird.

Den Sparplan in fünf Minuten einrichten

  1. Im Depot den Bereich „Sparplan“ öffnen.
  2. Den gewünschten ETF über Name oder ISIN suchen.
  3. Betrag und Ausführungsrhythmus festlegen, meist monatlich.
  4. Ausführungstag wählen, zum Beispiel zwei Tage nach dem Gehaltseingang.
  5. Auf dem Verrechnungskonto für ausreichend Guthaben sorgen, etwa per Dauerauftrag vom Girokonto.

Danach läuft alles automatisch. Einmal im Jahr reicht ein kurzer Blick, ob die Sparrate noch zu deiner Situation passt.

Häufige Fragen

Was passiert mit dem Sparplan, wenn auf dem Konto nicht genug Geld ist?

In der Regel wird die Ausführung in diesem Monat ausgesetzt, manchmal fällt eine kleine Gebühr an. Der Sparplan selbst bleibt bestehen und läuft im nächsten Monat normal weiter, sobald wieder genug Guthaben vorhanden ist.

Monatlich oder vierteljährlich sparen?

Langfristig macht das kaum einen Unterschied. Monatlich passt meist besser zum Gehaltsrhythmus. Fallen pro Ausführung Gebühren an, kann eine seltenere Ausführung günstiger sein.

Lohnt sich ein Sparplan mit 25 €?

Ja, sofern der Sparplan nichts oder nur wenig kostet. Der wichtigste Effekt ist, dass du anfängst und eine Gewohnheit aufbaust.

Soll ich die Sparrate in einer Krise reduzieren?

Nur wenn du das Geld wirklich brauchst. In fallenden Märkten kaufst du für dieselbe Rate mehr Anteile – genau dann zahlt sich Durchhalten aus.

Wie viel brauche ich für eine Million?

Bei angenommenen 6 % pro Jahr wären es über 40 Jahre rund 520 € im Monat, über 30 Jahre rund 1.030 €. Rechne deine eigenen Ziele mit dem Sparplan-Rechner durch.

Quellen: Eigene Berechnungen mit monatlicher Verzinsung, Verbraucherzentrale, BaFin. Werte gerundet, vor Steuern und Kosten. Keine Anlageberatung.