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Finanzen für Familien: Elterngeld, Kindergeld, Absicherung

Ein Kind verändert alles, auch die Finanzen. Das Einkommen sinkt oft für eine Zeit, die Ausgaben steigen, und plötzlich hängt die Sicherheit anderer Menschen von dir ab. Mit einem guten Plan lassen sich die Veränderungen gut stemmen. Hier erfährst du, welche Leistungen dir zustehen, wie du das Familienbudget aufstellst und welche Absicherung wirklich wichtig ist.

Dein FahrplanSchritt 4 von 7: Existenzrisiken absichern

Auf einen Blick

  1. Elterngeld ersetzt rund 65 bis 67 % des wegfallenden Nettoeinkommens, mindestens 300 € und höchstens 1.800 € im Monat.
  2. Kindergeld gibt es für jedes Kind, mindestens bis 18. Das Finanzamt prüft automatisch, ob der Kinderfreibetrag günstiger ist.
  3. Mit Kindern werden Risikolebens- und Berufsunfähigkeitsversicherung besonders wichtig.
  4. Ein Testament mit Sorgerechtsverfügung regelt, wer sich im Ernstfall um die Kinder kümmert.
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Haushaltsnetto im ersten JahrPaar mit Kind, ein Partner in Elternzeit
Vor der Geburt4.600 €Mit Elterngeldplus Kindergeld3.600 €

Gleichzeitig steigen die Ausgaben um 300 bis 500 € im Monat.

Deine Strategie in drei Zügen

Dein nächster Zug

  1. 1

    Budget anpassen

    Plane Elterngeld, Kindergeld und neue Ausgaben ein.

  2. 2

    Familie absichern

    Risikolebensversicherung und BU prüfen oder abschließen.

  3. 3

    Vorsorgen

    Schreib ein Testament mit Sorgerechtsverfügung.

Schritt 4 von 7 im Finanz-Fahrplan: Existenzrisiken absichern.

Ausführlicher Ratgeber7 Min. Lesezeit · 12 Abschnitte mit Beispielen, Begriffen und Fragen

Vor der Geburt: Den Plan machen

Die finanziell wichtigsten Entscheidungen fallen oft schon vor der Geburt: Wer nimmt wie lange Elternzeit? Wie verändert sich das Einkommen? Reicht der Notgroschen? Ein gemeinsames Budget für das erste Jahr mit Kind hilft, Überraschungen zu vermeiden. Plane auch einmalige Kosten wie Kinderwagen, Erstausstattung oder einen Umzug ein.

Tipp: Der Notgroschen sollte mit Kind eher am oberen Ende liegen, also eher sechs als drei Monatsausgaben.

Elterngeld

VarianteDauerHöhe
BasiselterngeldBis zu 12 Monate, plus 2 Partnermonate65 bis 67 % des Nettoeinkommens, 300 bis 1.800 €
ElterngeldPlusDoppelt so langeHöchstens die Hälfte des Basiselterngelds, ideal bei Teilzeit
Partnerschaftsbonus2 bis 4 zusätzliche MonateWenn beide gleichzeitig in Teilzeit arbeiten

Für Geburten ab April 2025 gilt eine Einkommensgrenze: Paare mit einem zu versteuernden Einkommen von mehr als 175.000 € haben keinen Anspruch. Den Antrag stellst du bei der Elterngeldstelle deines Bundeslandes, spätestens innerhalb von drei Monaten nach der Geburt, denn rückwirkend wird nur für drei Monate gezahlt. Stand prüfen: aktuelle Einkommensgrenze und Regeln zum gleichzeitigen Bezug.

Kindergeld und Kinderfreibetrag

Kindergeld bekommt jede Familie, in der Regel bis zum 18. Geburtstag, in Ausbildung oder Studium bis zum 25. Alternativ gibt es steuerlich den Kinderfreibetrag. Das Finanzamt prüft in der Steuererklärung automatisch, was für dich günstiger ist. Bei hohen Einkommen ist das meist der Freibetrag. Aktuelle Höhe von Kindergeld und Kinderfreibetrag einsetzen.

Familien mit kleinem Einkommen können zusätzlich den Kinderzuschlag bei der Familienkasse beantragen. Viele Berechtigte nutzen ihn nicht, weil sie nichts davon wissen.

Das neue Familienbudget

Beispiel: Paar, bisher 4.600 € netto

Im ersten Jahr nach der Geburt arbeitet ein Partner nicht und erhält Elterngeld von rund 1.400 €. Das Haushaltsnetto sinkt von 4.600 € auf rund 3.600 € plus Kindergeld. Gleichzeitig steigen die Ausgaben um 300 bis 500 € im Monat. Das Paar senkt die Sparrate vorübergehend von 900 € auf 300 €, behält aber den ETF-Sparplan bei, damit die Routine bleibt.

Wichtig ist das Gespräch über Geld: Wer übernimmt mehr Familienarbeit und verzichtet dafür auf Einkommen und Rentenansprüche? Viele Paare gleichen das aus, etwa durch Einzahlungen in ein Depot des Partners, der weniger arbeitet. Mehr zur Aufteilung im Ratgeber 50-30-20-Regel.

Absicherung: Was mit Kindern wichtig wird

  1. Risikolebensversicherung: Sie schützt die Familie, wenn ein Elternteil stirbt. Die Summe sollte Kredite und einige Jahre Lebenshaltung abdecken. Mehr im Ratgeber Risikolebensversicherung.
  2. Berufsunfähigkeitsversicherung: Fällt ein Einkommen dauerhaft aus, sichert sie den Lebensunterhalt.
  3. Privathaftpflicht im Familientarif: Kinder sind mitversichert. Achte auf die Mitversicherung deliktunfähiger Kinder unter sieben Jahren.
  4. Krankenversicherung: In der GKV sind Kinder meist kostenlos familienversichert. Mehr unter GKV oder PKV.

Rechtliche Vorsorge

Ein Testament ist mit Kindern besonders wichtig. Ohne Testament erben Ehepartner und Kinder nach der gesetzlichen Erbfolge. Minderjährige Kinder brauchen dann für ihr Erbe oft einen Vormund oder die Zustimmung des Familiengerichts. In einer Sorgerechtsverfügung legst du fest, wer sich um die Kinder kümmern soll, falls beiden Eltern etwas passiert. Unverheiratete Paare sollten zusätzlich klären, wie sie sich gegenseitig absichern. Mehr unter Erben, Schenken, Testament.

Für die Kinder vorsorgen

Ein kleiner Sparplan ab der Geburt kann zum 18. Geburtstag ein schönes Startkapital ergeben. Ob er auf den Namen des Kindes oder der Eltern läuft, erklärt unser Ratgeber Kinderdepot. Wichtig: Erst die eigene Absicherung und Altersvorsorge, dann die Sparpläne für die Kinder. Die beste Vorsorge für Kinder sind Eltern, die finanziell stabil sind.

Steuervorteile für Familien

  • Kinderbetreuungskosten: Kita, Tagesmutter oder Hort sind teilweise absetzbar. Stand prüfen: Prozentsatz und Höchstbetrag.
  • Steuerklassen: Verheiratete können die Steuerklassen so wählen, dass das Elterngeld höher ausfällt. Ein Wechsel muss früh vor dem Mutterschutz erfolgen.
  • Entlastungsbetrag für Alleinerziehende: Er senkt die Steuerlast spürbar.
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen: Haushaltshilfe oder Handwerker sind anteilig absetzbar.

Checkliste für das erste Jahr

  1. Steuerklassen prüfen, möglichst vor dem Mutterschutz.
  2. Elterngeld beantragen und Aufteilung der Elternzeit festlegen.
  3. Kindergeld bei der Familienkasse beantragen.
  4. Kind bei der Krankenkasse anmelden.
  5. Haftpflicht auf Familientarif umstellen.
  6. Risikolebensversicherung abschließen oder Summe anpassen.
  7. Testament und Sorgerechtsverfügung erstellen.
  8. Budget neu planen und Sparrate anpassen.

Fairness in der Partnerschaft

Wer wegen der Kinder weniger arbeitet, verzichtet nicht nur auf Gehalt, sondern auch auf Rentenansprüche und Karrierechancen. Diese Lücke wird oft erst Jahrzehnte später sichtbar. Viele Paare vereinbaren deshalb einen Ausgleich: Der Partner mit dem höheren Einkommen zahlt regelmäßig in ein Depot oder eine Altersvorsorge des anderen ein. Verheiratete sind beim Versorgungsausgleich nach einer Scheidung teilweise geschützt, unverheiratete Paare nicht. Ein offenes Gespräch über Geld ist hier genauso wichtig wie über die Aufteilung der Familienarbeit.

Begriffe kurz erklärt

Elterngeld
Staatliche Leistung, die einen Teil des wegfallenden Einkommens nach der Geburt ersetzt.
Partnermonate
Zwei zusätzliche Monate Basiselterngeld, wenn beide Elternteile Elterngeld beziehen.
Kinderzuschlag
Zusätzliche Leistung für Familien mit kleinem Einkommen.
Sorgerechtsverfügung
Festlegung, wer im Ernstfall die Vormundschaft für minderjährige Kinder übernehmen soll.
Familienversicherung
Kostenlose Mitversicherung von Kindern und Ehepartnern in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Häufige Fragen

Brauchen wir mit Kind ein größeres Auto oder eine größere Wohnung?

Nicht sofort. Viele Familien kommen in den ersten Jahren gut mit dem Bestehenden aus. Plane größere Anschaffungen lieber mit Rücklage als auf Kredit.

Lohnt sich eine Kinderunfallversicherung?

Wichtiger ist eine Kinderinvaliditätsversicherung, die auch bei Krankheit zahlt. Sie ist teurer, deckt aber das größere Risiko ab.

Gibt es Geld für Alleinerziehende?

Ja, etwa den Entlastungsbetrag in der Steuer, Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt, wenn der andere Elternteil nicht zahlt, und gegebenenfalls Kinderzuschlag.

Ab wann bekommen wir Kindergeld?

Ab dem Geburtsmonat. Der Antrag kann bis zu sechs Monate rückwirkend gestellt werden, besser ist ein früher Antrag.

Bekomme ich Elterngeld als Selbstständige?

Ja. Grundlage ist dann der Gewinn aus dem letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum vor der Geburt. Plane frühzeitig, weil die Berechnung aufwendiger ist.

Wie viel kostet ein Kind im Monat?

Nach Daten des Statistischen Bundesamts geben Familien im Schnitt mehrere Hundert Euro im Monat für ein Kind aus. Mit dem Alter steigen die Kosten.

Wird Elterngeld versteuert?

Elterngeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Es erhöht den Steuersatz auf das übrige Einkommen. Plane eine mögliche Nachzahlung ein.

Wie wirkt sich die Elternzeit auf die Rente aus?

Für Kinder ab 1992 werden drei Jahre Kindererziehungszeit gutgeschrieben, als hätte der Elternteil durchschnittlich verdient. Längere Teilzeit verringert die Rente aber dauerhaft.

Sollen wir ein gemeinsames Konto eröffnen?

Viele Familien nutzen ein Gemeinschaftskonto für die gemeinsamen Ausgaben und eigene Konten für persönliche Ausgaben. Wichtig ist, dass beide den Überblick haben.

Brauchen wir mit Kindern mehr Notgroschen?

Ja. Die Ausgaben sind höher und weniger flexibel. Sechs Monatsausgaben sind ein guter Richtwert.

Was ist mit Unterhalt nach einer Trennung?

Für minderjährige Kinder gilt die Düsseldorfer Tabelle als Orientierung. Lass dich bei einer Trennung früh beraten, etwa beim Jugendamt.

Quellen: Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz, Einkommensteuergesetz (§ 10 Abs. 1 Nr. 5, § 24b, § 32, § 62 ff.), Bundeskindergeldgesetz (§ 6a Kinderzuschlag), Bundesfamilienministerium, Familienkasse. Beispiel gerundet. Keine Rechts- oder Steuerberatung.