Auf einen Blick
- Eigenkapital sollte mindestens die Kaufnebenkosten decken, besser 20 bis 30 % des Kaufpreises.
- Die Zinsbindung legt fest, wie lange dein Zins garantiert ist. Üblich sind 10 bis 15 Jahre.
- Eine anfängliche Tilgung von mindestens 2 % sorgt dafür, dass du nicht ewig abbezahlst.
- Vergleiche immer mehrere Angebote über einen Vermittler und deine Hausbank. Entscheidend ist der Effektivzins.
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Höhere Tilgung bedeutet eine höhere Rate, aber deutlich weniger Restschuld.
Dein nächster Zug
- 1
Budget klären
Rechne Eigenkapital, Nebenkosten und eine tragbare Rate durch.
- 2
Angebote einholen
Vergleiche über einen Vermittler und deine Hausbank nach Effektivzins.
- 3
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Wie viel Eigenkapital brauchst du?
Banken finanzieren zwar teilweise auch ohne Eigenkapital, verlangen dafür aber deutlich höhere Zinsen. Als Faustregel gilt: Deine Ersparnisse sollten mindestens die Kaufnebenkosten abdecken. Besser sind zusätzlich 10 bis 20 % des Kaufpreises.
| Nebenkosten | Anteil am Kaufpreis |
|---|---|
| Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland) | 3,5 bis 6,5 % |
| Notar und Grundbuch | rund 1,5 bis 2 % |
| Makler (Käuferanteil, falls beauftragt) | bis 3,57 % |
| Zusammen | rund 5 bis 12 % |
Bei einem Kaufpreis von 400.000 € kommen so schnell 40.000 € Nebenkosten zusammen. Dazu solltest du einen Notgroschen behalten, denn nach dem Einzug fallen oft ungeplante Kosten an.
Zinsbindung: Wie lange soll der Zins fest sein?
Die Zinsbindung legt fest, wie lange die Bank dir den vereinbarten Zins garantiert. Danach brauchst du eine Anschlussfinanzierung zu den dann geltenden Zinsen. Längere Zinsbindungen kosten meist einen kleinen Aufschlag, geben dir aber Planungssicherheit.
- 10 Jahre: Häufigste Wahl. Nach 10 Jahren hast du zudem ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht.
- 15 bis 20 Jahre: Sinnvoll, wenn das Budget knapp ist und ein Zinsanstieg dich in Schwierigkeiten bringen würde.
- 5 Jahre: Nur, wenn du mit sinkenden Zinsen rechnest oder bald große Summen tilgen kannst.
Tilgung und Rate richtig wählen
Bei einem Annuitätendarlehen zahlst du jeden Monat dieselbe Rate. Am Anfang besteht sie vor allem aus Zinsen, mit der Zeit steigt der Tilgungsanteil. Die anfängliche Tilgung bestimmt, wie schnell du schuldenfrei bist.
Darlehen 400.000 €, Sollzins 3,5 %, anfängliche Tilgung 2 %. Die Monatsrate beträgt 400.000 € × 5,5 % ÷ 12 = rund 1.833 €. Nach zehn Jahren Zinsbindung sind noch etwa 304.000 € offen. Mit 3 % Tilgung steigt die Rate auf rund 2.167 €, die Restschuld nach zehn Jahren sinkt aber auf etwa 257.000 €. Die Zinsen sind ein angenommener Beispielwert.
Wichtig sind außerdem Sondertilgungen: Viele Banken erlauben kostenlos 5 % der Darlehenssumme pro Jahr. So kannst du Bonuszahlungen oder Erbschaften flexibel einsetzen. Ein Tilgungssatzwechsel erlaubt es, die Rate später anzupassen, etwa bei Elternzeit.
Wie viel Rate kannst du dir leisten?
Banken rechnen meist so: Die Rate sollte nicht mehr als etwa 35 bis 40 % deines Nettohaushaltseinkommens betragen. Plane zusätzlich Rücklagen für Instandhaltung ein, bei älteren Häusern oft 1 bis 1,5 % des Kaufpreises pro Jahr. Ob sich Kaufen gegenüber Mieten überhaupt rechnet, prüfst du mit unserem Ratgeber Mieten oder kaufen?
Angebote richtig vergleichen
- Effektivzins statt Sollzins: Der Effektivzins enthält alle Kosten und ist die richtige Vergleichszahl.
- Gleiche Bedingungen: Vergleiche nur Angebote mit gleicher Darlehenssumme, Zinsbindung und Tilgung.
- Mehrere Quellen: Hol dir Angebote von einem unabhängigen Vermittler, der viele Banken vergleicht, und von deiner Hausbank.
- Flexibilität bewerten: Sondertilgungen, Tilgungssatzwechsel und bereitstellungszinsfreie Zeit können mehr wert sein als 0,05 % weniger Zins.
- Konditionsanfrage: Achte darauf, dass Banken nur eine Anfrage zu Kreditkonditionen stellen, die deinen Schufa-Score nicht belastet.
Förderung durch KfW und Länder
Die KfW-Förderbank bietet zinsgünstige Kredite, etwa für Familien mit Kindern beim Kauf von Wohneigentum oder für energieeffiziente Neubauten und Sanierungen. Auch viele Bundesländer haben eigene Programme. Förderkredite können einen Teil der Bankfinanzierung ersetzen. Stand prüfen: aktuelle KfW-Programme, Einkommensgrenzen und Zinssätze.
Anschlussfinanzierung und Forward-Darlehen
Läuft die Zinsbindung aus, brauchst du für die Restschuld eine Anschlussfinanzierung. Deine Bank macht dir ein Angebot, das du aber nicht annehmen musst. Ein Vergleich lohnt sich, denn ein Wechsel zu einer anderen Bank ist zum Ende der Zinsbindung kostenlos möglich, abgesehen von den Gebühren für die Grundschuld. Mit einem Forward-Darlehen kannst du dir den Zins für die Anschlussfinanzierung bis zu fünf Jahre im Voraus sichern, gegen einen Aufschlag.
Typische Fehler bei der Baufinanzierung
- Zu knapp kalkuliert: Wer jeden Euro Eigenkapital einsetzt, hat nach dem Einzug keinen Puffer für die neue Heizung oder den Wasserschaden.
- Zu niedrige Tilgung: Mit 1 % Tilgung bist du nach 10 Jahren kaum vorangekommen und trägst ein hohes Zinsrisiko in der Anschlussfinanzierung.
- Nur die Hausbank fragen: Ohne Vergleich verschenkst du oft mehrere Zehntelprozentpunkte Zins.
- Nebenkosten vergessen: Grunderwerbsteuer, Notar und Makler fallen sofort an und werden von Banken meist nicht mitfinanziert.
- Den Zinsanstieg ignorieren: Rechne durch, wie hoch deine Rate nach Ende der Zinsbindung bei zwei Prozentpunkten mehr Zins wäre. Bleibt sie tragbar?
Absicherung nicht vergessen
Ein Immobilienkredit läuft oft 25 bis 30 Jahre. In dieser Zeit kann viel passieren. Drei Versicherungen gehören deshalb zu jeder Baufinanzierung:
- Risikolebensversicherung: Sie zahlt die Restschuld, wenn ein Hauptverdiener stirbt. Mehr im Ratgeber Risikolebensversicherung.
- Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie ersetzt das Einkommen, aus dem die Rate bezahlt wird. Siehe Berufsunfähigkeitsversicherung.
- Wohngebäudeversicherung: Sie schützt gegen Feuer, Sturm und Leitungswasser. Banken verlangen sie in der Regel als Bedingung für den Kredit.
Begriffe kurz erklärt
- Annuitätendarlehen
- Kredit mit gleichbleibender Monatsrate aus Zins und Tilgung.
- Effektivzins
- Jahreszins inklusive aller Kosten. Die maßgebliche Zahl für den Vergleich.
- Zinsbindung
- Zeitraum, in dem der Zins garantiert ist.
- Beleihungsauslauf
- Verhältnis von Darlehen zum Wert der Immobilie aus Sicht der Bank. Je niedriger, desto günstiger der Zins.
- Grundschuld
- Sicherheit für die Bank, die im Grundbuch eingetragen wird.
- Bereitstellungszins
- Gebühr für noch nicht abgerufene Teile des Kredits, etwa während der Bauphase.
Häufige Fragen
Wie viel Puffer sollte nach dem Kauf übrig bleiben?
Mindestens drei Monatsausgaben als Notgroschen, bei älteren Häusern mehr. Die ersten Jahre bringen oft ungeplante Ausgaben für Reparaturen und Einrichtung.
Was kostet eine Grundschuld?
Notar und Grundbuchamt berechnen für die Eintragung meist rund 0,4 bis 0,5 % der Grundschuld. Diese Kosten sind in den Kaufnebenkosten oft schon enthalten.
Lohnt sich ein Bausparvertrag?
Nur in bestimmten Fällen, etwa wenn du Wohnungsbauprämie oder Arbeitnehmersparzulage bekommst oder dir für eine Modernisierung in einigen Jahren einen festen Zins sichern willst. Abschlussgebühren und niedrige Guthabenzinsen machen ihn sonst oft unattraktiv.
Bekomme ich eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital?
Manchmal, bei sehr gutem Einkommen und sicherem Job. Der Zins ist dann aber deutlich höher, und das Risiko bei einem Wertverlust der Immobilie trägst du voll.
Kostet ein Vermittler etwas?
Für dich meist nicht. Vermittler werden von der Bank bezahlt, mit der der Vertrag zustande kommt. Achte darauf, dass der Vermittler viele Banken vergleicht.
Was passiert nach Ende der Zinsbindung?
Du brauchst eine Anschlussfinanzierung zu den dann geltenden Zinsen. Dabei kannst du kostenlos zu einer anderen Bank wechseln.
Wie lange dauert die Zusage?
Mit vollständigen Unterlagen oft ein bis drei Wochen. Plane genug Zeit vor dem Notartermin ein.
Welche Unterlagen brauche ich?
Gehaltsnachweise, Eigenkapitalnachweis, Ausweis, Steuerbescheid, Exposé, Grundbuchauszug, Grundriss und Wohnflächenberechnung der Immobilie.
Quellen: Bürgerliches Gesetzbuch (§ 489 Kündigungsrecht nach 10 Jahren), Grunderwerbsteuergesetze der Länder, KfW, Verbraucherzentrale. Rechenbeispiel gerundet, Zinssatz angenommen. Keine Finanzierungsberatung.