Auf einen Blick
- Die Schufa speichert Daten zu Konten, Krediten, Verträgen und Zahlungsausfällen und berechnet daraus einen Score.
- Einmal im Jahr und bei Bedarf öfter kannst du nach Art. 15 DSGVO kostenlos eine Datenkopie anfordern.
- Falsche Einträge musst du nicht hinnehmen: Die Schufa muss sie berichtigen oder löschen.
- Am meisten hilft Geduld: pünktlich zahlen, wenige Kreditanfragen, alte Konten behalten.
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Die Datenkopie nach Art. 15 DSGVO ist kostenlos.
Dein nächster Zug
- 1
Datenkopie anfordern
Hol dir kostenlos deine Daten nach Art. 15 DSGVO.
- 2
Fehler melden
Lass falsche oder veraltete Einträge mit Belegen korrigieren.
- 3
Sauber bleiben
Zahle pünktlich und nutze beim Kreditvergleich nur Konditionsanfragen.
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Was ist die Schufa?
Die Schufa Holding AG ist die größte Auskunftei in Deutschland. Sie sammelt Informationen von Banken, Händlern, Telekommunikationsanbietern und Inkassounternehmen über rund 68 Millionen Menschen. Unternehmen fragen diese Daten ab, um einzuschätzen, ob du eine Rechnung oder Kreditrate wahrscheinlich bezahlen wirst.
Die Schufa entscheidet nicht selbst, ob du einen Kredit bekommst. Sie liefert eine Einschätzung, die Entscheidung trifft das Unternehmen. Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs von Dezember 2023 darf sich eine Bank aber nicht allein auf den Score stützen, wenn er maßgeblich für die Ablehnung ist.
Welche Daten die Schufa speichert
| Gespeichert | Nicht gespeichert |
|---|---|
| Name, Geburtsdatum, aktuelle und frühere Anschriften | Einkommen und Vermögen |
| Girokonten und Kreditkarten | Kontostand und einzelne Umsätze |
| Kredite, Leasing, Ratenkäufe mit Höhe und Laufzeit | Beruf, Familienstand, Nationalität |
| Handy- und Mobilfunkverträge | Konsumverhalten im Laden |
| Zahlungsausfälle nach Mahnverfahren, Insolvenzen | Wohnort als Einflussfaktor auf den Score (laut Schufa) |
Wie der Score funktioniert
Aus den gespeicherten Daten berechnet die Schufa Wahrscheinlichkeiten, dass du deine Verpflichtungen erfüllst. Ein höherer Score bedeutet eine bessere Bonität. Die Schufa hat einen neuen, transparenteren Score eingeführt, der auf wenigen nachvollziehbaren Kriterien beruht und Verbrauchern zeigt, welche Faktoren ihn beeinflussen. Stand prüfen: Skala und Kriterien des neuen Schufa-Scores und Zeitpunkt der vollständigen Umstellung.
Wichtig sind vor allem: wie lange du schon Konten und Kredite hast, ob du pünktlich zahlst, wie viele Kredite du gleichzeitig hast und wie oft du in letzter Zeit neue Verträge oder Kredite angefragt hast.
So fragst du deine Daten kostenlos ab
- Datenkopie nach Art. 15 DSGVO: Auf der Website der Schufa findest du den Antrag auf die kostenlose Datenkopie. Achte darauf, nicht versehentlich die kostenpflichtige „BonitätsAuskunft“ zu bestellen.
- Ausweis bereithalten: Du musst dich identifizieren, online oder per Brief mit Ausweiskopie.
- Prüfen: Gleiche jeden Eintrag mit deinen Unterlagen ab. Stimmen Adressen, Konten und Kredite? Sind erledigte Kredite als erledigt markiert?
Die kostenlose Datenkopie steht dir mindestens einmal jährlich zu. Die kostenpflichtige Bonitätsauskunft brauchst du nur, wenn ein Vermieter ausdrücklich ein Dokument zum Vorzeigen verlangt. Viele Vermieter akzeptieren inzwischen auch andere Nachweise. Daneben bietet die Schufa eine App an, in der du deinen Score und deine Daten digital einsehen kannst. Stand prüfen: Funktionsumfang und Kosten der Schufa-App.
Falsche Einträge löschen lassen
Untersuchungen von Verbraucherschützern zeigen immer wieder, dass Schufa-Daten Fehler enthalten: veraltete Adressen, längst zurückgezahlte Kredite oder Forderungen, die nie bestanden haben. Solche Fehler können deinen Score spürbar drücken.
- Schreibe die Schufa an und benenne den falschen Eintrag genau. Lege Belege bei, etwa die Bestätigung über die Rückzahlung.
- Die Schufa muss beim meldenden Unternehmen nachfragen und den Eintrag berichtigen oder löschen, wenn er nicht belegt werden kann.
- Kommt keine zufriedenstellende Antwort, kannst du dich an die Ombudsstelle der Auskunfteien oder an die zuständige Datenschutzbehörde wenden.
Wann Einträge gelöscht werden
| Eintrag | Löschung |
|---|---|
| Anfrage zu Kreditkonditionen | Nach 12 Monaten, für andere Unternehmen nicht sichtbar |
| Kreditanfrage | Nach 12 Monaten |
| Abbezahlter Kredit | Drei Jahre nach Rückzahlung |
| Erledigte Zahlungsstörung | Grundsätzlich drei Jahre, unter Bedingungen früher |
| Restschuldbefreiung nach Privatinsolvenz | Nach sechs Monaten |
Stand prüfen: aktuelle Löschfristen laut Verhaltensregeln der Auskunfteien.
Sieben Wege zu einem besseren Score
- Pünktlich zahlen: Rechnungen, Raten und Handyverträge immer fristgerecht begleichen. Daueraufträge und Lastschriften helfen.
- Konditionsanfrage statt Kreditanfrage: Bitte Banken beim Kreditvergleich ausdrücklich um eine „Anfrage Kreditkonditionen“. Sie beeinflusst den Score nicht.
- Weniger Konten und Karten: Ungenutzte Kreditkarten und Girokonten kündigen, aber das älteste Konto behalten.
- Kleine Kredite bündeln: Viele Ratenkäufe wirken schlechter als ein einziger Kredit. Eine Umschuldung kann helfen.
- Adressen aktualisieren: Nach einem Umzug sollten Bank und Verträge die neue Adresse kennen. Alte Adressen können die Zuordnung erschweren.
- Daten prüfen: Einmal im Jahr die Datenkopie anfordern und Fehler melden.
- Geduld haben: Ein guter Score entsteht durch eine lange, saubere Zahlungshistorie. Kurzfristige Tricks gibt es nicht.
Mythen rund um die Schufa
- „Kontostand abfragen verschlechtert den Score.“ Falsch. Eigene Abfragen deiner Datenkopie haben keinen Einfluss.
- „Ohne Kredit habe ich den besten Score.“ Nicht unbedingt. Wer nie einen Kredit hatte, hat wenig Historie. Ein pünktlich zurückgezahlter Kredit kann sich positiv auswirken.
- „Schufa-freie Kredite sind eine gute Alternative.“ Meist nicht. Sie sind oft teuer und werden von unseriösen Vermittlern angeboten, die Vorabgebühren verlangen.
- „Der Wohnort beeinflusst den Score.“ Laut Schufa fließt die Wohngegend nicht in den Score ein.
Schufa beim Kreditantrag: So gehst du vor
Planst du einen größeren Kredit, etwa eine Baufinanzierung, lohnt sich Vorbereitung. Fordere einige Monate vorher deine Datenkopie an und lass Fehler korrigieren. Stelle in dieser Zeit keine neuen Kreditanfragen und schließe keine Ratenkäufe ab. Kündige ungenutzte Kreditkarten frühzeitig, nicht erst kurz vor dem Antrag. Und vergleiche Angebote nur über Konditionsanfragen.
Begriffe kurz erklärt
- Bonität
- Kreditwürdigkeit, also die Fähigkeit und Bereitschaft, Schulden zurückzuzahlen.
- Datenkopie
- Kostenlose Auskunft über alle gespeicherten Daten nach Art. 15 DSGVO.
- Konditionsanfrage
- Anfrage einer Bank, um dir ein Kreditangebot zu machen. Sie ist für andere Unternehmen nicht sichtbar und beeinflusst den Score nicht.
- Negativeintrag
- Vermerk über eine Zahlungsstörung, etwa eine nicht bezahlte, gemahnte und unbestrittene Forderung.
- Auskunftei
- Unternehmen, das Informationen zur Kreditwürdigkeit sammelt, etwa Schufa, Crif oder Creditreform.
Häufige Fragen
Kostet die Datenkopie wirklich nichts?
Ja, die Datenkopie nach Art. 15 DSGVO ist kostenlos. Kostenpflichtig sind nur Zusatzprodukte wie die BonitätsAuskunft oder Abo-Dienste mit Benachrichtigungen.
Darf mein Arbeitgeber meine Schufa einsehen?
Nein, ein Arbeitgeber hat in der Regel kein berechtigtes Interesse. Er darf nur mit deiner Einwilligung nach einer Auskunft fragen, etwa bei Stellen mit hoher finanzieller Verantwortung.
Wie schnell verbessert sich mein Score?
Kreditanfragen fallen nach zwölf Monaten weg, erledigte Einträge nach den Löschfristen. Eine spürbare Verbesserung braucht oft ein bis drei Jahre mit sauberer Zahlungshistorie.
Darf ein Vermieter meine Schufa verlangen?
Er darf nach deiner Bonität fragen, aber erst, wenn ein ernsthaftes Interesse an einem Mietvertrag besteht. Die kostenlose Datenkopie enthält mehr Daten, als ein Vermieter wissen muss. Viele Vermieter akzeptieren deshalb eine eigens dafür gedachte Bonitätsauskunft.
Verschlechtert ein Kontowechsel meinen Score?
Kaum. Ein neues Girokonto wird gemeldet, hat aber meist nur geringen Einfluss. Kündige das alte Konto, wenn du es nicht mehr brauchst.
Was ist ein Schufa-Eintrag wegen einer Handyrechnung?
Ein Negativeintrag entsteht nur, wenn eine fällige Forderung mehrfach gemahnt wurde, du nicht widersprochen hast und vorher auf die Meldung hingewiesen wurdest. Zahle offene Rechnungen sofort, um es nicht so weit kommen zu lassen.
Gibt es neben der Schufa andere Auskunfteien?
Ja, etwa Crif, Creditreform Boniversum und Infoscore. Auch bei ihnen kannst du kostenlos eine Datenkopie anfordern.
Hilft eine Kreditkarte, um den Score aufzubauen?
Eine Kreditkarte, die du jeden Monat vollständig ausgleichst, zeigt verantwortungsvollen Umgang mit Kredit. Mehrere ungenutzte Karten bringen dagegen nichts.
Quellen: Schufa Holding AG, Art. 15 und Art. 22 DSGVO, EuGH-Urteil vom 7.12.2023 (C-634/21), Verbraucherzentrale, Verhaltensregeln der Auskunfteien. Keine Rechtsberatung.