Unabhängig und werbefinanziert: Mit * markierte Links sind Werbelinks. So verdienen wir Geld
Einsteiger

ETF-Arten im Überblick: Aktien, Anleihen, Rohstoffe und mehr

Es gibt in Europa mehrere Tausend ETFs. Das kann verwirren, dabei lassen sie sich in wenige Gruppen einteilen. Hier erfährst du, welche ETF-Arten es gibt, wofür sie gedacht sind und welche davon du für einen soliden Vermögensaufbau tatsächlich brauchst – meist sind es weniger, als du denkst.

Dein FahrplanSchritt 5 von 7: Investieren

Auf einen Blick

  1. ETFs bilden einen Index nach. Was im ETF steckt, hängt vom Index ab: Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien.
  2. Für den langfristigen Vermögensaufbau reicht oft ein breiter Welt-Aktien-ETF, ergänzt um einen sicheren Teil.
  3. Themen-, Faktor- und Hebel-ETFs sind für Spezialfälle. Sie erhöhen meist Kosten und Risiko.
  4. Neben dem Inhalt unterscheiden sich ETFs in Ertragsverwendung, Replikation und Fondsdomizil.
Unsere Leseempfehlung

Buchtipps

Anzeige
  • Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs

    Gerd Kommer

    Der Klassiker zum passiven Investieren: warum breit gestreute Indexfonds auf lange Sicht so schwer zu schlagen sind.

    Bei Amazon ansehen*
  • Genial einfach investieren

    Martin Weber

    Ein Finanzprofessor zeigt, warum eine einfache, breit gestreute Strategie die meisten Profis schlägt.

    Bei Amazon ansehen*

* Affiliate-Link zu Amazon. Kaufst du darüber, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Wie riskant die ETF-Arten sindEinschätzung aus dem Ratgeber
Geldmarktsehr niedrigAnleihenniedrig bis mittelImmobilienmittel bis hochAktienhochRohstoffehoch

Für den Vermögensaufbau reicht oft ein breiter Welt-Aktien-ETF plus ein sicherer Teil.

Deine Strategie in drei Zügen

Dein nächster Zug

  1. 1

    Kern festlegen

    Wähle einen breiten Welt-Aktien-ETF als Basis.

  2. 2

    Sicheren Teil ergänzen

    Lege den sicheren Anteil auf Tagesgeld oder in einen Anleihen-ETF.

  3. 3

    Einfach bleiben

    Ein bis drei ETFs reichen. Spezial-ETFs nur als kleine Beimischung.

Schritt 5 von 7 im Finanz-Fahrplan: Investieren.

Ausführlicher Ratgeber7 Min. Lesezeit · 12 Abschnitte mit Beispielen, Begriffen und Fragen

Was alle ETFs gemeinsam haben

Ein ETF, kurz für Exchange Traded Fund, ist ein börsengehandelter Fonds, der einen Index möglichst genau nachbildet. Es gibt kein Fondsmanagement, das Aktien auswählt. Deshalb sind ETFs meist deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Das Geld im ETF ist Sondervermögen und bei einer Pleite des Anbieters geschützt.

Die Grundlagen erklären wir ausführlich im Ratgeber ETF für Anfänger. Hier geht es darum, welche Arten es gibt.

Die ETF-Arten im Überblick

ArtWas drinstecktRolle im DepotRisiko
Aktien-ETFAktien eines Index, etwa MSCI WorldRenditebaustein, KernHoch, langfristig ausgleichend
Anleihen-ETFStaats- oder UnternehmensanleihenStabilitätNiedrig bis mittel
Geldmarkt-ETFSehr kurzlaufende AnlagenTagesgeld-ErsatzSehr niedrig
Rohstoff-ETCGold, Öl, IndustriemetalleBeimischungHoch
Immobilien-ETFBörsennotierte Immobilienfirmen, REITsBeimischungMittel bis hoch
Multi-Asset-ETFAktien und Anleihen in festem VerhältnisKomplettlösungJe nach Mischung
Faktor-ETFAktien nach Merkmalen wie Value oder MomentumErgänzung für FortgeschritteneHoch
Themen-ETFBranchen oder Trends wie Robotik, WasserSatellitSehr hoch

Aktien-ETFs: Der Kern

Aktien-ETFs sind der Motor für langfristigen Vermögensaufbau. Sie unterscheiden sich vor allem nach Region und Breite:

  • Welt-ETFs wie MSCI World, MSCI ACWI oder FTSE All-World streuen über Tausende Unternehmen in vielen Ländern. Den Unterschied erklären wir unter MSCI World oder FTSE All-World.
  • Regionen-ETFs wie Europa, USA oder Schwellenländer eignen sich, um Gewichte gezielt zu verschieben.
  • Länder-ETFs wie DAX oder Japan sind wenig gestreut und eher Beimischung.

Anleihen- und Geldmarkt-ETFs: Der sichere Teil

Wer einen Teil seines Vermögens schwankungsarm anlegen will, kann Anleihen-ETFs nutzen. Wie sie funktionieren, steht im Ratgeber Anleihen erklärt. Geldmarkt-ETFs investieren in sehr kurzlaufende Anlagen und entwickeln sich ähnlich wie der Leitzins. Sie sind eine Alternative zu Tagesgeld, besonders für Beträge über 100.000 € oder für Geld, das bereits im Depot liegt. Anders als Tagesgeld fallen sie nicht unter die Einlagensicherung, sind aber als Sondervermögen geschützt.

Rohstoffe und Gold

Rohstoffe werden meist über ETCs gehandelt, Exchange Traded Commodities. Rechtlich sind das Schuldverschreibungen, keine Fonds. Bei physisch besicherten Gold-ETCs liegt aber echtes Gold im Tresor. Mehr dazu unter Gold als Geldanlage. ETCs auf Öl oder breite Rohstoffkörbe bilden meist Terminkontrakte ab und können sich durch Rollkosten anders entwickeln als der Rohstoffpreis.

Faktor-, Themen- und Hebel-ETFs

  • Faktor-ETFs setzen auf Merkmale, die in der Vergangenheit Mehrrenditen gebracht haben, etwa günstige Bewertung (Value), kleine Unternehmen (Small Caps) oder geringe Schwankung (Minimum Volatility). Diese Prämien können über Jahre ausbleiben.
  • Themen-ETFs greifen Trends auf. Sie sind oft teurer und gering gestreut. Wenn ein Thema in den Medien angekommen ist, sind die Aktien häufig schon teuer.
  • Hebel- und Short-ETFs verstärken die tägliche Bewegung eines Index oder setzen auf fallende Kurse. Sie sind für kurzfristige Spekulation gebaut und für den Vermögensaufbau ungeeignet.

Weitere Merkmale, auf die du achten solltest

MerkmalVariantenWorauf achten
ErtragsverwendungAusschüttend oder thesaurierendThesaurierend für Zinseszins, ausschüttend für regelmäßiges Einkommen
ReplikationPhysisch (vollständig oder Sampling) oder synthetisch (Swap)Beide sind reguliert. Physisch ist leichter zu verstehen.
KostenLaufende Kosten (TER)Für Welt-ETFs unter 0,25 % pro Jahr
FondsgrößeVolumen in EuroAb etwa 100 Mio. € ist das Schließungsrisiko gering
FondsdomizilMeist Irland oder LuxemburgIrland ist bei US-Aktien steuerlich oft vorteilhaft

Welche ETFs brauchst du wirklich?

Für die meisten Sparerinnen und Sparer reicht eine einfache Struktur:

  1. Ein breiter Welt-Aktien-ETF als Kern, etwa auf den MSCI ACWI oder FTSE All-World.
  2. Ein sicherer Teil auf Tagesgeld, Festgeld oder in einem Anleihen- beziehungsweise Geldmarkt-ETF.
  3. Optional eine kleine Beimischung wie Gold oder Schwellenländer, höchstens 10 bis 20 % des Depots.

Mehr ETFs bedeuten nicht automatisch mehr Streuung. Wer fünf Aktien-ETFs mit ähnlichem Inhalt kauft, hat am Ende vor allem mehr Aufwand. Wie du die Aufteilung festlegst, zeigt unser ETF-Sparplan-Ratgeber.

Drei Beispiel-Portfolios

TypAufteilungFür wen
Ganz einfach100 % Welt-Aktien-ETF, sicherer Teil auf TagesgeldEinsteiger mit langem Horizont
Klassisch ausgewogen70 % Welt-Aktien-ETF, 30 % Euro-Staatsanleihen-ETFWer weniger Schwankung möchte
Mit Beimischung80 % Welt-Aktien-ETF, 10 % Anleihen-ETF, 10 % Gold-ETCFortgeschrittene, die breiter streuen wollen

Die Beispiele sind keine Empfehlung, sondern zeigen das Prinzip: Ein klarer Kern und wenige Bausteine. Welche Aufteilung zu dir passt, hängt von deinem Anlagehorizont und deiner Nervenstärke in Krisen ab.

ETF auswählen in vier Schritten

  1. Index festlegen: Zuerst entscheidest du, welchen Markt du abbilden willst. Erst dann suchst du den ETF dazu.
  2. Kosten vergleichen: Unter mehreren ETFs auf denselben Index hat der günstigste meist auch die beste Rendite.
  3. Größe und Alter prüfen: Große, etablierte ETFs werden selten geschlossen.
  4. Ertragsverwendung wählen: Thesaurierend für den Vermögensaufbau, ausschüttend, wenn du regelmäßige Erträge brauchst.

Informationen zu jedem ETF findest du im Factsheet und im Basisinformationsblatt des Anbieters sowie in ETF-Datenbanken im Internet.

Begriffe kurz erklärt

ETC
Exchange Traded Commodity: börsengehandelte Schuldverschreibung auf einen Rohstoff.
TER
Total Expense Ratio: laufende jährliche Kosten eines Fonds in Prozent.
Thesaurierend
Erträge werden automatisch wieder angelegt statt ausgezahlt.
Synthetische Replikation
Der ETF bildet den Index über ein Tauschgeschäft mit einer Bank nach, statt die Aktien selbst zu kaufen.
Faktorprämie
Mehrrendite, die bestimmte Aktienmerkmale in der Vergangenheit erzielt haben.

Häufige Fragen

Was sind Smart-Beta-ETFs?

Ein anderer Name für Faktor-ETFs. Sie gewichten Aktien nicht nach Börsenwert, sondern nach Regeln wie Bewertung, Dividende oder Schwankung.

Kann ich verschiedene ETF-Arten in einem Sparplan kombinieren?

Ja. Viele Broker erlauben mehrere Sparpläne parallel, oft schon ab 1 € pro ETF. So lässt sich eine Aufteilung ohne große Kosten umsetzen.

Was ist ein Small-Cap-ETF?

Ein ETF auf kleinere Unternehmen, die in großen Indizes kaum vorkommen. Er kann als Beimischung die Streuung erhöhen, schwankt aber stärker.

Was sind Dividenden-ETFs?

ETFs, die Aktien nach hoher Dividendenrendite auswählen. Sie sind weniger breit gestreut als Welt-ETFs und bringen nicht automatisch mehr Rendite. Für regelmäßige Ausschüttungen reicht auch ein ausschüttender Welt-ETF.

Was ist der Unterschied zwischen ETF und Indexfonds?

Ein ETF ist ein Indexfonds, der an der Börse gehandelt wird. Klassische Indexfonds kaufst du dagegen direkt über die Fondsgesellschaft zum Tagespreis.

Wie viele ETFs sollte ich haben?

Ein bis drei reichen für die meisten Depots. Ein Welt-ETF deckt bereits Tausende Unternehmen ab.

Sind synthetische ETFs riskanter?

Kaum. Das Kontrahentenrisiko ist gesetzlich auf 10 % des Fondsvermögens begrenzt und in der Praxis meist besichert. Für Einsteiger sind physische ETFs trotzdem leichter zu verstehen.

Sind nachhaltige ETFs eine eigene Art?

Es sind meist Aktien- oder Anleihen-ETFs, die nach ESG-Kriterien filtern. Sie können einen herkömmlichen Welt-ETF ersetzen, wenn dir Nachhaltigkeit wichtig ist.

Was ist ein Multi-Asset-ETF?

Ein ETF, der Aktien und Anleihen in einem festen Verhältnis kombiniert, etwa 60 zu 40, und regelmäßig ausgleicht. Praktisch, aber weniger flexibel als zwei getrennte ETFs.

Woran erkenne ich einen ETF im Depot?

An der ISIN, einer zwölfstelligen Kennnummer. Fonds aus Irland beginnen mit IE, aus Luxemburg mit LU.

Quellen: Kapitalanlagegesetzbuch, OGAW-Richtlinie (UCITS), Deutsche Börse, justETF, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Keine Anlageberatung.