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Einsteiger

Depot-Vergleich: Das passende Depot für Sparpläne

Wer in ETFs oder Aktien investieren möchte, braucht ein Wertpapierdepot. Die Unterschiede bei Kosten und Auswahl sind groß. Mit dem richtigen Depot sparst du über die Jahre leicht einen vierstelligen Betrag.

Dein FahrplanSchritt 5 von 7: Investieren

Auf einen Blick

  1. Ein gutes Depot hat keine Depotgebühr und bietet kostenlose oder sehr günstige ETF-Sparpläne.
  2. Neo-Broker sind meist am günstigsten, Direktbanken bieten oft mehr Handelsplätze und Service.
  3. Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen und bei einer Pleite des Anbieters geschützt.
  4. Ein Depotwechsel ist kostenlos möglich, die Wertpapiere müssen nicht verkauft werden.
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Dazu kommt die entgangene Rendite auf die Gebühren.

Deine Strategie in drei Zügen

Dein nächster Zug

  1. 1

    Anforderungen klären

    Sparplan, Einzelaktien oder viele Handelsplätze: Was brauchst du wirklich?

  2. 2

    Kosten vergleichen

    Prüfe Depotgebühr, Sparplankosten und Orderentgelte.

  3. 3

    Depot eröffnen

    Eröffne das Depot online und richte direkt den ersten Sparplan ein.

Schritt 5 von 7 im Finanz-Fahrplan: Investieren.

Ausführlicher Ratgeber8 Min. Lesezeit · 13 Abschnitte mit Beispielen, Begriffen und Fragen

Was ist ein Depot?

Ein Wertpapierdepot ist ein Konto, auf dem deine Aktien, ETFs, Fonds oder Anleihen verwahrt werden. Dazu gehört fast immer ein Verrechnungskonto, über das Käufe, Verkäufe, Sparpläne und Ausschüttungen laufen. Bei einigen Anbietern wird das Guthaben auf dem Verrechnungskonto verzinst.

Die Wertpapiere im Depot gehören dir, nicht der Bank. Sie sind Sondervermögen und fallen bei einer Insolvenz des Anbieters nicht in die Insolvenzmasse. Das Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist dagegen eine normale Einlage und fällt unter die Einlagensicherung bis 100.000 €.

Die Anbietertypen im Vergleich

TypStärkenSchwächen
Neo-BrokerSehr niedrige Kosten, einfache App, Sparpläne ab 1 €Weniger Handelsplätze, Service fast nur per Chat
DirektbankGroße Auswahl, viele Handelsplätze, Girokonto aus einer HandEinzelne Orders teils teurer
FilialbankPersönliche Beratung vor OrtOft hohe Depot- und Ordergebühren, Beratung meist provisionsgetrieben
Robo-AdvisorKomplette VerwaltungHöhere laufende Kosten, wenig eigene Steuerung

Diese Kosten solltest du vergleichen

  • Depotgebühr: Bei guten Anbietern kostenlos.
  • Sparplan-Kosten: Viele ETF-Sparpläne sind kostenlos, manche kosten pro Ausführung einen Prozentsatz.
  • Ordergebühren: Für Einzelkäufe und -verkäufe, von einem Euro bis zu prozentualen Gebühren.
  • Fremdspesen: Gebühren des Handelsplatzes, die zusätzlich anfallen können.
  • Spread: Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs, ein indirekter Kostenfaktor.
  • Sonstiges: Gebühren für Auslandsaktien, Depotübertrag oder Papierpost.
Was die Kosten über die Jahre ausmachen

Wer 20 Jahre lang jeden Monat 100 € per Sparplan investiert, führt 240 Sparplan-Ausführungen durch. Bei 1,5 % Ausführungsgebühr wären das insgesamt 360 € Gebühren – plus die entgangene Rendite auf dieses Geld. Bei einem kostenlosen Sparplan fällt nichts davon an.

Stand prüfen: Die EU schränkt Rückvergütungen von Handelsplätzen an Broker (Payment for Order Flow) ein. Das kann die Preismodelle einiger Neo-Broker verändern.

Weitere Kriterien neben den Kosten

  • Sparplan-Auswahl: Ist dein gewünschter ETF als Sparplan verfügbar?
  • Handelsplätze: Wer gelegentlich größere Orders platziert, profitiert von mehreren Börsenplätzen.
  • Bedienung: App und Website sollten übersichtlich und zuverlässig sein.
  • Steuern: Führt der Anbieter die Abgeltungsteuer automatisch ab? Deutsche Depots tun das, bei ausländischen musst du dich oft selbst kümmern.
  • Sonderfunktionen: Kinderdepot, Gemeinschaftsdepot, Bruchstückhandel, Zinsen auf dem Verrechnungskonto.
  • Sitz und Aufsicht: Unter welcher Lizenz arbeitet der Anbieter, und wo liegt das Verrechnungskonto?

So eröffnest du ein Depot

  1. Anbieter wählen nach den Kriterien oben.
  2. Online beantragen: Persönliche Daten, Steuer-ID, Referenzkonto.
  3. Fragen zu Kenntnissen und Erfahrungen beantworten: Das ist gesetzlich vorgeschrieben und dient deinem Schutz.
  4. Identifizieren: Per Video-Chat oder App.
  5. Freistellungsauftrag erteilen und den ersten Sparplan anlegen.

Depot wechseln: So geht der Übertrag

Bist du mit deinem Depot unzufrieden, kannst du die Wertpapiere zu einem anderen Anbieter übertragen lassen, ohne sie zu verkaufen. Der Depotübertrag ist für dich in der Regel kostenlos. Die alte Bank übermittelt dabei auch die steuerlich relevanten Anschaffungsdaten, damit später korrekt besteuert wird.

  1. Neues Depot eröffnen.
  2. Übertragungsauftrag beim neuen Anbieter stellen, meist online.
  3. Sparpläne beim alten Anbieter stoppen und beim neuen neu anlegen.
  4. Freistellungsauftrag anpassen.
  5. Altes Depot kündigen, sobald alles übertragen ist.

Bruchstücke von Fondsanteilen lassen sich nicht immer übertragen und werden dann gegebenenfalls verkauft.

Unsere Vergleichsmethodik

Wir bewerten Depots nach Gesamtkosten für typische Sparplan- und Order-Nutzer, Sparplan-Auswahl, Handelsplätzen, Bedienung, steuerlicher Abwicklung und Sicherheit. Provisionen beeinflussen die Reihenfolge nicht. Mehr auf der Seite So verdienen wir Geld.

Kinderdepot und Gemeinschaftsdepot

  • Kinderdepot: Ein Depot auf den Namen des Kindes, verwaltet von den Eltern. Das Kind kann seinen eigenen Sparerpauschbetrag und den Grundfreibetrag nutzen. Das Geld gehört aber rechtlich dem Kind, und mit 18 verfügt es selbst darüber.
  • Gemeinschaftsdepot: Für Paare, die gemeinsam investieren. Beide sind Eigentümer, der Freistellungsauftrag gilt bei Verheirateten gemeinsam.

Nicht jeder Anbieter bietet beide Formen an. Wer ein Kinderdepot plant, sollte darauf achten, dass auch dort kostenlose Sparpläne möglich sind.

Steuern im Depot

Bei einem Depot in Deutschland führt der Anbieter die Abgeltungsteuer automatisch ab. Dabei berücksichtigt er deinen Freistellungsauftrag und verrechnet Gewinne und Verluste innerhalb des Depots über sogenannte Verlustverrechnungstöpfe. Für die meisten Anleger ist damit keine weitere Arbeit nötig.

Bei ausländischen Depots ist das oft anders: Die Steuer wird nicht automatisch abgeführt, und du musst alle Erträge selbst in der Steuererklärung angeben. Das ist aufwendiger und fehleranfälliger. Für Einsteiger ist ein Depot mit deutscher Steuerabwicklung deshalb in der Regel die bessere Wahl.

Sparplan oder Einzelkauf?

Für regelmäßiges Investieren ist ein Sparplan fast immer günstiger als monatliche Einzelkäufe, weil viele Anbieter Sparpläne kostenlos ausführen, Einzelorders aber Gebühren kosten. Einzelkäufe lohnen sich für größere Einmalbeträge oder wenn ein Wertpapier nicht als Sparplan verfügbar ist. Achte bei Einzelkäufen auf Handelszeiten und nutze eine Limit-Order.

Typische Fehler bei der Depotwahl

  • Depot bei der Hausbank ohne Vergleich: Filialbanken verlangen oft Depotgebühren und hohe Ordergebühren, die über die Jahre viel Rendite kosten.
  • Nur auf Werbeprämien achten: Eine Prämie für die Eröffnung ist schön, entscheidend sind aber die dauerhaften Kosten.
  • Den gewünschten ETF nicht prüfen: Nicht jeder ETF ist bei jedem Anbieter als kostenloser Sparplan verfügbar.
  • Freistellungsauftrag vergessen: Ohne ihn werden Steuern abgezogen, die du dir erst über die Steuererklärung zurückholen kannst.
  • Zu viele Depots: Mehrere Depots machen die Übersicht und die Verteilung des Freibetrags schwieriger.

Begriffe kurz erklärt

Depot
Konto zur Verwahrung von Wertpapieren.
Verrechnungskonto
Konto, über das alle Zahlungen rund ums Depot laufen.
Neo-Broker
App-basierter Online-Broker mit sehr niedrigen Kosten.
Ordergebühr
Gebühr für einen einzelnen Kauf oder Verkauf.
Depotübertrag
Wechsel der Wertpapiere zu einem anderen Anbieter ohne Verkauf.
Sondervermögen
Vom Anbieter getrennt verwahrtes Vermögen, geschützt bei dessen Pleite.

Häufige Fragen

Kostet ein Depot etwas, wenn ich gar nicht handle?

Bei den meisten Direktbanken und Neo-Brokern fällt keine Depotgebühr an, auch wenn du monatelang nichts kaufst oder verkaufst. Einige Filialbanken berechnen dagegen eine feste Jahresgebühr oder einen Prozentsatz des Depotwerts. Schau deshalb im Preis- und Leistungsverzeichnis nach dem Punkt Depotführung, bevor du ein Konto eröffnest.

Kann ich im Depot auch Anleihen, Fonds oder Aktien kaufen?

Ja. Ein Depot ist nicht auf ETFs beschränkt. Je nach Anbieter kannst du dort auch einzelne Aktien, Anleihen, aktiv gemanagte Fonds oder Zertifikate verwahren. Wie groß die Auswahl ist und an welchen Handelsplätzen du handeln kannst, unterscheidet sich aber deutlich von Broker zu Broker.

Muss ich die Fragen zu Kenntnissen und Erfahrungen beantworten?

Der Anbieter ist gesetzlich verpflichtet, sie zu stellen. Sie dienen deinem Schutz: Passt ein Produkt nicht zu deinen Erfahrungen, erhältst du einen Warnhinweis.

Wie lange dauert ein Depotübertrag?

Meist einige Tage bis wenige Wochen. In dieser Zeit kannst du die übertragenen Wertpapiere in der Regel nicht verkaufen.

Kann ich mehrere Depots haben?

Ja. Verteile dann deinen Freistellungsauftrag sinnvoll auf alle Depots und Konten.

Ist ein Neo-Broker sicher?

Seriöse Neo-Broker haben eine Banklizenz oder arbeiten mit einer Partnerbank. Die Wertpapiere sind als Sondervermögen geschützt, das Verrechnungskonto über die Einlagensicherung.

Brauche ich für ein Depot ein Girokonto bei derselben Bank?

Nein. Das Referenzkonto kann bei jeder Bank sein.

Was passiert mit dem Depot im Erbfall?

Die Wertpapiere gehen an die Erben über. Diese können sie behalten oder verkaufen.

Quellen: Depotgesetz (Sondervermögen), Wertpapierhandelsgesetz (Angemessenheitsprüfung), Einlagensicherungsgesetz, BaFin, Verbraucherzentrale. Beispiel vereinfacht. Keine Anlageberatung.