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Digitaler Euro: Was sich für dich ändert

Die Europäische Zentralbank bereitet einen digitalen Euro vor: digitales Bargeld, ausgegeben direkt von der Notenbank. Für viele klingt das nach Abschaffung des Bargelds oder Überwachung. Tatsächlich ist das Projekt anders angelegt. Hier erfährst du, was der digitale Euro ist, wie er funktionieren soll und was er für deinen Alltag und deine Ersparnisse bedeuten würde.

Dein FahrplanGrundwissen für alle 7 Schritte

Auf einen Blick

  1. Der digitale Euro wäre digitales Zentralbankgeld für alle – eine digitale Ergänzung zum Bargeld, kein Ersatz.
  2. Bezahlt würde über eine App oder Karte, online, im Laden und unter Freunden, auch ohne Internetverbindung.
  3. Eine Haltegrenze pro Person soll verhindern, dass Ersparnisse in großem Stil von Banken abfließen.
  4. Ob und wann er kommt, hängt von der EU-Gesetzgebung ab. Für deine Geldanlage ändert sich zunächst wenig.
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So könnte Bezahlen funktionierenVier Schritte mit dem digitalen Euro
1Walleteinrichten2Kontoverknüpfen3Im Ladenbezahlen4OfflineHandy zuHandy

Geplante Ausgestaltung, noch nicht beschlossen. Im Gespräch ist eine Haltegrenze von etwa 3.000 € pro Person.

Deine Strategie in drei Zügen

Dein nächster Zug

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    Entwicklung verfolgen

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Was ist der digitale Euro?

Heute gibt es zwei Formen von Geld: Bargeld, das die Zentralbank ausgibt, und Buchgeld auf deinem Bankkonto, das Geschäftsbanken schaffen. Wenn du mit Karte zahlst, bewegst du Buchgeld, also eine Forderung gegen deine Bank. Wie Buchgeld entsteht, erklärt unser Ratgeber Geldschöpfung.

Der digitale Euro wäre eine dritte Form: digitales Geld, das direkt von der Zentralbank stammt, so sicher wie Bargeld, aber elektronisch nutzbar. Fachleute sprechen von digitalem Zentralbankgeld für Privatpersonen.

Warum plant die EZB einen digitalen Euro?

  • Weniger Bargeld im Alltag: Immer mehr Zahlungen laufen digital. Die EZB möchte, dass es auch digital eine öffentliche, für alle zugängliche Form von Geld gibt.
  • Unabhängigkeit Europas: Ein großer Teil der Kartenzahlungen läuft heute über Anbieter außerhalb Europas. Ein europäisches Zahlungsmittel soll die Abhängigkeit verringern.
  • Einheitliche Zahlung im ganzen Euroraum: Mit einer Lösung in allen Euroländern bezahlen.
  • Antwort auf private Digitalwährungen: Die EZB will verhindern, dass private Anbieter oder ausländische Digitalwährungen die Kontrolle über Zahlungen übernehmen.

So soll der digitale Euro funktionieren

MerkmalGeplante Ausgestaltung
ZugangÜber Banken, Sparkassen oder die Wallet-App der EZB
BezahlenIm Laden, online und zwischen Privatpersonen
Offline-FunktionZahlungen von Gerät zu Gerät auch ohne Internet, mit bargeldähnlicher Privatsphäre
Kosten für PrivatpersonenGrundfunktionen sollen kostenlos sein
ZinsenKeine Verzinsung geplant
HaltegrenzeObergrenze pro Person, im Gespräch sind etwa 3.000 €

Überschreitet eine Zahlung dein Guthaben, soll automatisch Geld vom verknüpften Girokonto nachgeladen werden. Umgekehrt würde Guthaben über der Haltegrenze automatisch aufs Girokonto fließen.

Wird das Bargeld abgeschafft?

Nein. Die EZB und die EU-Kommission betonen, dass der digitale Euro das Bargeld ergänzen und nicht ersetzen soll. Parallel zum digitalen Euro hat die EU-Kommission vorgeschlagen, die Annahme von Bargeld und seine Verfügbarkeit gesetzlich abzusichern. Wer bar zahlen möchte, soll das weiter können.

Datenschutz: Wer sieht meine Zahlungen?

Die Sorge vor Überwachung ist die häufigste Kritik. Nach den Plänen soll die EZB selbst keine persönlichen Daten zu einzelnen Zahlungen sehen. Banken kennen ihre Kunden wie heute auch, um Geldwäsche zu verhindern. Bei Offline-Zahlungen kleiner Beträge soll eine Privatsphäre ähnlich wie bei Bargeld möglich sein. Wie gut das in der Praxis gelingt, wird ein zentraler Punkt der Gesetzgebung und der späteren Umsetzung sein.

Was bedeutet er für deine Ersparnisse?

Für deine Geldanlage ändert sich zunächst wenig. Der digitale Euro ist als Zahlungsmittel gedacht, nicht als Sparprodukt: Er soll keine Zinsen bringen und ist durch die Haltegrenze begrenzt. Dein Tagesgeld, dein Depot und deine Altersvorsorge bleiben, wie sie sind.

Ein Unterschied betrifft die Sicherheit: Guthaben in digitalen Euro wäre eine Forderung gegen die Zentralbank und damit so sicher wie Bargeld. Bankguthaben ist dagegen bis 100.000 € über die Einlagensicherung geschützt.

Kritik und offene Fragen

  • Nutzen im Alltag: Viele Menschen sind mit Karte und Bargeld zufrieden und sehen keinen Bedarf.
  • Banken: Sie befürchten, dass Einlagen abfließen und ihre Kreditvergabe leidet. Die Haltegrenze soll das verhindern.
  • Kosten: Händler und Banken fragen, wer die Infrastruktur bezahlt.
  • Privatsphäre: Datenschützer fordern starke gesetzliche Garantien.

Was du jetzt tun solltest

Nichts Besonderes. Der digitale Euro ändert nichts an den Grundlagen einer guten Finanzstrategie: Notgroschen auf einem gut verzinsten Tagesgeld, langfristiges Vermögen breit gestreut investieren. Behalte die Entwicklung im Blick und nutze ihn, wenn er kommt, als zusätzliche Bezahlmöglichkeit.

Ein Beispiel aus dem Alltag

So könnte Bezahlen mit dem digitalen Euro aussehen

Lisa hat in der App ihrer Bank eine Wallet für den digitalen Euro eingerichtet und sie mit ihrem Girokonto verknüpft. Im Café zahlt sie per Smartphone, das Geld geht direkt an das Café, ohne Kartenanbieter dazwischen. Abends teilt sie die Pizza mit Freunden und schickt ihnen den Anteil sofort von Handy zu Handy. Auf einer Wanderung ohne Netz bezahlt sie in einer Hütte offline. Ihr Girokonto und ihr Tagesgeld nutzt sie weiter wie bisher.

Der Weg zum digitalen Euro

  1. Untersuchungsphase: Die EZB hat ab 2021 untersucht, wie ein digitaler Euro gestaltet sein könnte.
  2. Vorbereitungsphase: Ab Ende 2023 wurden Regeln, technische Grundlagen und mögliche Dienstleister vorbereitet.
  3. Gesetzgebung: Das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten müssen den rechtlichen Rahmen beschließen.
  4. Einführung: Erst danach kann die EZB über die Ausgabe entscheiden und den digitalen Euro schrittweise einführen.

Begriffe kurz erklärt

Digitales Zentralbankgeld
Elektronisches Geld, das direkt von der Zentralbank ausgegeben wird, im Englischen CBDC.
Haltegrenze
Maximaler Betrag an digitalen Euro, den eine Person halten darf.
Wallet
Digitale Geldbörse, etwa eine App, in der Guthaben verwaltet wird.
Gesetzliches Zahlungsmittel
Zahlungsmittel, das grundsätzlich angenommen werden muss.
Wasserfall-Funktion
Automatisches Weiterleiten von Guthaben über der Haltegrenze aufs Girokonto.

Häufige Fragen

Was unterscheidet den digitalen Euro von PayPal oder Apple Pay?

Zahlungsdienste wie PayPal oder Apple Pay bewegen Buchgeld von Banken oder eigene Guthaben. Der digitale Euro wäre Zentralbankgeld und damit direkt von der EZB garantiert, ähnlich wie Bargeld. Zahlungsdienste könnten ihn aber in ihre Angebote einbinden.

Werden Händler den digitalen Euro annehmen müssen?

Geplant ist, dass er gesetzliches Zahlungsmittel wird. Händler, die digitale Zahlungen anbieten, müssten ihn dann grundsätzlich akzeptieren, mit Ausnahmen etwa für sehr kleine Geschäfte.

Kostet das Bezahlen mit dem digitalen Euro Gebühren?

Für Privatpersonen sollen die Grundfunktionen kostenlos sein. Für Händler sind Gebühren mit einer Obergrenze geplant.

Kann ich mit dem digitalen Euro im Ausland zahlen?

Zunächst ist er für den Euroraum gedacht. Eine Nutzung außerhalb könnte später geprüft werden.

Was passiert bei Verlust meines Smartphones?

Online-Guthaben ist in der Wallet beim Anbieter gespeichert und kann wiederhergestellt werden. Offline-Guthaben auf dem Gerät könnte dagegen wie Bargeld verloren gehen.

Wer haftet bei Betrug?

Ähnlich wie beim Online-Banking sollen Regeln zum Schutz von Verbrauchern gelten. Die Details hängen von der endgültigen Gesetzgebung ab.

Ist der digitale Euro eine Kryptowährung?

Nein. Er wird von der Zentralbank ausgegeben und ist genau einen Euro wert. Kryptowährungen wie Bitcoin haben keinen Herausgeber und schwanken stark.

Muss ich den digitalen Euro nutzen?

Nein. Die Nutzung soll freiwillig sein. Du kannst weiter bar oder mit Karte zahlen.

Brauche ich ein Smartphone?

Geplant ist auch eine Lösung per Karte, damit Menschen ohne Smartphone den digitalen Euro nutzen können.

Kann die EZB mein Geld sperren?

Nach den Plänen nicht willkürlich. Wie bei Bankkonten können Behörden nur auf gesetzlicher Grundlage eingreifen, etwa bei Geldwäscheverdacht.

Gibt es digitales Zentralbankgeld schon anderswo?

Ja, einige Länder wie China testen oder nutzen bereits digitales Zentralbankgeld. Die Erfahrungen sind gemischt.

Quellen: Europäische Zentralbank (Fortschrittsberichte zum digitalen Euro), Europäische Kommission (Verordnungsvorschläge zum digitalen Euro und zum Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel, 2023), Deutsche Bundesbank. Stand der Planungen. Keine Anlageberatung.