Auf einen Blick
- Steuer-Apps eignen sich für einfache Fälle, etwa Angestellte ohne Nebeneinkünfte.
- Desktop-Programme decken auch komplexe Fälle wie Vermietung oder Selbstständigkeit ab.
- ELSTER ist kostenlos, setzt aber mehr Steuerwissen voraus.
- Die Kosten für Steuersoftware kannst du in der nächsten Steuererklärung angeben.
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Die Kosten für die Software kannst du im nächsten Jahr absetzen.
Dein nächster Zug
- 1
Situation einordnen
Angestellt, Vermieter oder selbstständig? Daran hängt die passende Software.
- 2
Kostenlos testen
Gib deine Daten ein und vergleiche die Erstattungsprognose.
- 3
Belegabruf nutzen
Lass vorhandene Daten vom Finanzamt automatisch übernehmen.
Schritt 7 von 7 im Finanz-Fahrplan: Optimieren.
Ausführlicher Ratgeber7 Min. Lesezeit · 11 Abschnitte mit Beispielen, Begriffen und Fragen
Die Möglichkeiten im Überblick
| Lösung | Kosten | Geeignet für | Nicht geeignet für |
|---|---|---|---|
| Steuer-App | meist pro Erklärung oder Erstattungsanteil | Angestellte, Studierende, einfache Fälle | Vermietung, Gewerbe |
| Desktop- oder Browser-Programm | meist feste Jahresgebühr | Familien, Kapitalerträge, Vermietung, Nebenjob | Wer nur eine Minimal-Erklärung braucht |
| ELSTER | kostenlos | Wer seine Formulare kennt | Einsteiger ohne Steuerwissen |
| Lohnsteuerhilfeverein | Jahresbeitrag nach Einkommen | Angestellte und Rentner mit Beratungsbedarf | Selbstständige und Gewerbetreibende |
| Steuerberatung | nach Gebührenverordnung | Komplexe Fälle, Unternehmer | Einfache Arbeitnehmerfälle |
Darauf solltest du achten
- Abgedeckte Fälle: Unterstützt die Software alle Einkunftsarten, die du hast – etwa Vermietung, Kapitalerträge, Nebenjob oder Renten?
- Belegabruf: Kann sie die beim Finanzamt gespeicherten Daten wie Lohnsteuerbescheinigung und Versicherungsbeiträge automatisch übernehmen?
- Führung: Fragt sie dich verständlich durch die Themen, statt Formulare abzubilden?
- Plausibilitätsprüfung und Spartipps: Weist sie auf Fehler und mögliche Abzüge hin?
- Bescheidprüfung: Vergleicht sie den Steuerbescheid automatisch mit deiner Erklärung?
- Preismodell: Feste Gebühr oder Anteil an der Erstattung? Bei hohen Erstattungen kann ein Festpreis günstiger sein.
- Mehrere Erklärungen: Kannst du mit einer Lizenz auch die Erklärung für Partner oder Kinder machen?
- Gerät: Smartphone, Browser oder Installation auf dem Computer?
Welche Lösung passt zu deiner Situation?
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Angestellt, Single, wenige Abzüge | Steuer-App oder ELSTER |
| Paar oder Familie mit Kindern | Desktop- oder Browser-Programm |
| Kapitalerträge über mehrere Banken, Verluste | Programm mit Anlage KAP |
| Vermietete Wohnung | Umfassendes Programm oder Steuerberatung |
| Selbstständig oder Gewerbe | Umfassendes Programm oder Steuerberatung |
| Rentner mit Beratungswunsch | Lohnsteuerhilfeverein |
ELSTER als kostenlose Alternative
Mit ELSTER, dem Online-Portal der Finanzverwaltung, kannst du deine Steuererklärung kostenlos abgeben. Du brauchst dafür ein Benutzerkonto, dessen Aktivierungsdaten per Post kommen – plane dafür einige Tage ein. ELSTER bietet ebenfalls den Belegabruf, erklärt aber weniger und gibt keine Spartipps. Wer sich ein wenig auskennt, kommt damit gut zurecht.
Ausgaben für Steuersoftware, Fachliteratur und Beratung kannst du in der Steuererklärung des Folgejahres angeben. Bis 100 € im Jahr akzeptiert die Finanzverwaltung sie in der Regel ohne Aufteilung als Werbungskosten.
Mit Software zur Steuererklärung in 6 Schritten
- Programm wählen und registrieren: Bei vielen Apps reichen E-Mail-Adresse und Steuer-ID.
- Persönliche Daten eingeben: Familienstand, Kinder, Religionszugehörigkeit, Bankverbindung.
- Belegabruf starten: Lohnsteuerbescheinigung, Versicherungsbeiträge und andere gemeldete Daten werden übernommen. Dafür ist meist eine Freischaltung über ELSTER nötig.
- Fragen beantworten: Die Software fragt nach Arbeitsweg, Homeoffice, Arbeitsmitteln, Handwerkerrechnungen und mehr.
- Prüfen: Plausibilitätsprüfung und voraussichtliche Erstattung ansehen, fehlende Angaben ergänzen.
- Abschicken: Die Erklärung geht elektronisch ans Finanzamt. Später den Bescheid mit der Berechnung vergleichen.
Preismodelle im Vergleich
Steuersoftware wird nach unterschiedlichen Modellen abgerechnet. Welches günstiger ist, hängt von deiner Situation ab:
| Modell | So funktioniert es | Vorteilhaft, wenn … |
|---|---|---|
| Festpreis pro Erklärung | Ein fester Betrag pro abgegebener Erklärung | du nur eine Erklärung im Jahr machst |
| Jahreslizenz | Ein Preis für mehrere Erklärungen eines Steuerjahres | du auch Erklärungen für Partner oder Familie erstellst |
| Erfolgsabhängig | Ein Anteil an der Erstattung | die Erstattung gering ist |
Bei einer Erstattung von 1.000 € und einer erfolgsabhängigen Gebühr von beispielsweise 10 % zahlst du 100 €. Ein Programm mit Festpreis kostet oft nur einen Bruchteil davon. Bei hohen Erstattungen lohnt sich daher meist ein fester Preis.
Datenschutz und Sicherheit
Steuerdaten gehören zu den sensibelsten Daten überhaupt. Achte auf diese Punkte:
- Anbieter mit Sitz und Datenverarbeitung in Deutschland oder der EU.
- Übertragung über die offizielle ELSTER-Schnittstelle.
- Zwei-Faktor-Anmeldung für dein Konto.
- Klare Angaben, ob Daten zu Werbezwecken genutzt werden.
- Möglichkeit, deine Daten vollständig zu löschen.
Begriffe kurz erklärt
- ELSTER
- Elektronische Steuererklärung, das offizielle Online-Portal der Finanzverwaltung.
- Belegabruf
- Abruf der Daten, die Arbeitgeber, Versicherungen und Banken bereits ans Finanzamt gemeldet haben.
- Plausibilitätsprüfung
- Automatische Kontrolle auf fehlende oder widersprüchliche Angaben.
- Bescheidprüfung
- Abgleich des Steuerbescheids mit der eingereichten Erklärung.
- Einspruch
- Rechtsbehelf gegen einen Steuerbescheid, innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe.
- Lohnsteuerhilfeverein
- Verein, der Mitgliedern mit Einkünften aus Arbeit oder Rente bei der Steuererklärung hilft.
ELSTER in vier Schritten einrichten
Für den Belegabruf brauchst du bei vielen Programmen ein ELSTER-Konto. Die Einrichtung dauert einige Tage, weil ein Teil der Zugangsdaten per Post kommt. Fang deshalb rechtzeitig an:
- Registrierung starten: Auf der ELSTER-Website mit Steuer-ID, Geburtsdatum und E-Mail-Adresse registrieren.
- Aktivierungsdaten erhalten: Eine Aktivierungs-ID kommt per E-Mail, ein Aktivierungscode per Post an deine Meldeadresse.
- Zertifikatsdatei speichern: Nach der Aktivierung lädst du eine Zertifikatsdatei herunter und vergibst ein Passwort. Bewahre beides sicher auf.
- Belegabruf beantragen: Für den Abruf deiner gespeicherten Daten ist ein weiterer Freischaltcode nötig, der ebenfalls per Post kommt.
Alternativ kannst du dich in vielen Fällen mit der Online-Ausweisfunktion deines Personalausweises anmelden. Das geht schneller, setzt aber ein geeignetes Smartphone oder Lesegerät voraus.
Diese Unterlagen solltest du bereitlegen
- Steuer-Identifikationsnummer und, falls vorhanden, Steuernummer
- Lohnsteuerbescheinigung, falls der Belegabruf nicht funktioniert
- Nachweise über Fahrtage und Homeoffice-Tage
- Rechnungen für Arbeitsmittel, Fortbildungen und Bewerbungen
- Nebenkostenabrechnung und Handwerkerrechnungen
- Spendenquittungen und Bescheinigungen über Kapitalerträge
- Den Steuerbescheid des Vorjahres zum Vergleich
Wer diese Unterlagen über das Jahr in einem Ordner sammelt, ist mit der Erklärung oft in ein bis zwei Stunden fertig – egal, mit welchem Programm.
Häufige Fragen
Lohnt sich teurere Software, wenn ich nur angestellt bin?
Meist nicht. Für einfache Arbeitnehmerfälle reichen günstige Apps oder ELSTER völlig aus. Teurere Programme lohnen sich vor allem bei Vermietung, Selbstständigkeit, mehreren Einkunftsarten oder wenn du Erklärungen für mehrere Personen erstellst.
Wie lange muss ich meine Belege aufbewahren?
Als Privatperson musst du Belege nicht mitschicken, solltest sie aber aufbewahren, bis der Steuerbescheid endgültig ist und keine Rückfragen mehr zu erwarten sind. Viele bewahren sie sicherheitshalber einige Jahre auf, digital als Scan oder Foto.
Brauche ich für die Software zwingend ein ELSTER-Konto?
Nicht immer. Viele Programme können die Erklärung auch ohne eigenes ELSTER-Konto übermitteln. Für den bequemen Belegabruf ist es aber meist nötig.
Kann ich mit Software auch Erklärungen für frühere Jahre machen?
Ja. Viele Anbieter haben Versionen für frühere Steuerjahre. Freiwillige Erklärungen sind bis zu vier Jahre rückwirkend möglich.
Was ist, wenn ich einen Fehler gemacht habe?
Ist der Bescheid noch nicht da, kannst du eine berichtigte Erklärung nachreichen. Danach hilft innerhalb eines Monats ein Einspruch.
Sind Steuer-Apps sicher?
Seriöse Anbieter übertragen die Daten verschlüsselt über die offizielle Schnittstelle der Finanzverwaltung. Achte auf einen Anbieter mit Sitz und Datenverarbeitung in der EU.
Kann ich mitten im Jahr die Software wechseln?
Ja. Viele Programme können Vorjahresdaten aus anderen Programmen oder über den Belegabruf übernehmen.
Lohnt sich ein Lohnsteuerhilfeverein?
Für Angestellte und Rentner, die persönliche Beratung möchten, oft ja. Der Jahresbeitrag richtet sich nach dem Einkommen. Für Selbstständige dürfen Lohnsteuerhilfevereine nicht tätig werden.
Quellen: ELSTER (Finanzverwaltung), Steuerberatungsgesetz (§ 4 Nr. 11 Lohnsteuerhilfevereine), Steuerberatervergütungsverordnung, BMF-Schreiben zur Zuordnung von Steuerberatungskosten. Keine Steuerberatung.