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Einsteiger

Robo-Advisor-Vergleich: Geldanlage auf Autopilot

Ein Robo-Advisor legt dein Geld automatisch in einem gestreuten ETF-Portfolio an und kümmert sich um die Pflege. Das ist bequem – kostet aber mehr als ein selbst eingerichteter Sparplan.

Dein FahrplanSchritt 5 von 7: Investieren

Auf einen Blick

  1. Ein Robo-Advisor ist eine digitale Vermögensverwaltung, die meist in ETFs investiert.
  2. Er übernimmt Auswahl, Aufteilung und Rebalancing deines Portfolios.
  3. Die Gesamtkosten liegen oft bei 0,5 bis 1 % pro Jahr – deutlich mehr als bei einem eigenen ETF-Sparplan.
  4. Geeignet für alle, die bewusst keine eigenen Entscheidungen treffen wollen.
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200 € im Monat über 30 JahreWas 0,6 Prozentpunkte Kosten ausmachen
Eingezahlt72.000 €Eigener Sparplan0,2 % Kosten188.000 €Robo-Advisor0,8 % Kosten169.000 €

Vereinfachte Rechnung mit 6 % Bruttorendite, vor Steuern.

Deine Strategie in drei Zügen

Dein nächster Zug

  1. 1

    Selbst oder automatisch?

    Entscheide, ob du dein Depot selbst steuern oder abgeben möchtest.

  2. 2

    Gesamtkosten vergleichen

    Rechne Servicegebühr und Fondskosten zusammen.

  3. 3

    Risikostufe wählen

    Lege eine Aktienquote fest, die du auch in Krisen durchhältst.

Schritt 5 von 7 im Finanz-Fahrplan: Investieren.

Ausführlicher Ratgeber7 Min. Lesezeit · 13 Abschnitte mit Beispielen, Begriffen und Fragen

So funktioniert ein Robo-Advisor

  1. Fragebogen: Du beantwortest Fragen zu Zielen, Anlagedauer, Einkommen und Risikobereitschaft.
  2. Portfolio-Vorschlag: Daraus ergibt sich eine Risikostufe, etwa 60 % Aktien und 40 % Anleihen.
  3. Umsetzung: Der Anbieter kauft passende ETFs oder Fonds in einem Depot auf deinen Namen.
  4. Pflege: Weicht die Aufteilung zu stark ab, wird automatisch umgeschichtet. Manche Anbieter passen das Portfolio auch an die Marktlage an.

Robo-Advisor sind von der BaFin regulierte Vermögensverwalter. Dein Geld liegt in einem Depot bei einer Partnerbank und ist als Sondervermögen geschützt.

Was kostet ein Robo-Advisor?

Die meisten Anbieter verlangen eine jährliche Verwaltungsgebühr in Prozent des Anlagebetrags. Hinzu kommen die laufenden Kosten der ETFs im Portfolio. Zusammen ergeben sich meist Gesamtkosten zwischen 0,5 und 1 % pro Jahr.

Kostenvergleich über 30 Jahre

Wer 200 € im Monat bei angenommenen 6 % Bruttorendite anlegt, kommt nach 30 Jahren mit einem eigenen ETF-Sparplan (0,2 % Kosten) auf rund 188.000 €. Beim Robo-Advisor mit 0,8 % Gesamtkosten sind es rund 169.000 € – etwa 19.000 € weniger. Vereinfachte Rechnung vor Steuern.

Die Kostendifferenz ist der Preis für Bequemlichkeit und die Pflege des Portfolios. Ob sie sich lohnt, hängt davon ab, wie viel dir diese Leistung wert ist.

Robo-Advisor oder eigener Sparplan?

Robo-AdvisorEigener ETF-Sparplan
Kostenmeist 0,5–1 % pro Jahrmeist 0,1–0,3 % pro Jahr
Aufwandsehr geringgering, einmal einrichten
Rebalancingautomatischselbst, etwa einmal im Jahr
Anleihen-Anteilwird automatisch gesteuertselbst festlegen
Verhalten in KrisenWeniger Versuchung zum EingreifenErfordert eigene Disziplin

Wer nur in einen einzigen Welt-ETF investiert, braucht kein Rebalancing – dann bietet der Robo-Advisor wenig Mehrwert. Interessant wird er, wenn du ein gemischtes Portfolio aus Aktien und Anleihen möchtest, aber dich nicht selbst darum kümmern willst.

Für wen eignet sich ein Robo-Advisor?

  • Für Menschen, die bewusst keine Anlageentscheidungen treffen wollen.
  • Für alle, die ein ausgewogenes Portfolio mit Anleihen wünschen und das Rebalancing nicht selbst machen möchten.
  • Für Anleger, die befürchten, in Krisen emotional zu handeln.
  • Weniger für alle, die bereit sind, einmal einen ETF-Sparplan einzurichten und ihn laufen zu lassen.

Worauf du beim Vergleich achten solltest

  • Gesamtkosten: Verwaltungsgebühr plus Fondskosten, nicht nur die beworbene Gebühr.
  • Anlagestrategie: Passive Strategie mit fester Aufteilung oder aktive Anpassung an die Marktlage?
  • Mindestanlage und Sparplan: Ab welchem Betrag geht es los?
  • Transparenz: Siehst du jederzeit, welche ETFs im Portfolio sind?
  • Nachhaltigkeit: Viele Anbieter haben nachhaltige Portfolios im Angebot.
  • Steuern: Wird der Freistellungsauftrag berücksichtigt, und werden Verluste sinnvoll verrechnet?

Die Arten von Robo-Advisor

TypSo arbeitet erGeeignet für
PassivFeste Aufteilung nach Risikostufe, regelmäßiges RebalancingLangfristige Anleger, die ein einfaches, günstiges Portfolio wollen
AktivPasst die Aufteilung je nach Marktlage an, etwa nach RisikomodellenWer Verluste in Krisen begrenzen will und dafür höhere Kosten und Abweichungen vom Markt akzeptiert
HybridDigitale Verwaltung plus persönliche AnsprechpartnerWer Beratung wünscht, aber nicht selbst handeln möchte

Ob eine aktive Steuerung langfristig besser abschneidet als eine passive, ist nicht belegt. Sicher ist nur, dass sie meist mehr kostet.

Steuern beim Robo-Advisor

Wenn der Robo-Advisor umschichtet, verkauft er Anteile. Liegen diese im Gewinn, wird Abgeltungsteuer fällig, sofern der Sparerpauschbetrag ausgeschöpft ist. Das kann den Zinseszins etwas bremsen. Gute Anbieter versuchen, Umschichtungen über neue Einzahlungen statt über Verkäufe zu erreichen und Verluste steuerlich sinnvoll zu nutzen. Vergiss nicht, auch beim Robo-Advisor einen Freistellungsauftrag zu erteilen.

Nachhaltige Robo-Advisor

Viele Anbieter bieten Portfolios aus ETFs mit Nachhaltigkeitskriterien an. Dabei werden etwa Unternehmen aus bestimmten Branchen ausgeschlossen oder solche mit besseren Umwelt- und Sozialbewertungen bevorzugt. Prüfe, welche Kriterien genau gelten, und ob die Portfolios dadurch weniger breit gestreut sind.

Checkliste vor dem Abschluss

  • Gesamtkosten pro Jahr inklusive Fondskosten bekannt?
  • Passt die vorgeschlagene Risikostufe zu deinem Zeithorizont und deiner Nervenstärke?
  • Ist klar, ob die Strategie passiv oder aktiv ist?
  • Kannst du jederzeit ein- und auszahlen, auch per Sparplan?
  • Wo liegt dein Depot, und bei welcher Bank?
  • Ist der Anbieter von der BaFin zugelassen?

Begriffe kurz erklärt

Robo-Advisor
Digitale Vermögensverwaltung, die Anlageentscheidungen nach festen Regeln automatisiert.
Risikostufe
Aufteilung zwischen schwankungsreichen Anlagen wie Aktien und stabileren wie Anleihen.
Rebalancing
Wiederherstellung der Zielaufteilung, wenn sie sich durch Kursbewegungen verschoben hat.
Verwaltungsgebühr
Jährliche Gebühr des Anbieters in Prozent des Vermögens.
Finanzportfolioverwaltung
Erlaubnispflichtige Verwaltung von Wertpapiervermögen im Namen des Kunden.

So können Robo-Portfolios aussehen

Die meisten Robo-Advisor bieten mehrere Risikostufen an. Sie unterscheiden sich vor allem im Verhältnis zwischen Aktien und Anleihen:

RisikostufeAktienAnleihenFür wen
Defensiv20–30 %70–80 %Kurzer Zeithorizont, wenig Schwankungstoleranz
Ausgewogen50 %50 %Mittlerer Zeithorizont
Wachstum70–80 %20–30 %Langer Zeithorizont
Offensiv90–100 %0–10 %Sehr langer Zeithorizont, hohe Schwankungstoleranz

Typische Spannen, je nach Anbieter unterschiedlich.

Je höher der Aktienanteil, desto höher sind die langfristigen Renditechancen – und desto tiefer kann das Portfolio in Krisen fallen. Wähle die Stufe danach, wie lange du das Geld nicht brauchst und wie ruhig du bei Verlusten bleibst. Viele Anbieter senken den Aktienanteil auf Wunsch automatisch, wenn ein Zieldatum näher rückt.

Vom Robo-Advisor zum eigenen Depot

Viele beginnen mit einem Robo-Advisor und merken später, dass sie ihr Portfolio auch selbst verwalten könnten. Ein Wechsel ist jederzeit möglich. Am einfachsten leitest du neue Sparraten auf einen eigenen ETF-Sparplan um und lässt das bestehende Robo-Portfolio weiterlaufen oder baust es schrittweise ab, um Steuern über mehrere Jahre zu verteilen.

Häufige Fragen

Kann ich beim Robo-Advisor die Risikostufe später ändern?

Ja, bei den meisten Anbietern jederzeit. Beachte aber, dass eine Änderung Umschichtungen auslösen kann, bei denen auf Gewinne Steuern anfallen. Wechsle die Stufe deshalb nicht wegen kurzfristiger Marktbewegungen, sondern wenn sich deine Lebenssituation ändert.

Ab welchem Betrag lohnt sich ein Robo-Advisor?

Viele Anbieter starten schon mit kleinen Sparplänen. Da die Gebühr prozentual ist, ist der Betrag für die Kostenquote unerheblich. Entscheidend ist, ob dir die Leistung die Mehrkosten gegenüber einem eigenen Sparplan wert ist.

Was passiert bei einer Pleite des Robo-Advisors?

Die Wertpapiere liegen in einem Depot auf deinen Namen bei einer Partnerbank und sind als Sondervermögen geschützt. Du kannst sie auf ein anderes Depot übertragen lassen.

Kann ich mein Geld jederzeit abziehen?

In der Regel ja. Die ETFs werden verkauft und das Geld auf dein Referenzkonto überwiesen. Das dauert meist einige Tage.

Ist ein Robo-Advisor sicherer als ein eigenes Depot?

Nicht grundsätzlich. Das Risiko hängt von der gewählten Aktienquote ab. Das Geld ist in beiden Fällen als Sondervermögen vor einer Pleite des Anbieters geschützt.

Kann ich vom Robo-Advisor später auf einen eigenen Sparplan wechseln?

Ja. Neue Einzahlungen kannst du jederzeit umleiten. Wer das bestehende Portfolio verkauft, muss gegebenenfalls Steuern auf Gewinne zahlen.

Quellen: BaFin (Finanzportfolioverwaltung), Verbraucherzentrale, eigene Berechnungen mit monatlicher Verzinsung (Nettorendite 5,8 % bzw. 5,2 %), gerundet. Keine Anlageberatung.