Auf einen Blick
- Gold bringt keine laufenden Erträge. Gewinne entstehen nur durch Preissteigerungen.
- Viele Anleger halten Gold als Beimischung von etwa 5 bis 10 % des Vermögens.
- Physisches Gold ist nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei, Anlagegold ist mehrwertsteuerfrei.
- Kleine Barren und Münzen haben höhere Aufschläge als große Barren.
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- Rest des Depots: 45.000 €
- Gold: 5.000 €
Physisches Gold ist nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.
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Warum Gold?
Gold ist knapp, haltbar und weltweit anerkannt. Es kann nicht beliebig vermehrt werden und ist unabhängig von einzelnen Staaten oder Banken. Deshalb gilt es als Absicherung gegen Krisen, Währungsverfall und Inflation. In Phasen großer Unsicherheit steigt die Nachfrage oft, während Aktien fallen.
Gleichzeitig hat Gold klare Schwächen: Es zahlt weder Zinsen noch Dividenden, und sein Preis kann über lange Zeiträume fallen. Nach dem Höchststand von 1980 dauerte es in US-Dollar rund drei Jahrzehnte, bis dieses Niveau nominal wieder erreicht war. Real, also inflationsbereinigt, war der Verlust noch größer.
Wie viel Gold gehört ins Depot?
Viele Anleger halten Gold als Beimischung von etwa 5 bis 10 % ihres Vermögens. Der Gedanke dahinter: Gold entwickelt sich oft anders als Aktien und kann das Gesamtportfolio in Krisen stabilisieren. Als Hauptbaustein für den Vermögensaufbau eignet es sich wegen der fehlenden Erträge weniger.
Die Formen im Vergleich
| Form | Vorteile | Nachteile | Steuer bei Verkauf |
|---|---|---|---|
| Barren | Physischer Besitz, große Barren mit geringem Aufschlag | Lagerung, Versicherung, Spread | Nach 1 Jahr steuerfrei |
| Münzen | Gut teilbar, weltweit bekannt (z. B. Krügerrand, Maple Leaf) | Höhere Aufschläge als große Barren | Nach 1 Jahr steuerfrei |
| Gold-ETC | Börsenhandel, kein Lagerproblem, kleine Beträge möglich | Wertpapier, Emittentenrisiko, laufende Kosten | Mit Auslieferungsanspruch nach 1 Jahr steuerfrei |
| Minenaktien | Hebel auf den Goldpreis, teils Dividenden | Stark schwankend, Unternehmensrisiken | Abgeltungsteuer |
Physisches Gold: Barren und Münzen
Beim Kauf von Barren oder Münzen zahlst du einen Aufschlag auf den reinen Goldpreis, beim Verkauf bekommst du etwas weniger. Diese Differenz, der Spread, ist bei kleinen Stückelungen deutlich höher. Ein 1-Gramm-Barren ist im Verhältnis viel teurer als ein 100-Gramm-Barren. Wer flexibel bleiben will, wählt eine Mischung aus mittleren Barren und gängigen Münzen.
Kaufe nur bei seriösen Händlern und achte auf anerkannte Hersteller. Bargeldgeschäfte ohne Identitätsprüfung sind nur bis knapp unter 2.000 € erlaubt.
Lagerung
- Bankschließfach: Sicher, aber mit jährlichen Kosten. Der Inhalt ist nicht automatisch versichert.
- Zu Hause: Nur in einem zertifizierten Tresor und mit Absprache mit der Hausratversicherung.
- Verwahrung beim Händler: Bequem, aber prüfe genau, ob das Gold dir als Eigentum zugeordnet ist.
Gold-ETCs
Ein Gold-ETC ist ein börsengehandeltes Wertpapier, dessen Wert sich am Goldpreis orientiert. Viele ETCs sind vollständig mit physischem Gold hinterlegt. Einige gewähren zudem einen Anspruch auf Auslieferung des Goldes. Für solche ETCs hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Gewinne – wie bei physischem Gold – nach einem Jahr steuerfrei sind.
Gold-ETCs sind praktisch für Sparpläne und kleine Beträge. Achte auf die physische Hinterlegung, die laufenden Kosten und die Bedingungen der Auslieferung. Da ETCs rechtlich Schuldverschreibungen sind, besteht ein Restrisiko bezüglich des Emittenten, das durch die Hinterlegung gemindert wird.
Minenaktien
Aktien von Goldminenunternehmen reagieren oft verstärkt auf Goldpreisänderungen: Steigt der Goldpreis, wachsen die Gewinne der Minen überproportional – und umgekehrt. Hinzu kommen unternehmerische Risiken wie Förderprobleme, politische Risiken in den Förderländern und steigende Kosten. Minenaktien sind deshalb deutlich riskanter als Gold selbst und eher eine spekulative Beimischung.
Steuern auf Gold
- Mehrwertsteuer: Anlagegold in Form von Barren und bestimmten Münzen ist von der Mehrwertsteuer befreit. Bei Silber und Platin fällt dagegen Mehrwertsteuer an.
- Verkauf nach über einem Jahr: Gewinne aus physischem Gold und Gold-ETCs mit Auslieferungsanspruch sind steuerfrei.
- Verkauf innerhalb eines Jahres: Gewinne sind als privates Veräußerungsgeschäft mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern, wobei eine Freigrenze von 1.000 € pro Jahr gilt.
- Minenaktien: Abgeltungsteuer wie bei allen Aktien.
Gold im Portfolio
Wer Gold als feste Beimischung hält, sollte es wie jeden anderen Baustein behandeln: mit einem Zielanteil und gelegentlichem Rebalancing. Steigt der Goldpreis stark, wächst der Anteil im Depot über das Ziel hinaus. Dann kann es sinnvoll sein, etwas Gold zu verkaufen und in andere Anlagen umzuschichten – bei physischem Gold nach Ablauf der einjährigen Haltefrist steuerfrei. Fällt der Goldpreis, wird nachgekauft. So nutzt du die Schwankungen, statt ihnen hinterherzulaufen.
Ein Depot von 50.000 € soll zu 10 % aus Gold bestehen, also 5.000 €. Steigt der Goldpreis um 40 %, während der Rest des Depots gleich bleibt, ist Gold 7.000 € wert und macht rund 13,5 % aus. Durch den Verkauf von etwa 1.800 € Gold wird der Zielanteil wiederhergestellt.
So erkennst du seriöse Händler und Produkte
- Anerkannte Hersteller: Barren bekannter Scheideanstalten, die dem Standard des Londoner Goldmarkts (LBMA) entsprechen, lassen sich später leichter verkaufen.
- Transparente Preise: Seriöse Händler veröffentlichen An- und Verkaufspreise. Achte auf die Differenz.
- Rückkauf: Prüfe, ob der Händler das Gold auch zurückkauft und zu welchen Bedingungen.
- Vorsicht bei Lockangeboten: Gold deutlich unter dem Marktpreis, Sparpläne mit hohen Gebühren oder Verwahrung ohne klare Eigentumsregelung sind Warnsignale.
Exkurs: Silber, Platin und Palladium
Neben Gold gibt es weitere Edelmetalle. Sie werden stärker in der Industrie verwendet, etwa in Elektronik, Solaranlagen oder Katalysatoren, und schwanken deshalb deutlich mehr. Beim physischen Kauf fällt im Gegensatz zu Anlagegold Mehrwertsteuer an, bei manchen Münzen gilt die günstigere Differenzbesteuerung. Für die meisten Anleger ist Gold die naheliegendere Wahl, wenn sie Edelmetalle beimischen möchten.
Begriffe kurz erklärt
- Feinunze
- Gewichtseinheit für Edelmetalle, rund 31,1 Gramm.
- Feingehalt
- Anteil reinen Goldes, bei Anlagebarren meist 999,9 Tausendstel.
- Aufgeld
- Aufschlag auf den reinen Materialwert beim Kauf von Barren und Münzen.
- Spread
- Differenz zwischen An- und Verkaufspreis.
- ETC
- Exchange Traded Commodity: börsengehandeltes Wertpapier auf einen Rohstoff.
- Anlagegold
- Goldbarren und bestimmte Münzen, die von der Mehrwertsteuer befreit sind.
Gold in Krisen: Was die Erfahrung zeigt
Gold wird oft als sicherer Hafen bezeichnet. Die Erfahrung ist gemischt. In der Finanzkrise 2008 und in den folgenden Jahren stieg der Goldpreis deutlich, während viele Aktien einbrachen. Zu Beginn der Corona-Krise im März 2020 fiel dagegen auch Gold kurzzeitig, weil Anleger Liquidität brauchten und vieles gleichzeitig verkauften – danach zog der Preis wieder an.
Gold kann ein Portfolio in Krisen stabilisieren, aber nicht in jeder einzelnen Krise und nicht sofort. Seine Stärke liegt in der geringen Abhängigkeit von Aktien und Anleihen über längere Zeiträume. Das spricht für eine feste, moderate Beimischung statt für kurzfristige Käufe aus Angst.
Häufige Fragen
Barren oder Münzen?
Große Barren sind pro Gramm günstiger, Münzen lassen sich leichter in kleinen Mengen verkaufen. Viele kombinieren beides.
Schützt Gold vor Inflation?
Über sehr lange Zeiträume hat Gold seine Kaufkraft meist erhalten. Kurz- und mittelfristig folgt der Goldpreis der Inflation aber nicht zuverlässig.
Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, Gold zu kaufen?
Das kann niemand vorhersagen. Wer Gold als langfristige Beimischung hält, kann regelmäßig kleine Beträge investieren statt auf den richtigen Moment zu warten.
Was ist mit Silber?
Silber wird stark in der Industrie genutzt und schwankt deshalb stärker als Gold. Beim physischen Kauf fällt zudem Mehrwertsteuer an.
Quellen: § 23 EStG (private Veräußerungsgeschäfte, Freigrenze), § 25c UStG (Anlagegold), Bundesfinanzhof (Urteil zu Gold-ETCs mit Lieferanspruch), Geldwäschegesetz (Schwellenwert Barzahlung Edelmetalle), Verbraucherzentrale. Keine Anlageberatung.