Auf einen Blick
- Fixkosten sind regelmäßige Ausgaben, die du nicht jeden Monat neu entscheidest. Eine Ersparnis dort wirkt dauerhaft.
- Die größten Hebel: Energie, Handy und Internet, Versicherungen, Abos und Bankgebühren.
- Verträge, die nach der Mindestlaufzeit weiterlaufen, kannst du meist mit einem Monat Frist kündigen.
- Ein jährlicher Termin für den Fixkosten-Check verhindert, dass sich Kosten wieder einschleichen.
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Dein nächster Zug
- 1
Verträge sammeln
Liste alle laufenden Verträge mit Preis und Kündigungsfrist auf.
- 2
Große Posten zuerst
Vergleiche Strom, Versicherungen und Mobilfunk. Dort steckt meist das größte Sparpotenzial.
- 3
Ersparnis umlenken
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Warum Fixkosten der beste Ansatzpunkt sind
Beim Sparen denken viele zuerst an Verzicht: weniger ausgehen, günstiger einkaufen, den Kaffee zu Hause trinken. Das funktioniert, kostet aber jeden Tag aufs Neue Disziplin. Bei den Fixkosten ist es umgekehrt: Du triffst einmal eine Entscheidung, und die Ersparnis wirkt jeden Monat weiter, ohne dass du daran denken musst.
Hinzu kommt: Viele Verträge werden nach dem Abschluss nie wieder überprüft. Anbieter wissen das und erhöhen die Preise für Bestandskunden oft schleichend, während Neukunden günstigere Konditionen bekommen. Wer regelmäßig vergleicht, profitiert.
Die größten Hebel im Überblick
| Bereich | Was du prüfen solltest | Aufwand |
|---|---|---|
| Strom und Gas | Grundversorgung verlassen, Tarif mit Preisgarantie wählen | 15 Minuten |
| Handy | Datenvolumen dem tatsächlichen Verbrauch anpassen | 15 Minuten |
| Internet | Geschwindigkeit und Preis mit aktuellen Angeboten vergleichen | 15 Minuten |
| Versicherungen | Unnötige Policen kündigen, wichtige vergleichen | 1 Stunde |
| Abos | Streaming, Apps, Fitnessstudio, Zeitschriften | 20 Minuten |
| Bankgebühren | Kontoführung und Kartengebühren | 30 Minuten |
| Kredite | Teure Kredite umschulden | 1 Stunde |
Strom und Gas
Wer nie den Anbieter gewechselt hat, ist meist in der Grundversorgung des örtlichen Versorgers. Die Grundversorgung ist bequem und flexibel – du kannst sie mit zwei Wochen Frist kündigen –, aber oft deutlich teurer als Sondertarife. Ein Wechsel ist online in wenigen Minuten erledigt, der neue Anbieter kündigt in der Regel für dich. Deine Versorgung ist dabei nie gefährdet. Alle Details im Ratgeber Strom und Gas wechseln.
Neben dem Tarif lohnt sich ein Blick auf den Verbrauch: alte Kühlgeräte, Stand-by-Geräte und schlecht eingestellte Heizungen sind häufige Stromfresser.
Handy und Internet
Viele Handyverträge sind zu groß: 40 GB Datenvolumen, von denen nur ein Bruchteil genutzt wird. Prüfe in den Einstellungen deines Telefons, wie viel Datenvolumen du in den letzten Monaten verbraucht hast, und wähle einen passenden Tarif. Prepaid-Tarife oder Verträge mit monatlicher Kündigung sind oft günstiger als lange Laufzeiten mit subventioniertem Handy.
Seit Ende 2021 gilt: Nach Ablauf der Mindestlaufzeit können Handy- und Internetverträge monatlich gekündigt werden. Das macht Vergleichen einfacher. Oft hilft auch schon ein Anruf beim bisherigen Anbieter mit dem Hinweis auf ein günstigeres Angebot der Konkurrenz.
Versicherungen
Versicherungen sind ein klassischer Fall von Über- und Unterversicherung zugleich. Kündige Policen, die nur kleine Schäden abdecken – Handy, Brille, Reisegepäck – und prüfe, ob Paare doppelt versichert sind. Wichtige Verträge wie Haftpflicht, Hausrat oder Kfz lassen sich vergleichen. Welche Versicherungen wirklich wichtig sind, erklärt unser Ratgeber Welche Versicherungen braucht man wirklich?
Abos und Mitgliedschaften
Streaming-Dienste, Musik, Cloud-Speicher, Apps, Zeitschriften, Fitnessstudio: Abos sind bequem, aber einzeln oft unterschätzt. Gehe deine Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen durch und liste alle wiederkehrenden Abbuchungen auf. Frag dich bei jedem Abo: Habe ich es im letzten Monat genutzt? Würde ich es heute neu abschließen?
Online abgeschlossene Verträge müssen seit Juli 2022 über einen gut sichtbaren Kündigungsbutton kündbar sein. Streaming-Dienste kannst du auch rotieren: immer nur einen Dienst gleichzeitig nutzen und nach ein, zwei Monaten wechseln.
Bankgebühren und Kredite
Kontoführungsgebühren, Kosten für die Girocard oder Kreditkarte und Gebühren für Überweisungen können sich auf über 100 € im Jahr summieren. Viele Banken bieten kostenlose Konten an, manche ohne Bedingungen. Teurer noch sind Kredite: Wer im Dispo steckt oder einen teuren Ratenkredit hat, spart mit einer Umschuldung oft deutlich.
Was ein Fixkosten-Check bringen kann
Wechsel aus der Grundversorgung beim Strom: 20 € im Monat weniger. Zwei Handyverträge angepasst: 18 €. Zwei von fünf Abos gekündigt: 22 €. Doppelte Haftpflicht zusammengelegt: 5 €. Kostenloses Girokonto: 8 €. Zusammen 73 € im Monat oder rund 880 € im Jahr – für einen Nachmittag Arbeit. Wie viel es bei dir ist, hängt von deinen Verträgen ab.
Die jährliche Fixkosten-Routine
- Termin festlegen: Zum Beispiel jedes Jahr im Januar oder im Herbst vor der Kfz-Wechselfrist.
- Liste aktualisieren: Alle laufenden Verträge mit Preis, Laufzeit und Kündigungsfrist in einer Tabelle führen.
- Preise vergleichen: Energie, Kommunikation und Versicherungen mit aktuellen Angeboten abgleichen.
- Kündigen oder verhandeln: Nicht mehr genutzte Verträge kündigen, beim bisherigen Anbieter nach besseren Konditionen fragen.
- Ersparnis sparen: Den gesparten Betrag direkt per Dauerauftrag aufs Tagesgeld oder in den Sparplan lenken.
Wer gesparte Fixkosten nicht direkt umleitet, gibt das Geld erfahrungsgemäß einfach anders aus. Erhöhe deinen Sparplan um genau den Betrag, den du eingespart hast.
Mobilität: Der oft größte Posten nach der Miete
Ein Auto kostet weit mehr als Sprit. Wer alle Kosten zusammenrechnet – Versicherung, Kfz-Steuer, Wartung, Reparaturen, Reifen, Parken und vor allem den Wertverlust –, kommt bei vielen Autos auf mehrere hundert Euro im Monat. Diese Hebel lohnen sich:
- Kfz-Versicherung jährlich vergleichen: Die meisten Verträge laufen bis zum 31. Dezember und können bis zum 30. November gekündigt werden.
- Tarifmerkmale prüfen: Jährliche Fahrleistung realistisch angeben, Werkstattbindung und Selbstbeteiligung können den Beitrag senken.
- Teil- statt Vollkasko: Bei älteren Autos mit niedrigem Restwert lohnt sich die Vollkasko oft nicht mehr.
- Zweitwagen hinterfragen: Ein Deutschlandticket, Carsharing oder ein E-Bike können günstiger sein.
Verhandeln statt kündigen
Nicht immer ist ein Wechsel nötig. Viele Anbieter haben eigene Abteilungen, die Kunden mit besseren Konditionen halten sollen. So gehst du vor:
- Aktuelle Konkurrenzangebote recherchieren und notieren.
- Beim Anbieter anrufen oder schreiben und sagen, dass du über eine Kündigung nachdenkst.
- Konkret nach einem günstigeren Tarif oder einem Rabatt fragen und auf das Konkurrenzangebot verweisen.
- Wenn nichts kommt: tatsächlich kündigen. Oft folgt dann ein Rückgewinnungsangebot.
Besonders bei Handy, Internet und Streaming funktioniert das häufig. Lass dir neue Konditionen immer schriftlich bestätigen.
Deine Fixkosten-Liste
Eine einfache Tabelle mit diesen Spalten reicht, um den Überblick zu behalten: Vertrag, Anbieter, monatliche Kosten, Laufzeit bis, Kündigungsfrist, nächster Prüftermin. Trage den Prüftermin gleich in deinen Kalender ein. So verpasst du keine Frist mehr und erkennst sofort, wenn ein Anbieter die Preise erhöht.
Bei vielen Verträgen, etwa für Strom, Gas, Versicherungen oder Telekommunikation, hast du nach einer Preiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht. Lies Anschreiben deiner Anbieter deshalb genau.
Begriffe kurz erklärt
- Mindestlaufzeit
- Zeitraum, in dem ein Vertrag nicht ordentlich gekündigt werden kann, bei Handyverträgen höchstens 24 Monate.
- Kündigungsfrist
- Zeitraum zwischen Kündigung und Vertragsende.
- Sonderkündigungsrecht
- Recht, einen Vertrag außerhalb der normalen Fristen zu kündigen, etwa nach einer Preiserhöhung.
- Kündigungsbutton
- Pflicht-Schaltfläche, über die online abgeschlossene Verträge ebenso einfach gekündigt werden können.
- Grundversorgung
- Standardtarif des örtlichen Energieversorgers für alle, die keinen Sondervertrag haben.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich meine Fixkosten prüfen?
Einmal im Jahr reicht für die meisten Verträge. Zusätzlich lohnt ein Blick, wenn ein Anbieter die Preise erhöht oder sich deine Lebenssituation ändert.
Wie finde ich alle meine Verträge?
Am einfachsten über die Kontoauszüge und Kreditkartenabrechnungen der letzten zwölf Monate. Jährliche Abbuchungen fallen sonst leicht durch.
Lohnt sich ein Kündigungsdienst?
Für einzelne Kündigungen meist nicht – ein Kündigungsbutton oder eine kurze E-Mail reichen. Bequem kann ein Dienst sein, wenn du viele Verträge gleichzeitig kündigen willst.
Kann ich die Miete senken?
Schwierig, aber nicht unmöglich. Prüfe bei einem neuen Mietvertrag, ob die Miete die örtlichen Grenzen einhält. Bei Nebenkosten lohnt sich ein genauer Blick auf die Abrechnung.
Quellen: Telekommunikationsgesetz (Kündigung nach Mindestlaufzeit), § 312k BGB (Kündigungsbutton), Stromgrundversorgungsverordnung, Verbraucherzentrale. Beispiel gerundet.