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Kaufkraftverlust berechnen: Was ist dein Geld in 20 Jahren wert?

Bei 3 % Inflation sind 10.000 € in 20 Jahren nur noch so viel wert wie heute rund 5.500 €. Mit einer einfachen Formel kannst du selbst ausrechnen, wie viel Kaufkraft dein Geld verliert – und welche Rendite nötig ist, um sie zu erhalten.

Dein FahrplanGrundwissen für alle 7 Schritte

Auf einen Blick

  1. Kaufkraft heute = Betrag ÷ (1 + Inflationsrate)Jahre.
  2. Schon 2 % Inflation halbieren die Kaufkraft in etwa 35 Jahren.
  3. Um die Kaufkraft zu erhalten, muss dein Geld nach Steuern mindestens die Inflationsrate erwirtschaften.
  4. Für die Planung von Rente und Sparzielen solltest du immer in heutiger Kaufkraft rechnen.
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10.000 € nach 20 JahrenKaufkraft bei unterschiedlicher Inflation
Heute10.000 €2 % Inflation6.730 €3 % Inflation5.537 €5 % Inflation3.769 €

Schon 2 % Inflation halbieren die Kaufkraft in etwa 35 Jahren.

Deine Strategie in drei Zügen

Dein nächster Zug

  1. 1

    Kaufkraft berechnen

    Rechne aus, was dein Erspartes in 20 Jahren noch wert ist.

  2. 2

    Real planen

    Plane mit Renditen nach Inflation, nicht davor.

  3. 3

    Vorsorge anpassen

    Berücksichtige die Inflation bei deinem Rentenbedarf.

Grundwissen für alle Schritte im Finanz-Fahrplan.

Ausführlicher Ratgeber7 Min. Lesezeit · 13 Abschnitte mit Beispielen, Begriffen und Fragen

Die Formel

Kaufkraft = Betrag ÷ (1 + Inflationsrate)JahreInflationsrate als Dezimalzahl, also 0,02 für 2 %.

Willst du wissen, wie viel du in Zukunft brauchst, um dir dasselbe leisten zu können wie heute, drehst du die Formel um:

Künftiger Betrag = heutiger Betrag × (1 + Inflationsrate)Jahre

In einer Tabellenkalkulation kannst du das mit einer einzigen Formel abbilden, etwa =A1/(1+B1)^C1, wobei A1 der Betrag, B1 die Inflationsrate und C1 die Anzahl der Jahre ist.

So viel sind 10.000 € in Zukunft noch wert

Inflation pro Jahrnach 10 Jahrennach 20 Jahrennach 30 Jahren
2 %8.203 €6.730 €5.521 €
3 %7.441 €5.537 €4.120 €
5 %6.139 €3.769 €2.314 €

Kaufkraft in heutigen Euro, gerundet, bei konstanter Inflationsrate.

Die Faustregel

Für eine schnelle Schätzung im Kopf: 70 geteilt durch die Inflationsrate ergibt ungefähr die Jahre, bis sich die Kaufkraft halbiert. Bei 2 % sind das etwa 35 Jahre, bei 3 % etwa 23 Jahre, bei 5 % nur 14 Jahre.

Drei Beispiele aus dem Alltag

Erspartes auf dem Girokonto

Wer 20.000 € unverzinst auf dem Girokonto liegen lässt, hat bei 2,5 % Inflation nach zehn Jahren nur noch eine Kaufkraft von rund 15.600 €. Der Verlust von 4.400 € ist auf keinem Kontoauszug zu sehen.

Bedarf im Ruhestand

Wer heute 2.000 € im Monat zum Leben braucht und in 30 Jahren in Rente geht, benötigt bei 2 % Inflation dann rund 3.620 € im Monat für denselben Lebensstandard.

Gehalt

Ein Gehalt von 3.000 € muss bei 3 % Inflation in fünf Jahren auf rund 3.480 € steigen, damit es real gleich viel wert ist. Bleibt es gleich, sinkt die Kaufkraft um fast 14 %.

Welche Rendite brauche ich?

Um die Kaufkraft deines Geldes zu erhalten, muss es nach Steuern mindestens so viel erwirtschaften, wie die Inflation beträgt. Die tatsächliche Wertentwicklung zeigt der Realzins beziehungsweise die reale Rendite:

Reale Rendite = (1 + nominale Rendite) ÷ (1 + Inflationsrate) − 1Vereinfacht: nominale Rendite minus Inflationsrate.

Bringt das Tagesgeld 2 % bei 2,5 % Inflation, ist die reale Rendite leicht negativ. Ein breit gestreuter Aktien-ETF hat in der Vergangenheit langfristig deutlich über der Inflation gelegen, schwankt aber stark. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist eine positive reale Rendite das eigentliche Ziel.

Steuern nicht vergessen

Zinsen und Kursgewinne werden oberhalb des Sparerpauschbetrags besteuert. Die reale Rendite nach Steuern ist deshalb etwas niedriger als die Rechnung oben.

So nutzt du die Rechnung für deine Planung

  • Sparziele: Planst du in zehn Jahren eine größere Anschaffung, rechne den heutigen Preis mit der erwarteten Inflation hoch.
  • Altersvorsorge: Rechne deinen Bedarf und deine Rente in heutiger Kaufkraft, um sie vergleichbar zu machen. Mehr dazu im Ratgeber Rentenlücke berechnen.
  • Notgroschen: Halte ihn bewusst begrenzt, denn er verliert real an Wert. Alles darüber hinaus gehört langfristig angelegt.

Zum Inflationsrechner

Ein Blick zurück: So hat sich die Kaufkraft entwickelt

Wie stark Inflation über Jahrzehnte wirkt, zeigt der Verbraucherpreisindex: Das allgemeine Preisniveau in Deutschland hat sich seit Anfang der 1990er Jahre grob verdoppelt. Was damals 100 € kostete, kostet heute also rund 200 €. Umgekehrt ist ein Geldschein von damals heute nur noch etwa halb so viel wert. Genauen Faktor vor Veröffentlichung mit der Destatis-Zeitreihe prüfen.

Die Inflation verlief dabei nicht gleichmäßig. Auf viele Jahre mit niedrigen Raten folgten 2022 und 2023 deutliche Sprünge. Für die Kaufkraft zählt am Ende die Summe aller Jahre.

Was die Statistik zeigt – und was nicht

  • Durchschnittlicher Warenkorb: Der Verbraucherpreisindex bildet einen Durchschnittshaushalt ab. Dein persönlicher Kaufkraftverlust kann höher oder niedriger sein.
  • Qualitätsbereinigung: Wird ein Produkt teurer, aber auch besser, rechnet die Statistik den Qualitätsgewinn teilweise heraus. Das erklärt, warum sich manche Preissteigerungen im Alltag stärker anfühlen.
  • Vermögenspreise: Steigende Preise für Immobilien oder Aktien sind im Verbraucherpreisindex nicht direkt enthalten. Mieten dagegen schon.
  • Häufig gekaufte Güter: Lebensmittel und Kraftstoffe nehmen wir besonders wahr. Steigen sie stark, wirkt die Inflation gefühlt höher als gemessen.

Fünf Wege, deine Kaufkraft zu schützen

  1. Notgroschen gut verzinst anlegen: Tagesgeld statt Girokonto.
  2. Langfristiges Geld in Sachwerte: Breit gestreute Aktien-ETFs haben die Inflation über lange Zeiträume übertroffen.
  3. Sparraten dynamisieren: Sparpläne jährlich an die Inflation anpassen.
  4. Einkommen verhandeln: Gehaltserhöhungen sollten die Inflation mindestens ausgleichen.
  5. Feste Zinsen bei Krediten sichern: Inflation entwertet feste Schulden.

Begriffe kurz erklärt

Kaufkraft
Menge an Waren und Dienstleistungen, die du für einen Geldbetrag erhältst.
Inflationsrate
Prozentuale Veränderung des Preisniveaus innerhalb eines Jahres.
Verbraucherpreisindex
Kennzahl des Statistischen Bundesamts für die Entwicklung der Verbraucherpreise.
Reale Rendite
Rendite nach Abzug der Inflation.
Nominalwert
Der aufgedruckte oder angezeigte Geldbetrag, ohne Berücksichtigung der Inflation.

Kaufkraft im Ruhestand: ein Rechenbeispiel

Besonders spürbar wird der Kaufkraftverlust im Ruhestand, weil er dann über viele Jahre auf ein festes Einkommen trifft.

Beispiel

Helga geht mit 67 in Rente und bekommt aus einer privaten Rentenversicherung 500 € im Monat, die nicht steigen. Bei 2 % Inflation sind diese 500 € mit 77 nur noch so viel wert wie heute rund 410 €, mit 87 noch rund 340 €. Über 20 Jahre verliert die Rente also ein Drittel ihrer Kaufkraft.

Die gesetzliche Rente wird dagegen jährlich angepasst, orientiert an der Lohnentwicklung. Private Renten ohne Dynamik und feste Auszahlungen verlieren dagegen jedes Jahr an Wert. Bei der Planung lohnt es sich, darauf zu achten, ob eine Leistung mit den Preisen steigt.

Welche Rendite ist nötig?

InflationNötige Rendite nach SteuernTypische Anlage, die das langfristig erreichen kann
1 %mind. 1 %Tagesgeld oder Festgeld, je nach Zinsniveau
2 %mind. 2 %Festgeld oder Anleihen in guten Zinsphasen, sonst Aktien
3 %mind. 3 %Langfristig vor allem breit gestreute Aktien

Die Tabelle ist eine grobe Orientierung. Auch Aktien schaffen den Ausgleich nicht in jedem einzelnen Jahr, sondern nur über lange Zeiträume.

Häufige Fragen

Wie viel Inflation hatte Deutschland im langjährigen Durchschnitt?

Seit der Einführung des Euro lag die Inflation in Deutschland im Durchschnitt grob bei rund 2 % pro Jahr, mit einzelnen Ausreißern wie 2022. Die genauen Werte veröffentlicht das Statistische Bundesamt in seiner Zeitreihe zum Verbraucherpreisindex.

Ist Bargeld zu Hause sicher vor Inflation?

Nein. Bargeld verliert genauso an Kaufkraft wie Geld auf dem Girokonto – und bringt zusätzlich keine Zinsen. Eine kleine Reserve für Notfälle ist sinnvoll, größere Beträge sollten angelegt werden.

Wie rechne ich mit wechselnden Inflationsraten?

Multipliziere die Faktoren der einzelnen Jahre: Bei 2 % und dann 5 % ist der Gesamtfaktor 1,02 × 1,05 = 1,071. Teile den Betrag durch diesen Faktor, um die heutige Kaufkraft zu erhalten.

Verlieren auch Schulden durch Inflation an Wert?

Ja. Der Rückzahlungsbetrag bleibt nominal gleich, ist aber real weniger wert. Davon profitieren Schuldner mit festen Zinsen.

Welche Inflationsrate soll ich annehmen?

Für langfristige Planungen nehmen viele 2 % an, das Ziel der EZB. Wer vorsichtiger rechnen möchte, wählt 2,5 bis 3 %.

Wo finde ich die tatsächliche Inflation der vergangenen Jahre?

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die Zeitreihe des Verbraucherpreisindex seit Jahrzehnten. Dort gibt es auch einen eigenen Inflationsrechner.

Verliert auch mein Depot an Kaufkraft?

Der Kaufkraftverlust betrifft jeden Geldbetrag. Entscheidend ist, ob dein Depot schneller wächst als die Preise steigen.

Quellen: Statistisches Bundesamt (Verbraucherpreisindex, Inflationsrechner), Europäische Zentralbank (Inflationsziel), eigene Berechnungen, gerundet. Keine Anlageberatung.